Das Positive vorweg ich hatte wirklich keine Mücken da oben, dafür war es echt kalt die Nacht. Nach und nach habe ich alles angezogen was ich griffbereit hatte und es war eigentlich immer noch nicht warm genug. Entsprechend unruhig war dann die Nacht.
Dafür bin ich zu strahlend blauem Himmel aufgestanden. Nach dem Frühstück habe ich in aller Ruhe zusammengepackt und bin dann losgelaufen. Heute teilt sich wieder die Route in eine Höhenrute und eine durch das Tal am Fluss Swale entlang.
Ich habe mich wieder für die Höhenroute entschieden. Abgesehen davon dass ich wieder Höhenmeter sammle führt es durch ein altes Bleiabbaugebiet und hat seinen ganz eigenen Industriecharme.
Konstant führte der Weg nach oben, mal breite Wege, mal ganz schmale Trampelpfade. Der Wind war noch ein bisschen frisch, dafür war das Wetter herrlich. Klare Sicht und genau die richtige Temperatur zum laufen. Franzi und ich sind beim zweiten Coast to Coast auch über diese Strecke gelaufen aber bei den schlechtesten Wetterbedingungen die man sich vorstellen konnte. Es gab sogar ein paar Stellen wo ich mir überlegt habe das war ganz schön lebensmüde und gefährlich was wir damals gemacht haben.🙈 Selbst bei dem guten Wetter habe ich lieber zweimal geschaut wo ich die Füße hinsetze.
Crackpot Hall war die erste große Ruine an der ich vorbeigekommen bin, gefolgt von ganz vielen kleinen weiteren. Die spannendste Stelle ist Slap Bridge mit der Smelt Mill.
Hier laufen drei kleine Creeks zusammen ( kleine Bachläufe) und man sieht deutlich die Auswirkungen wie trocken es die letzten Wochen und Monate war. Die Bachläufe sind wirklich nur noch ganz minimal da.
Das macht das drüber laufen dafür wesentlich einfacher.
Ich gönnte mir eine ausgedehnte Pause ehe es an den nächsten Aufstieg ging. Oben auf Level House Bridge sieht man immer noch die heftigen Auswirkungen des Bergbaus. Hier hat sich die Natur leider noch nicht so gut erholt. Sie versucht es aber mit aller Kraft.
Das letzte Stück bis Reeth läuft größtenteils über eine breite Schotterstraße. Immer mal wieder zweigt der Weg ab und wird zu einem kleinen Trampelpfad, der warum auch immer über jeden Hügel führen musste.🥴
Ich mag ja schon die idyllischen Routen aber ich muss nicht wirklich jeden Hügel mitnehmen der auf dem Weg liegt. Den letzten Aufstieg habe ich dann auch einfach gelassen und bin direkt ins Tal abgestiegen. Dort führte ein ganz schlichter einfacher öffentlicher Fußweg bis nach Reeth rein.
Am Campingplatz stellte ich mein Zelt auf und gönnte mir die heiße Dusche.
Heute Abend kommt Andrew dazu und begleitet mich auf der morgigen Etappe nach Richmond.
Da freue ich mich schon drauf!
Erkenntnis des Tages: manchmal lohnt es sich den direkten Weg zu gehen.
Tagesetappe: 18,8km
Höhenmeter: 716


































