Heute ist schon der fünfte Tag auf dem Coast to Coast und ich werde am Tagesende den Lake District verlassen haben. Wow die Zeit fliegt und unsere Zelte auch fast. In der Nacht fing es wieder an zu Regnen, was ja mittlerweile dazugehört, und zu stürmen. Das hat zum einen festgelegt das Franzi und ich keinen Extra Tag hier einlegen für eine Tagestour, zum anderen das wir im laufe des Tages uns voneinander verabschieden werden. Franzi bleibt im Lake District um den Lake Circle zu wandern und ich gehe weiter nach Osten auf dem Coast to Coast. Bis dahin haben wir aber noch Zeit und einige Höhenmeter zusammen.
Von Glenridding aus ging es zuerst durch Patterdale an der Straße entlang. In dem Moment wo wir in Patterdale das letzte Haus hinter uns gelassen hatte ging es vorbei an Meterhohen Farnen … klar natürlich Bergauf. Was auch sonst 😂 An Tag fünf finde ich schon das meine Kondition etwas besser geworden ist beim Bergaufgehen, ich glaube nur meine Kondition weiß das noch nicht oder mag es nicht wahrhaben. Dafür haben sich meine Waden und Pomuskeln ihrem Schicksal ergeben und hoffen einfach darauf dass es bald vorbei ist.
Der Wind bzw die Sturmböen kommen meist seitlich oder von vorne, was Berghoch echt gemein ist, zusätzlich laufen wir genau in den tiefhängenden Wolken herum. Das wird heute nichts mit den schönen Aussichten. Bei dem starken Wind mussten wir echt aufpassen daß er uns nicht irgendwo wegpustet.
Angel Tarn, der See rechts von uns lässt sich zwischendurch nur erahnen.
Der Vorteil ist ja mit den tiefhängenden Wolken, man sieht nicht wie tief es neben dem Weg runtergeht. Der Nachteil man sieht auch nicht wie lange es noch dauert bis man oben ist.
Unsere Pausen bis rauf auf Kidsty Pike verbrachten wir halbwegs windgeschützt hinter diesen typischen Trockensteinmauer, die hier überall entlang laufen. Beim Aufstehen war Vorsicht angesagt das die Windböen einen nicht voll und ganz erwischen.
Oben auf Kidsty Pike auf 780 angekommen haben wir null und nichts um uns herum gesehen. Mehr wie 5 -10 Meter Sicht war nicht drin. Das hat gerade ausgereicht den Cairn am Gipfel zu sehen und jeweils den Anfang von unseren Wegen.
Jetzt war es Zeit das Franzi und ich uns voneinander verabschieden. Ab jetzt geht jede allein weiter.
Bis hierhin hat es echt viel Spaß gemacht und wir hatten eine tolle Zeit zusammen 😁
Franzi bog auf die Highrise Route ab und ich machte mich auf den Abstieg runter an den Uferweg von Haweswater. Je weiter ich nach unten Abstieg um so wärmer wurde es und ich hatte plötzlich Aussicht, wunderbar! Der Abstieg über Kidsty Howe erforderte nochmal volle Konzentration und hatte einige Kletterpartien mit dabei. Auf allen Vieren rumkraxeln hab ich die letzten Tage bereits gut geübt egal ob rauf oder runter 🙈
Unten angekommen blieb der Pfad weiter sehr anspruchsvoll. Es ist leider kein einfacher ebener Weg am Ufer entlang sondern ein schmaler Trampelpfad mit gefühlt 2 Meter hohen Farnen der sehr zugewachsen ist. Entsprechend lange habe ich gebraucht bis ich endlich Burnbanks und das Ende von Haweswater erreicht hatte.
Der Finale Weg bis nach Shap schaut Landschaftlich komplett anders aus. Weite Ebenen und viel Viehweiden. Zum meinem absoluten Schrecken musste ich durch eine Kuhherde durch. Da es zusätzlich noch bergauf ging, war das schnelle und Selbstsichere durchlaufen dezent gemindert 😵💫 Die Kühe haben mich ignoriert worüber ich ganz glücklich war.
Kurz vor Shap Abby hab ich mich tatsächlich noch vertüddelt … Die Schilder waren total irreführend. Es hat mich sehr beruhigt das ich nicht allein falsch gelaufen bin an der Stelle. Endlich in Shap angekommen bin ich nur noch ins Kings Arms Pub reingefallen und hab nach einem Platz für mein Zelt gefragt. Außer mir standen noch ganze zwei Zelte auf der riesigen Wiese.
Der Zeltaufbau geht immer schneller und die heiße Dusche hat soooooo gut getan.
Nach dem Abendessen hab ich noch mit einem mit Wanderer ein Bier getrunken und dann war Schluss für den Tag.
Erkenntnis des Tages: Irgendwann kommt man auch ans Ziel, manchmal dauerts länger 😉
Tagesetappe: 29,5km
Höhenmeter 1.363 gesamt





























Wie immer wunderschöne Bilder einer echt herausfordender Tour.
Aber du bist ja noch jung und fit! Wenn du erstmal ’nullst‘ wird alles anders 😉
Weiter einen guten Weg bei viel Sonnenschein!
Liebe Grüße, Gitta
LikeLike
Dankeschön 😊
Die Landschaften sind super abwechslungsreich und es macht einfach Spaß zu laufen und die Veränderungen zu sehen.
LikeLike