So wie der gestrige Lauftage aufhörte fing er heute gleich wieder an. Zurück auf die Asphaltpiste. Neben und unter der Autobahn entlang und das am frühen Morgen. Frisch war es auch noch und ein leichter Regen zog über die Pilgerschar hinweg. Die Stimmung unter uns war trotzdem ausgelassen vielleicht schon leicht ins alberne gehend… es könnte auch Galgenhumor sein. Da die Straße kein schnelles Ende nehmen sollte. Endlich in Castro Urdiales angekommen machten wir eine Frühstückspause mit Blick auf den Hafen und das Meer. Immer weiter führte der Weg an der Küste entlang. Die Aussicht war sehr schön aber immer noch zu viel Asphalt. Als der Weg auf einen steinigen unebenen Trampelpfad abbog atmete fünf Pilger und ihre Füße zeitgleich auf. Das Stück war für meinen Geschmack viel zu kurz brachte uns aber fast bis vor die Tür zum Campingplatz in Islares. Passend zur Mittagszeit. Während dem Essen schauten wir welche Möglichkeiten wir es für den Tag an Herbergen und weiteren Unterkünften haben. Diese sind sehr sehr eingeschränkt. Eine kleine Herberge noch einen Ort weiter und theoretisch hier ein Hotel das nicht erreichbar ist. Ein Blick in den Pilgerführer zeigte das der Campingplatz zelte für Pilger für die Nacht anbietet. Auf Nachfrage zeigte sich es ist Platz und wir bezogen kurz darauf einen kleinen Palast. Ein großes festes Zelt mit zwei Schlafkabinen und festen Betten. Der Vorraum war ausgestattet mit Kühlschrank, Mikrowelle, einem Tisch und ausreichend Stühlen. War das toll einmal den Rucksack komplett auszuräumen und den Inhalt queerbeet zu verteilen 😁
In Ruhe Duschen, Wäsche waschen und dann noch ein wenig den Strand genießen was will das Pilgerherz noch mehr.
Gegen 22:00 Uhr war es fast komplett ruhig auf dem Platz und wir sagten uns bald gute Nacht.

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Das Guggenheim Museum war schon alleine von außen sehr beeindruckend und dieses Spinnentier vor dem Eingang tatsächlich faszinierend. Definitiv spaßig zu fotografieren. Innen war das Museum wenigstens genauso beeindruckend wie von außen. Am besten hat mir die Installation im Erdgeschoss gefallen. Spiralen und Wellen geformt aus dicken rostigen Stahlplatten die gegenläufig geformt waren. Die Dimensionen sind schwer zu beschreiben es war in jedem Fall so groß das zwei Erwachsene bequem aneinander vorbei laufen konnten und mindestens 3 m hoch. Abgeschreckt von dem vielen Asphalt nach Bilbao rein tingelten wir langsam zur Metro um den weiteren Weg raus aus der Stadt abzukürzen. Mein Schrittzähler zeigte zu dem Zeitpunkt schon über 12.000 Schritte an passt also 😏. Später stellte sich heraus das es eine sehr gute Idee war. Von Portugalete bis Pobena erwarteten uns ca 12 km reine Asphaltpiste. So weh haben mir die Füße noch nicht mal annähernd nach den fast 30km an den ersten Tagen weh getan wie bei der Ankunft in Pobena. Zu allem überfluss war die Herberge bereits completo also voll. Der Galgenhumor war bereits in vollem gange und so versuchten wir zu viert einen Platz für die Nacht zu finden. Unter einer Brücke war eine der Optionen da es immer mal wieder anfing zu regnen. Bei einer Runde Tequila kam die erlösung in Form einer Reservierung in der nächsten Herberge ca. 6 km weiter. Natürlich auch wieder auf Asphalt. Der herzliche Empfang in der kleinen und rappelvollen Herberge machte die Strapazen wieder wett.
Ein paar extra Flaschen Wein zum Abendessen raten ihr übriges und es war ein wunderbarer Abend. Punkt 22:00 Uhr lagen alle in den Betten und der Herbergsvater wünschte eine gute Nacht und machte das Licht aus. -
Die große Herberge war wesentlich ruhiger als erwartet und so war ich gut ausgeschlafen für den Start in den Tag. Das ist ganz gut denn aus einer Stadt raus zu navigieren ist für mich immer wieder eine Herausforderung. Die gelben Pfeile und Wegweiser können sich gelegentlich gut verstecken. Nach Gernika ging es abwechslungsreich weiter Richtung Bilbao. In Larabetzu einem süßen kleinen Dorf machten wir Mittagspause. Von hier bis Bilbao in die Stadt rein sind es noch 13 km. Hier war schon so ein wenig der Gedanke da den Weg in die Stadt mit dem Bus etwas abzukürzen. Die nächsten fünf sechs km bis Lezama führte vorbei an vielen Häusern und mehr oder weniger angelegten Gärten, leider nur noch auf Asphalt und Betonwegen. Das ist auf Dauer recht hart für die Füße und so war die Entscheidung in Lezama an der Bushaltestelle schnell getroffen. Die Busfahrt war recht rasant und ich froh am Bahnhof in Bilbao aussteigen zu können. Vom Bahnhof aus sind wir queer Beet durch die Innenstadt zur Herberge. Die angepeilte Kirchliche Herberge war oben auf dem Berg und erreichbar über eine laaaaaange Treppe. Der Hospitalero ist total knuffig und die Herberge zwar recht einfach aber ruhig und schön gelegen. Die frühere Ankunft in Bilbao hat mir jetzt schon die Gelegenheit gegeben mir eine neue lange Hose zu kaufen. Beim großen Sportladen mit dem blau/weißen Schriftzug habe ich die letzte Ziphose in meiner Größe bekommen. Sie ist minimal anders geschnitten, etwas länger und schmaler. Jetzt darf ich nur nicht wieder die Hosenbeine verbaseln.
Morgen früh möchte ich mir noch das Guggenheim Museum ansehen ehe es zurück auf den Camino geht. -
In der Nacht wurde es irgendwann recht frisch und so hat meine Wahl mit dem warmen Schlafsack bereits seine Berechtigung gefunden. Durch das erste gewusel im Raum am frühen Morgen geweckt, hatte ich noch die Chance den Sonnenaufgang auf der Terrasse mit meinen Kaffee zu genießen. Ein sehr schöner und gemütlicher Start in den Morgen.
Ich erwähne nicht mehr das es diverse male Bergauf ging. Spannend war eine megalange Holztreppe die Bergab führte.
Sobald die Sonne richtig raus ist und die morgendliche frische vertrieben hat wird es beim laufen warm genug das ich die Hosenbeine ab mache und in kurzen Hosen weiterlaufe. Das passt dann über den Tag ganz gut so und meine Beine haben die Chance ein bisschen Farbe zu bekommen auch ohne Strand. 😉Die heutige Etappe beendeten wir nach einem relativ kurzen Tag mit nicht ganz 20 km in Gernika. Für heute hatte es einfach gelangt und diverse Füße und Knie brauchten einfach eine Pause. Zuerst gab es gemütlich einen Café con Leche mit Pinchos in der Innenstadt bevor wir zur Herberge sind.
Beim Check In Würde und erklärt das die Rucksäcke und Schlafsäcke nicht mit ins Zimmer dürfen (die Schuhe sowieso nicht) und ausreichend Decken und frische Bettlaken auf den Betten bereit liegen.
Am Spind überlegte ich was ich brauche und kramte im Rucksack herum. Als ich der Meinung war alles zu haben registrierte ich das etwas fehlt. Um sicherzugehen stellte ich den Rucksack komplett auf den Kopf und fing laut an zu lachen. Keine Ahnung wie ich es geschafft habe aber irgendwo im Laufe des Tages habe ich meine Hosenbeine verloren. Neugierig warum ich so am lachen bin schauten meine Mitpilger um die Ecke und mussten gleich mitlachen. Anscheinend hatte ich sie nicht in den Rucksack gepackt sondern außen nicht richtig angebändelt.
Ich kann mich darüber noch nicht mal ärgern ich muss einfach nur drüber lachen.
Solange es bedeutet das für diese Tour meine Kamera „sicher“ ist kann ich mit der jetzt nur noch kurzen Hose leben. 😁😇 Noch am Rande erwähnt, ich hatte heute überlegt ob ich mir nicht doch noch eine kurze Hose zusätzlich kaufe, jetzt wird es halt eine lange. Bis Bilbao muss das Wetter halt warm bleiben dann passt das schon. -
Ach ja da hatte ich mich gestern definitiv zu früh gefreut. „Murphy’s Gesetz des Wanderns“ belehrte mich eines besseren und es ging natürlich zu begin des Tages als erstes Bergauf. Dafür war die Luft klar und frisch durch den Regen der in der Nacht so schön einschläfernd auf das Herbergsdach geprasselt ist. Der Regen brachte zusätzlich große schlammige Pfützen auf den Waldwegen. Die konnten gut umlaufen werden und so blieben die Füße trocken.
Es lief am Vormittag richtig gut und so kamen die aktuell „üblichen“ Verdächtigen passend zum Mittagessen in Markina – Xemein an. Ich hatte beim Stöbern im Reiseführer gesehen das es etwa 7 km weiter in Zenarruzza wieder eine Herberge in einem Kloster gab. Da es noch früh genug war wollte ich dieses Stück noch weiter gehen. Das war die absolut richtige Entscheidung gewesen. Zu dritt ging es weiter … Bergauf und Bergauf und gelegentlich ein Stück Bergab um gleich wieder Bergauf zu gehen bis zum Kloster. Es ist ein Zisterzienserkloster und die Pilger sind eingeladen am Stundengebet und der Morgenmesse teilzunehmen. Zum Stundengebet sind fast alle Pilger in die Kapelle mitgegangen. Auf dem Weg dahin wurde die „Parole“ ausgegeben wenn einer sein Handy nicht im Flugmodus bzw. aus hat gibt es kein Abendessen für die Pilger. Ob das von den Mitpilgern oder wirklich von den Mönchen kam konnte ich nicht nachvollziehen es war aber mucksmäuschen still in der Kapelle und eine tolle Erfahrung.
Direkt im Anschluß wurden zwei von den Männern ein großer Topf in die Hand gedrückt und in den einen Herbergsraum geschickt. Dort wartete ein gedeckter Tisch auf uns. Es war ein einfacher Eintopf mit spannender Zusammenstellung. Nudeln, Reis, Linsen diverses Gemüse und ein wenig Speck dazu Brot und Wasser. Lecker und reichlich!
Auf der großen Terrasse saßen wir noch lange zusammen und sahen nach und nach die Sternlein aufleuchten.