Viel zu früh und sehr sehr unsanft wurde ich gegen 4: 30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Ich glaube die Schafe fanden das ziemlich uncool das mein Zelt auf deren Weide stand. Das haben sie auf jeden Fall sehr lautstark direkt neben meinem Zelt kund getan.
Das Mähen und Blöcken dauerte eine Weile an bevor es sich wieder entfernte. Ich bin zum Glück wieder eingeschlafen und gegen 7 Uhr von schmatzenden und rupfenden Geräuschen direkt neben meinem Kopf wieder geweckt zu werden.
Ich habe es dann aufgegeben und bin aufgestanden. Meiner Zeltnachbarin ging es genauso wie mir. Wobei sie gestern gesagt hatte dass sie früh starten möchte. Als ich aus meinem Zelt rausschaute hatten sich wirklich alle Schafe komplett verkrümelt ans andere Ende der Weide. Sie hatten uns ja erfolgreich geweckt dann konnten sie auch wieder gehen. Und Schafe zählen zum Einschlafen ist ein Mythos, schon ganz und gar wenn sie so laut neben einem sind.
Ich machte mich dann fertig und lief langsam los. Bis Richmond sind es irgendwas zwischen 6 und 7 km.
Dort ist das Highlight wenn an dem süßen kleinen Bahnhof die Dampflok durchfährt.
Ich war relativ schnell in Richmond und setzte mich dort in das kleine Bahnhofs Café, für ein zweites Frühstück und beobachtete das Treiben am Gleis.
Plötzlich bewegten die Menschen sich sehr hektisch auf dem Gleis hin und her
Und ich hörte die typischen Geräusche von der Dampflok. Ich habe mich dann brav eingereiht und auch Bilder gemacht.
Als das Spektakel vorbei war und man wieder die Gleise überqueren durfte machte ich mich an den Aufstieg.
Ich weiß nicht wie viele Kilometer es sind an der Straße entlang aber ich weiß dass diese Straße 33% Steigung hat und sich endlos zieht.
Es gibt leider keinen Weg drum rum also heißt es Zähne zusammenbeißen und loslaufen. Vergesst es dass ich zwischendurch gesagt habe meine Kondition wird besser. Zumindest bei dieser Steigung hat sie sich in den Urlaub verabschiedet.
Nach diversen Pausen war ich endlich an einem Abzweig wo ich alternativ ein Stück durch das Moor über einen offiziellen Pfad laufen konnte. Ich sage es mal so der Pfad war stellenweise überhaupt nicht mehr zu finden.
Mir kam eine Familie entgegen und die meinten och du kannst da gefahrlos drüber laufen es ist alles Knochen trocken. Gut versteckte eh schon mittendrin und habe versucht mit dem Handy in der Hand ein Auge auf das GPS Signal und ein Auge auf dem Boden den verlorenen Pfad wiederzufinden. Das hat auch irgendwann dann geklappt und ich bin wohlbehalten an der Straße angekommen.
Der nächste Abschnitt durch das Moor war dann einfacher. Ich hätte ja nie gedacht dass ich mal durch Feuchtgebiete durchgehend total staubig sind. Man Merkt und sieht total dass in dieser Ecke der Regen völlig gefehlt hat.
In Little Beck habe ich in der kleinen Kirche eine Pause eingelegt. Dort konnte man sich Kaffee, Tee oder heiße Schokolade machen. Da hast du allerdings total warm war habe ich nur ein bisschen Wasser getrunken dort. Der nächste Abschnitt folgt dem kleinen Fluss Little Beck durch einen Waldabschnitt und findet seinen Höhepunkt am Falling Foss – einem Wasserfall. Dem leider Gottes für dieses Jahr das Wasser ein bisschen gefehlt hat. Es war trotzdem beeindruckend zu sehen.
Der komplette Kontrast zu dem schattigen Waldpfad ist das Low Moore durch das ich jetzt noch durch muss.
Hier gab es letztes Jahr um diese Zeit ganz verheerende Brände wo auch ganz viele Anwohner evakuiert werden mussten. Die Wanderer sind auch großzügig umgeleitet worden. Jetzt hier so die verbrannte Heide zu sehen und durch die Asche von dem von dem Moor tut schon echt weh. Hier sollte jetzt eigentlich ein Meer in lila zu sehen sein leider ist nur alles schwarz und verkohlt.
Ich kann trotzdem sehen dass die Natur versucht sich zurückzukämpfen gibt immer mal ein paar grüne Flecken dazwischen, das gibt Hoffnung für die nächsten Jahre.
Am Ende von dem Moor stolper ich quasi direkt in die Low Rigg Farm.
Hier möchte ich für heute Nacht bleiben.
Die Besitzerin kam mir sehr fröhlich entgegen und bot mir direkt an dass ich im Honesty Shop auch Eiscreme bekomme.
Das Argument hat mich endgültig überzeugt 😅 und die fehlende Dusche waren nur noch halb so wild.
Ich habe mich gemütlich eingerichtet auf der großen Wiese und andere Camper beobachtet wie sie verzweifelt versuchten ein Zelt aufzubauen. Auf meine Frage ob sie Hilfe brauchen blenden sie dankend ab. Ich kam mit den Jungs später noch ins Gespräch und und sie verrieten mir dass das Zelt brandneu war und sie es zum ersten Mal aufgebaut hatten. Die Entschuldigung lasse ich gelten 😇
Die zwei wollten dann noch ins Pub gehen und ich machte mir noch Abendessen und verkrümmelte mich ins Zelt.
Erkenntnis des Tages: Ein leckeres Eis kann manchmal ein unschlagbares Argument sein.
Tagesetappe: 23,6km
Höhenmeter: 725m

































