Die Themse habe ich heute morgen noch überquert und dann leider schon wieder verlassen. Ich werde sie erst in London wieder sehen.
Einer der ersten Wegweiser hat angesagt dass ich laut offiziellen Quellen nur noch 45 km vor mir habe. Diese Angaben sind immer mit Vorsicht zu genießen, zum einen glaube ich dass sie großzügig abgerundet sind und es werden die Wege zu den Unterkünften überhaupt nicht berücksichtigt. So können aus einer 22 km Etappe ganz schnell 29km werden.
Zur Abwechslung bin ich heute nicht über irgendwelche Golfplätze gelaufen dafür über eine Pferde Rennstrecke. 😱 Unter der Woche sind zum Glück selten Rennen.
Gestern bin ich noch durch einige Ortschaften gekommen, heute ist es nur Natur pur. Entsprechend hatte ich mich mit Proviant eingedeckt und beim Wasser aufgestockt. Das war gar nicht so nötig gewesen, denn hier gibt es einige Wasserstellen auf die man jederzeit zugreifen kann.
Landschaftlich kam ich mir plötzlich vor wie in der Toskana. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und leuchtend weiße Wege (von dem Kalkstein Untergrund). Nur die Temperaturen haben nicht ganz gestimmt. Der Wind ist echt kalt!
Der Weg war breit und sehr eindeutig zu sehen über Kilometer, langweilig war es trotzdem nicht ich hatte wieder tierische Begleitung von Eichhörnchen, Rotmilane, Raben ohne Ende, Rebhühner die aufgeschreckt vor mir lang gelaufen sind und ein Mäuschen dass mich neugierig angeguckt hat aus einem Holzstamm. Es gab außerdem eine Menge Pferdeturnierplätze und den ein oder anderen historischen Platz zum besuchen. Wie zum Beispiel den Scutchamer Knob eine runde Begräbnisstätte die aus der frühen Eisenzeit stammt.
Unabhängig von der ganzen wilden Welt der Tiere hab ich mal wieder einen konstanten Ohrwurm der mich schon die ganzen Tage begleitet. „Fields of Gold“ von Sting … Immerhin hab ich dadurch gelernt das im Text mit den „Fields of Barley“ gar kein Ort gemeint ist sondern das Gerstenfeld. 🙈 Das leuchtet zu dieser Jahreszeit noch grasgrün und nicht golden.
Meinen englischen Wortschatz hab ich mindestens um ein, zwei Vokabeln erweitert in diesem Urlaub 😅
Ich hatte ja schon erwähnt dass es schwierig ist mit den Unterkünften und die Wege dorthin. Das macht nicht so viel Spaß an den Landstraßen lang zu laufen, für heute habe ich mir eine Unterkunft in in Wantage ausgesucht und um nicht an der Schnellstraße lang zu laufen bin ich auf einen anderen Wanderweg gewechselt. Der hat mich zumindest noch durch einen Ort durch gelotst wo das Café leider schon geschlossen hatte.
Ich hab einfach eine ausgedehnte Pause in der Kirche gemacht. Von hier war es dann nur noch ein kurzes Stück bis zum Bear Hotel mitten in Wantage.
Mein Zimmer ist im zweiten Stock und ich war so fix und fertig dass ich freiwillig den Aufzug genommen habe. 🙈
Mir ist das noch nie so richtig aufgefallen aber viele Hotels oder Unterkünfte haben kein Zimmernummer 13. Beim Einchecken habe ich den Schlüssel 12A in die Hand bekommen. Also bin ich einen endlosen Flur entlang gelaufen um an der Tür Nr. 12 stehen zu bleiben wo der Schlüssel natürlich nicht gepasst hat, denn ich hatte ja Zimmernummer 12A. Auf der nächsten Tür stand dann schon die Nummer 14. 😂
Das Zimmer war klein und knuffig und hat mir nicht viel Platz zum Bewegen gelassen. Ich wollte hier eh nur schlafen, bewegt hab ich mich schon genug für heute. 😇
Nach der heißen Dusche habe ich mich noch kurz im Ort umgeschaut und dann zum Abendessen meine ganzen Reste verputzt die ich noch dabei hatte.
Morgen früh lasse ich mich auf jeden Fall mit dem Taxi nach oben zurück zum Ridgeway fahren. Die fünfeinhalb km die Straße hoch spare ich mir.
























