Heute morgen hat mich der Sonnenschein geweckt, das machte natürlich Mut für den Tag. Ich gehe heute über den Nine Standards Rigg und dann einmal quer durch das Hochmoor. Früher gab’s da ordentlich nasse Füße und es war gar nicht so einfach zu navigieren. Irgendwo am Horizont sah man ab und zu ein Holzpfahl. Das soll aber mittlerweile alles viel einfacher sein. Ich lasse mich überraschen.
Bei bestem Wetter stehen nämlich erst einmal vier Meilen, natürlich bergauf, an.
Meine Kondition hat tatsächlich eingesehen dass sie besser wird. Das Bergauflaufen läuft etwas flüssiger und mit weniger Pausen. Da bin ich schon total happy drüber.
Das letzte Stück zu den Nine Standards haben sich leider ein paar Wolken gebildet gehabt. Okay, das ist untertrieben, eine riesige Wolkenwand schob sich auf mich zu die bereits im Tal ordentlich Regen abgelassen hat. Die Hoffnung stirbt zuletzt und alle die mit mir aufgestiegen sind hatten genauso wie ich den Gedanken wenn es jetzt im Tal regnet kommen wir vielleicht davon. Es hat immerhin gelangt um eine Pause zu machen und was zu essen, um dann in Windeseile sowohl den Rucksack als auch mich regensicher einzupacken.
Wofür der Nine Standards Rigg – nein große Säulen/Figuren aus Steinen, einmal gebaut worden ist, da gibt es viele verschiedene Geschichten. Eine Geschichte besagt das sind Wächter die oben auf dem Berg stehen und nach Feinden Ausschau halten. So richtig wissen tut es aber auch keiner. Was aber ein Fakt ist man überschreitet hier die Wasserscheide von Großbritannien ab hier läuft das Wasser in die andere Richtung.
Der gefürchtete Moor Teil der jetzt ansteht ist gar nicht mehr so schlimm. Dadurch dass der Coast to Coast jetzt ein National Trail geworden ist wurde die komplette Strecke mit Steinplatten ausgelegt. Das Abenteuer fällt jetzt zwar ein bisschen weg aber dafür gibt es ganz viele Vorteile. Zum einen kann sich das Moor gut erholen, denn vorher wurde die Natur sehr strapaziert durch die ganzen Wanderer (ca 5 bis 6000) pro Jahr.
Es ist schön zu sehen wie schnell sich die Pflanzenwelt erholt hat. Es gibt nur noch eine Strecke durch das Moor und egal wie das Wetter ist die Navigation ist sehr einfach geworden. Einfach immer den Steinplatten folgen. Wer es jetzt noch schafft sich hier zu verlaufen, dem ist nicht mehr zu helfen.
Für die Steinplatten wurde auch so ziemlich alles recycelt was ging. Betonplatten, alte Abbruchplatten und Grabsteine. Das war ein bisschen skurril zu sehen.
Wenn man diesen Teil geschafft hat ist es nur noch ein kurzes Stück bis zur Ravenseat Farm.
Der Regen hatte übrigens auf halber Strecke durch das Moor wieder aufgehört und kam nicht wieder 😎
Passend zu dem Cream Tea den es auf der Farm, immer frisch gebacken gibt. Ich glaube so gut wie kein Wanderer lässt sich diese Chance entgehen. Der Rest des Wegs bis nach Keld folgt einfach nur noch den Fluss Swale.
Die Hälfte der Strecke habe ich geschafft. Das ging auf einmal so schnell! 😱
Auf dem Campingplatz in Keld musste ich zweimal beim Einchecken nachfragen… Da werden die Wanderer allen Ernstes hinter dem Parkplatz ganz oben auf den Grashügel gesetzt. Das heißt jedes mal wenn ich etwas im Zelt vergessen habe sammle ich erneut Höhenmeter! 😵💫
Der Grund dahinter sind diese kleinen biestigen Mücken, Midges genannt. Angeblich kommen die an diese Stelle weniger hin. Das lässt sich noch herausfinden. Ich überlege mir heute Nacht bestimmt dreimal ob ich noch mal aufs Klo muss!
Erkenntnis des Tages: das Moor war diesmal ganz harmlos.
Tagesetappe: 20,7 km
Höhenmeter: 762





























