Gestern Abend hatte ich mich noch spontan entschieden und zum Frühstück angemeldet. Die Pancakes mit frischen Früchten und Joghurt haben dann doch sehr gereizt und waren echt lecker.
Der Vorteil wenn man so lange wandern geht man braucht absolut nicht mehr auf die Kalorien zu schauen man kann einfach das essen wonach einem ist. 😇
Nach dem Frühstück musste ich mich dann ein bisschen beeilen und noch mein Zelt abbauen, leider wieder mal sehr nass weil es geregnet hat. Insgesamt war der Morgen auch sehr diesig und es hat die ganze Zeit vor sich hin genieselt.
Wolfgang brachte mich wie abgesprochen zurück an den Punkt wo ich gestern ausgestiegen bin aus dem Weg.
Heute wird die Navigation wieder recht einfach erst den vielen Steinplatten den Berg hoch folgen. Zu meinem Schrecken natürlich wieder über eine Kuhweide was aber gut ging. Die Kühe sind eigentlich alle freiwillig von dem Weg runtergegangen. An einer Stelle stand natürlich das kleine Kalb genau links an der Mauer und rechts hinter dem Busch stand die Mama und ich hatte keinerlei Ausweichmöglichkeiten. Vor mich hinbrummelnt meinte ich nur in Richtung Kalb verdammt noch mal geh doch zu deiner Mama rüber … Es guckte mich verdutzt an und ging tatsächlich zu seiner Mama rüber und ich konnte erleichtert vorbei gehen.
Ich folgte den Weg immer weiter durch das Urra Moor bis ich zum Rosedale Ironstone Railway, einer alten abgebauten Bahnstrecke gekommen bin. Ab hier kann ich eigentlich das Gehirn abschalten ich folge ungefähr 10 km dieser alten abgebauten Bahnstrecke was an sich ganz bequem ist, aber irgendwann sehr anstrengend unter den Füßen wird, da der Weg sehr steinig ist.
Nach und nach wurde der Nieselregen weniger und die tiefhängenden Wolken verzogen sich soweit dass ich eigentlich eine sehr schöne Aussicht hatte.
Man folgt der Bahnstrecke bis zum Lion Inn in Blakey Ridge. Das war eigentlich mein Tagesziel für heute, mit einem Blick auf die Uhr 12:30 Uhr ist das selbst mit einer sehr ausgedehnten Mittagspause viel zu früh zum Aufhören. 🙈
Unterwegs hatte ich ein Pärchen getroffen das jetzt auch im Lion Inn Pause machte. Das Mädel kommt ursprünglich aus Deutschland und lebt aber schon seit zehn Jahren in London und ist mit ihrem Partner aus London unterwegs.
Sie erzählte mir dass sie plant bis Glaisdale zu laufen … Das wären dann knapp über 30 km.
Ich holte mir erstmal eine heiße Suppe und schaut mir die Karte, das Buch und die Campingplatzliste ausführlich an.
Der Weg bis Glaisdale ist eigentlich sehr einfach und hat kaum noch Steigungen. Mit einem zweiten Blick auf die Uhr entschied ich mich dann auch weiterzugehen.
Der junge Mann bog in eine andere Richtung ab um einen Zug zu erwischen und ich lief dann zusammen mit dem Mädel weiter.
Wir hatten uns so gut unterhalten und so ein Tempo drauf dass wir in kürzester Zeit über die Hälfte der Strecke schon hinter uns hatten. Über das Glaisdale Moor hinweg zweifelten wir aber beide über unsere Entscheidung insgesamt so eine lange Etappe zu laufen.
Jetzt war es aber zu spät und so kurz vorm Ziel gibt man nicht auf!
Wie auf der abgebauten Bahnstrecke war hier der Weg voll mit Schottersteinen. Das läuft sich ausgeruht schon sehr schlecht und noch schlechter wenn man einfach total platt ist. Mit schmerzenden Füßen erreichten wir endlich ganz am Ortsende von Glaisdale das Pub Arncliff Arms.
Dort wird ganz rustikales Campen auf der Schafsweide angeboten. Keine Dusche und die Toilette im Pub kann man nur so lange benutzen wie offen ist.🙈
Wir saßen noch eine ganze Weile nach dem Abendessen in der warmen Stube bevor wir zurück zum Zelt sind.
Erkenntnis des Tages: derjenige der auf diese glorreiche Idee kam auf Wanderwegen Schottersteine zu verteilen sollte zur Strafe selbst jeden Tag kilometerweit darauf laufen müssen 🤬
Tagesetappe: 31,1 km
Höhenmeter: 435m

























