Ein ganz vorsichtiger Blick heute morgen aus dem Fenster zeigte zu meiner Freude, eine fast trockene Straße und kaum Wolken am Himmel. Es war noch so früh das der ein oder andere Stern noch am Himmel zu sehen war.
Frühstück gab es noch in der Alberge und dann war es hell genug um loszuziehen. Der Weg führte durch viele kleine Orte die wie ausgestorben wirkten. Nach ein wenig grübeln fiel mir auf… Ja früher Vormittag und unter der Woche ist bei uns auf den kleinen Dörfern auch nichts los. In Cobreces entschieden wir uns für die Variante am Strand entlang und machten dort unsere Mittagspause. Von hier bis Comillas war es „nur“ noch ein „Katzensprung“ von etwa 10km 😂
Der Strand dort war sehr schön allerdings mit ordentlichem Wellengang. Die eine kam überraschend schnell auf mich zu. Der hechtsprung, zum Glück ohne Rucksack der war schon in der Pension, rettete mich nicht ganz. Die eine Hosenseite hat gut was ab bekommen. Macht nichts! Die Sonne scheint und es ist warm da trocknet die fix wieder ab. Meine Füße haben mir allerdings das nasse Wetter von gestern nicht so ganz verziehen und ich bin froh das wir uns jetzt nur noch zum Waschsalon, Strand und Bar bewegen. Die Bar Bar ist in direkter Nachbarschaft und bietet gutes Essen an. Mehr brauche ich heute nicht.

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Positiv am Morgen war definitiv das Frühstück. Gestern Abend wurde gemeinsam eine Uhrzeit zum aufstehen vereinbart und entsprechend dann die Frühstückszeit festgelegt. Wir wren uns schnell einig 6:30 Uhr aufstehen und ab 7:00 Uhr gibt es Frühstück.
So ein entspanntes und gemütliches miteinander hab ich noch auf keinem Camino erlebt. Fast alle saßen beim Frühstück zusammen tauschten sich aus und keiner verbreitete Hektik.Vom sehr gemütlichen Frühstück abgesehen war der restliche Tag sehr ungemütlich.
Die gestern erklärten Abkürzungen haben wir alle gefunden was auch ganz gut war denn das Wetter war heute einfach furchtbar. Heftige Regenschauer, Gewitter und ordentliche Windböen haben uns ordentlich zugesetzt
Anfangs ging es noch halbwegs mit dem Regen bis Boo de Pielagos zur Bahnstation war es ein leichter stetiger Regen. Nach der Bahnfahrt, nur eine Station um eine gefährliche Brücke zu überqueren, hörte es kurz sogar auf zu tröpfeln. Das Glück hielt nicht lange an und es schüttete von jetzt auf gleich wie aus Kübeln und das nicht nur einmal an diesem Tag. Meine Schuhe, eigentlich echt gut bei Regen, liefen von oben durch den starken Regen einfach voll. Dafür hat die Regenjacke durchgehalten was mich positiv überrascht hat. Zum abtropfen und ein zweites Frühstück stolperte nach und nach die Pilgerschar in die erste offene Bar am Weg. Fast trocken ging es in einer kurzen Regenpause weiter um gleich in den nächsten Schauer zu kommen. Ich hatte das Gefühl das sobald meine Hose fast wieder trocken war es ein Signal gab und die Schleusen am Himmel sich öffneten. Völlig fertig kamen wir in Santillana del Mar an und stolperten die Tür ins Convent rein, dort gi t es Zweibettzimmer für die Pilger. Eine schöne abwechslung zu den großen Schlafsäalen der letzten Tage und ess hat die heiße Dusche gut getan.
Durch das Wetter hatten wir Santillana according del Mar in Rekordzeit erreicht und so am Nachmittag „Freizeit“. Was macht man als Pilger dann mit der Zeit? Klar die Beine etwas vertreten und einem Spaziergang zu den Sehenswürdigkeiten. 😇
Die Höhle von Altamira, eine Nachbildung, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nur zwei Kilometer den Berg rauf und später wieder runter ist doch ein Klacks. Zurück im Convent war bal Zeit zum Abendessen das war wieder sehr lustig und ging Kreuz und quer durch die Sprachen. Das hat den regnerischen Tag wieder etwas ausgeglichen. Wir konnten fast schon drüber lachen. -
Für heute war schon klar das es der letzte Tag zu viert sein wird. Das Pärchen aus dem Ruhrpott kommt nur noch bis Santander mit und muss sich in zwei Tagen auf den Weg nach Hause machen. Frühstückszeit war passend zum Sonnenuntergang und war wunderschön zu beobachten da die Herberge oben auf einem Hügel ist. Gestern vor dem Abendessen wurden uns die drei Möglichkeiten nach Santander zu kommen erklärt. Schnell war klar wir gehen den schönen direkt an der Steilküste entlang, der mit 15km auch die längste Variante ist. Der Blick von einer Bucht in die nächste war klasse! Der schmale Weg wurde ganz oft auf der einen Seite von einem Maisfeld begrenzt. Auf der anderen Seite trennte nur eine kleine
Brombeerhecke den Weg vom Abhang. Augen auf beim geradeaus laufen, sag ich da nur.Relativ zügig erreichten wir den Strand von Somo und klar, es ging barfuß bis fast zum Ende durch. Das ist Kneippkur, Peeling und gleichzeitig Entspannung für die Füße und gleicht den vielen Asphalt fast wieder aus. Von Somo aus geht es mit der Fähre nach Santander rüber. Von jetzt auf gleich sind wir mitten im Stadtgetümmel und irgendwie direkt überfordert. Den Caminoschilder folgend sind wir zusammen zur Pilgerherberge um dort einen Stempel für unsere Credenciale zu holen. Da die Kathedrale über Mittag geschlossen ist verabschiedeten wir uns nun voneinander. Das Paar aus dem Ruhrpott muss hier Schluss machen da der Urlaub fast zu Ende ist. Jetzt sind von den vier Musketiere zweie noch übrig die tapfer weiter laufen werden, vorerst.
Etwa 9 km nach Santander steuerten das Mädel aus der Hamburger Ecke und ich die Herberge in Bezana an. Wir waren uns erst nicht sicher ob wir überhaupt noch zwei Plätze bekommen da die Herberge offiziell nur mit 14 Betten ausgestattet ist. Es war noch genug Platz vorhanden und die Herberge einfach knuffig ganz zu schweigen von der Herbersmama. Es war wie den Abend zuvor ein wunderbarer gemeinsamer Abend. Komplett anders viel kleiner, kuscheliger und sehr familär. Superlustig war die Aktion vor dem Essen. Auf ansage mussten alle ihr Handy abgeben und sie wurden am Kopfende der Tafel gesammelt. Ich dachte schon ok das gibt einen „Handyfreien“ Tisch beim Essen. Weit gefehlt die Herbersmama machte in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit mit jedem Handy ein Gruppenfoto von allen uns sorgte sogar dafür das alle zu sehen waren. Verstecken war zwecklos 😅
Dann hieß es auf die Teller fertig los. Der anschließende Abwasch ging Hand in Hand und war fix erledigt. Für die morgige Etappe gab es noch eine lange Erklärung wo wir wie am besten langgehen um nicht 40 sondern „nur“ etwa 23 km bis Santillana del Mar laufen müssen. Abkürzungen sind prima und eine Station mit dem Zug fahren zeugt von kreativer Wegfindung. 😂
Ich bin gespannt ob das morgen wirklich alles zu finden ist was da erklärt wurde. -
Die kurze Nacht steckte allen in den Knochen als wir am frühen Morgen aufbrachen. Zu allem überfluss fing es auch noch an zu regnen. Das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Am Strand teilten wir uns auf zweie sind an der Straße entlang ich hatte mich entschieden über den Berg zum anderen Strand Richtung Noja zu gehen. In begleitung von einem Mädel aus der Hamburger Ecke flogen wir fast den „Berg“ rauf. Die Aussicht war wie immer genial. Ein sehr schmaler, sandiger und steiniger Pfad führte relativ nah am Rand über die Kuppe. Der Farn war stellenweise Schulterhoch und mit Brombeersträuchen durchzogen. Ein paar Kratzer hatte ich mir den Vortag schon geholt und ich war der Überzeugung das es nun noch ein paar mehr sind. Wieder heil unten angekommen zeigte ein kurzer Blick auf die Beine, alles gut. Das Lambadatanzen um den Dornen, Brennnesseln und sonstigem kratzigen Zeugs auszuweichen sah zwar etwas etwas seltsam aus war dafür erfolgreich. Barfuß im weichen Sand am frühen Sonntag morgen… saukalt an den Füßen aber schööön!
Ab Noja ging es wieder viel an der Straße entlang. Die Landschaft um uns herum war abwechslungsreich genug das um uns abzulenken. In Güemes angekommen suchten wir die anderen an der Herberge. Die waren bereits in der anderen im Ort angekommen was für uns beudeute noch etwa anderthalb km weiter zu gehen. Dort angekommen gab es direkt ein gemeinsames Mittagessen widerstand war zwecklos. 😅
Bis zum gemeinsamen Abendessen war jetzt viel Zeit und die verbrachten wir mit quatschen, ausruhen Wäsche waschen. In der Herberge waren für diese Nacht 85 Pilger aus 22 Ländern zusammen gekommen. Einfach nur Irre! -
War das eine entspannte und ruhige Nacht im Zelt. Recht frisch irgendwann da es zusätzliche Decken gab war das aber kein Problem. Wir starteten nach dem ausgiebigen Frühstück relativ spät in den Tag. Dieser Tag sollte wieder sehr viel Straße auf der ersten Hälfte der Tagesetappe beinhalten. Ich würde ja selbst gerne etwas anderes schreiben aber aktuell ist es leider einfach so. Da es einige Alternativen gibt suchten wir uns die kürzeste Option aus. Nicht schön so an der Straße entlang dafür kommen wir recht zügig voran und als „Entschädigung“ wartet ja ein Kilometer langer Strand auf uns. Für mich etwas überraschend änderte sich der Weg auf einmal von einer breiten Straße zu einer Schotterpiste um zu einem schmalen steinigen Pfad zu werden. Das war wieder richtig schön und es machte mir kaum etwas aus das es steil Bergauf ging. Die Aussicht war super und ein paar Adler hab ich wieder gesehen. Von hier oben war der endlose Strand von Laredo schon zu sehen.
Schuhe aus und ab über den Strand mit den Füßen ins Wasser und bis ans Ende folgen. Das war der Plan und wurde direkt umgesetzt… nach dem Mittagessen 😅
Ganz am Ende von dem Strand sollte es eine Fähre nach Santona geben. Ein Schild zeigte auf eine leere Stelle und wir waren erstmal etwas Ratlos. Es kamen nach und nach immer mehr Leute und ein kleines Boot steuerte genau diese Stelle am Strand an. Fasziniert beobachtete ich wie die Fähre einfach auf den Sand auflief eine Treppe Ausfuhr und erst die Leute ausstiegen um dann die wartenden mitzunehmen.In Santona war extrem viel los und eine Masse an Menschen unterwegs. In der Herberge wurde beim Check-In erklärt heute ist ein Fest in der Stadt von daher ist es egal mit der Bettruhe. Was das genau bedeutete merkten wir als es los ging. Gegen halb elf dröhnte ein Abba Medley auf dem Plazza los. Dort war eine große Bühne aufgebaut und die Party begann. Der Bass war so stark das die Fenster klirrten und die Betten vibrierten inklusive Discolight. Es war trotz geschlossenen Türen und Fenstern so laut als ob mein Bett direkt auf der Bühne steht. Gegen vier Uhr in etwa war die Party zu Ende und die Müllabfuhr fing mit dem aufräumen an. Definitiv eine interessante Erfahrung 🙈
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