Heute steht „nur“ eine relativ kurze Etappe an, die es aber trotzdem in sich haben wird. Während wir aus Grasmere rausgelaufen sind beobachten wir das Wolkenspiel über uns. Es war gar nicht schlecht vom Wetter her. Abgesehen von ein paar feinen Tröpfchen die immer mal ihren Weg bis zu uns fanden war es trocken ( von oben) solange man nicht zu dicht an die zahlreichen Farne links und rechts am Weg gekommen ist. Die hingen noch komplett voll mit Regentropfen.
Von Anfang an ging es stetig bergauf und änderte sich den ganzen Weg am Little Tongue Gill entlang auch nicht mehr. Die Höhenmeter wurden nur immer steiler. Franzi wurde bergauf kurz zur Schäferin und „trieb“ eine Mini Herde von drei Schafen vor ihr den Weg hinauf. Irgendwann hatten die Schafe keine Lust mehr und Franzi konnte sie überholen.
Nachdem wir den Grat von House Gap überschritten hatten konnten wir Grisedale Tarn endlich sehen. Einer von ganz vielen kleinen Seen hier im Lake District. Beim Abstieg ans Ufer beobachteten wir tatsächlich jemand beim schwimmen im See 🥶 brr das ist mir viel zu kalt.
Am Ufer des Grisedale Tarn machten wir eine längere Pause und entschieden uns, da das Wetter gut ist, auf der Höhe zu bleiben und noch den Gipfel St Sunday Grag mitzunehmen.
Der weitere Aufstieg war zuerst ganz gut zu gehen, bis es kurz ans klettern ging und dann ging es gefühlt endlos weiter steil nach oben. Nach jeder Kurve tauchte der nächste „falsche“ Gipfel auf bis wir endlich oben angekommen waren. Ganz oben auf dem flachen Plateau von St Sunday Crag auf 841m holten uns die Wolken ein und gaben mir das Gefühl wie auf dem Mond zu sein. Die vielen kleinen Steinspitzen die aus dem Boden ragten und lose verteilt liegenden Steine verstärkten den Eindruck noch.
Die Aussichten die wir zwischendurch sehen konnten waren sensationell.
Der Abstieg runter ins Tal nach Glenridding, am Ufer des Ullswater, zog sich ähnlich lang wie der aufstieg und war stellenweise eine gute Kletterpartie. Wir sind heil mit leicht zitternden Knien unten angekommen. Man kann es kaum glauben aber das letzte Stück Straße nach Glenridding rein zum Campingplatz war fast erholsam unter den Füßen 😄. Laufen ohne ständig schauen zu müssen wo ich die Füße hinsetze, herrlich.
Nach dem Zeltaufbau sind wir noch kurz zurück ins Zentrum um unser Vorräte ein bisschen aufzustocken. Wandern macht hungrig 😁
Nach dem Abendessen gab es noch eine lustige Tauschaktion von unseren diversen Vorräten.
Tausche Nudeln gegen getrocknetes Gemüse 😋
Erkenntnis des Tages: Schafe schauen ganz schön blöd aus der Wäsche wenn sie einen beim wildpinkeln beobachten.
Ohrwurm seit drei Tagen: das Abendlied und Walking on the moon.
Musik kann einen die Berge hochtragen. Mann muß nur im Rhythmus bleiben 😅
Tagesetappe: 15,4 km
Gesamtaufstieg: 1018m




























