• Kurz bevor Steffi und ich in den Urlaub gestartet sind, gingen die Unruhen in Paris schon los und griffen bereits auf andere Städte über. Wir hatten die Situation die ganze Zeit über beobachtet und nach kurzer Nachfrage bei Einheimischen beschlossen, wir überspringen Paris und fahren ein gutes Stück schon weiter. Da unser Dartpfeilmethode schon die letzten drei Urlaube wunderbar funktioniert hat, warfen wir ihn diesmal auf Chartres. Um unserem diesjährigen Muster treu zu bleiben, läuft hier ein Jakobsweg entlang und der Campingplatz liegt dicht an der Innenstadt und an einem kleinen Fluss. Meine gesammelten Mückenstiche kann ich schon nicht mehr zählen 🤪 
    Die Fahrt lief bis auf um Paris herum sehr entspannt, nach  gefühlten hundert Autobahnwechseln kreuz und quer hatten wir Paris hinter und Chartres vor uns.
    Am Campingplatz angekommen gönnten wir uns zur Abwechslung eine festes Zelt mit Stehhöhe und festen Betten 😁 das muss ab und zu sein. Der Campingplatz ist superschön und liegt direkt am Camino. Bei einer kurzen Einkaufsrunde beim Supermarkt um die Ecke begrüßte uns direkt eine aus Holz geschnitzte Jakobusfigur.
    Auch in der Stadt selbst ist der Camino nicht zu übersehen. Wir sind heute erst spät in die Stadt gelaufen, da wir mit dem Festival der Lichter geliebäugelt hatten. Das beginnt mit Einbruch der Dämmerung, aktuell etwa 22:30. Wir streiften kreuz und quer durch die wirklich süße Altstadt und entschieden uns endgültig zu bleiben bis die Kathedrale angestrahlt wird. Die Zeit bis dahin vertrieben wir uns mit einem leckeren Aperol. Damit ging das Fotografieren gleich nochmal besser 🤪 Die Lasershow an drei Seiten der Kathedrale war der absolute Wahnsinn. Es wurden komplette Geschichten erzählt, von dem Bau der Kathedrale, den Heiligen und Schutzpatronen und diverse weitere. Wir vertüddelten uns zeitlich komplett und sind erst weit nach Mitternacht zurück zum Zeltplatz. Zum Glück hatte der gute Mann an der Rezeption direkt darauf hingewiesen, dass der Weg zurück zum Campingplatz während dem Festival nicht beleuchtet ist. Wir sollten Taschenlampen mitnehmen da der Weg sehr dunkel, und das Wasser noch recht kalt sei … Ich möchte nicht wissen wie viele Fußgänger schon baden gegangen sind, dass diese Warnung nötig ist 🙈

  • Gestern Abend hatten wir uns noch ein wenig mit dem Moselcamino beschäftigt und beschlossen, dass wir soweit an der Mosel und dem Kanal dem Camino folgen bis wir am letzten Fähranleger sind, um damit gemütlich in die Innenstadt zurück zu fahren. Da wir durch die Zivilisation – quer durch die Stadt – nur für etwa 7-8 km unterwegs sind brauchen wir außer was zu trinken und unseren Kameras eigentlich nichts, dachten wir zumindest 🙄 Aus einem reinen Bauchgefühl heraus, packte ich Last Minute noch die restliche Schokolade und eine kleine Tüte Chips in meinen Rucksack bevor wir los gingen. Wir liefen zu unserem Einstiegspunkt an einer Brücke und folgten lauten Anfeuerungsrufen dem Ufer entlang. Gestern und heute findet ein Triathlon statt, dementsprechend liefen wir Slalom durch die diversen Zuschauer bis der Weg uns aus der Menge rausführte. Schnurgerade, immer am Kanal entlang, durch meistens einen Grünen Tunnel, Aussichten werden überbewertet, liefen wir bis die Socken qualmten und ein leichtes Hungergefühl sich zaghaft bemerkbar machte. Mittlerweile hatten wir zwar nicht die Zivilisation verlassen aber jegliche Einkehrmöglichkeit wortwörtlich hinter uns gelassen. Soviel zum Thema wir brauchen heute nicht viel mitnehmen 🙈. Die Schokolade (nicht alles auf einmal) gab uns neuen Schwung für den Rest am Kanal entlang, ehe es auf lauter kleine Inseln in der Mosel langsam zurück in Richtung Stadt ging. Der Fähranleger kam langsam in Sicht, wir mussten nur noch die Autobahn über-und unterqueren und schon war das Ende unserer heutigen Tour in Sicht … dachten wir …
    Natürlich musste es so kommen 🥴 Wir standen mitten in der Wallachei, die Mägen auf Halbmast und das Schild am Fähranleger sagte: Sonntags Ruhetag! Ich glaub’s ja nicht! Leicht gefrustet setzten wir uns auf eine Bank im Schatten und verputzen den Rest Schokolade und die Minitüte Chips. Ein opulentes Mahl 🙈🤦🏻
    Es blieb uns nichts übrig, egal wie sehr wir am schimpfen waren, wir mussten zurück in die Stadt laufen. Das war nichts mit der kleinen Runde und dem Bootfahren. Der Schrittzähler sagte jetzt schon fast 10 km, wir kommen also wieder auf mindestens 20 km heute. Genug gemosert, im „Eilschritt“ flogen wir fast über den flachen Radweg zurück in die Innenstadt von Metz. Am St Jaques Platz hatten wir eine Crêperie entdeckt und es gab endlich etwas zu Essen 😋🤤 und spätestens jetzt konnten wir schon wieder über die ganze Situation lachen 😉.

  • Das Aufstehen fiel heute morgen eeeetwas schwerer, hola die Waldfee, ich muss mich erst warmlaufen die Muskelmieze hat keine gute Laune. OK, es war auch leicht ungeschickt untrainiert gleich mit fast 30 km anzufangen. 🤷
    Heute wird es definitiv weniger. Gestern haben Steffi und ich einen Plan – ja einen Plan, nicht lachen – für die nächsten drei/vier Tage ins Auge gefasst. Wegen den anhaltenden Unruhen in Paris und anderen Städten in Frankreich wird unser nächster Stopp in Grenznähe sein. Um unserem neu gefundenen Thema für diesen Urlaub treu zu bleiben, geht es  jetzt nach Metz, denn dort läuft ebenfalls ein Camino am Fluss entlang 😁 Jetzt ist die Mosel an der Reihe. Ein Campingplatz ist ebenfalls direkt im Zentrum an der Mosel, also nix wie los. Nach dem Frühstück und der heißen Dusche motzte mein Muskelkater gleich viel weniger und wir packten unsere sieben Sachen zusammen und fuhren los. Die Strecke war gut zu fahren und nach knappen 300km waren wir am Ziel.
    Das Einchecken am Campingplatz ging flott und genauso schnell der Aufbau von Zelt und extra Dach als Regenschutz. So toll sah das Wetter leider gerade nicht aus. Das hielt uns trotzdem nicht davon ab direkt in die Altstadt von Metz los zu laufen. Uns war nach der Autofahrt nach Bewegung. Beim Einchecken wurden wir gebeten auf uns acht zu geben und bitte jeglichen Demonstrationen großzügig aus dem Weg zu gehen. Die Unruhen sind leider schon bis hierher gekommen. Nun gut wir machen das Beste aus der Sache und gehen jetzt gelbe Muscheln suchen und die Altstadt genießen. Kaum sind wir am Rand der Altstadt, begrüßt uns ein alter umgebauter Bus mit einer riesengroßen Muschel und dem Hinweis – Santiago de Compostela. Bei näherer Betrachtung war das ein kleines Café und auf den dritten Blick war es ein Deutscher, der auf diese Weise in Etappen nach Santiago unterwegs ist. Sehr cool, bei einem Cappuccino unterhielten wir uns ein wenig und bekamen für heute unseren ersten Pilgerstempel. Wir verabschiedeten uns bald und gingen weiter zur Kathedrale. Direkt neben der Kathedrale liegt eine Markthalle, mit einem Blick von uns beiden auf die Öffnungszeiten sind wir zuerst in die Markthalle und erstanden mit Händen, Füßen und viel Zeichensprache lecker Käse, Brot und Salami für unser Abendessen. Dann ging es wirklich in die Kathedrale. Was ein Wahnsinnsbau! Die Größe haut einen einfach um. Wir schauten uns eine ganze Weile um und holten uns am Souvenir Stand einen weiteren Pilgerstempel. Morgen wollen wir an der Mosel eine Etappe laufen. In welche Richtung schauen wir, wenn es soweit ist 😂
    Wir schlenderten ein wenig weiter durch die Altstadt und dann gemütlich zurück zum Campingplatz. Der Hunger hatte gesiegt. Gemütlich lassen wir den Abend bei einem Glas Wein ausklingen.

  • Nachdem es in der Nacht ordentlich geschüttet hat, fing der Morgen leicht frisch an. Unbeeindruckt vom Nieselregen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Dom, wir wollten uns noch einen Pilgerstempel holen, den hatten wir gestern erspäht aber nichts dabei gehabt wo wir die nächsten Tage Stempel von Camino sammeln wollten. Ich hatte noch mein Skizzenbuch vom letzten Camino in Spanien dabei und will das weiter nutzen. Steffi hat erfolgreich ein schönes Blancobüchlein geshoppt. So stand unserem Tag auf dem Moselcamino nichts mehr im Weg. Noch nicht mal der Regen, denn der hatte aufgehört 😁. Wir wollten locker mit einer eher kleinen Runde zum Warmlaufen den Urlaub starten und so zogen wir los, immer der Muschel folgend. Zielsicher hatten wir uns genau die Etappe vom Lahncamino ausgesucht die NICHT direkt an der Lahn entlangläuft. Dafür führt der Camino wunderschön bergauf, durch Wald, Wiesen und Felder. Die Warnungen vor dem Eichenprozessionsspinner nahmen wir definitiv ernst, denn die Nester waren nicht zu übersehen. 😐
    Im ersten Ort – Eschhofen – machten wir bei einer Bäckerei mit Kaffee und Kuchen eine kurze Rast um uns dann an der St. Antonius Kirche einen Stempel zu holen. Kurz drauf im gleichen Ort gab es an der Anna-Kapelle gleich noch einen weiteren Pilgerstempel dann war es leider vorbei mit den offenen Kirchen und den schönen Kästen, die außen jederzeit zugänglich die Pilgerstempel beherbergen. Der Weg blieb weiter spannend und abwechslungsreich. Kurz vor Runkel entschieden wir uns, dass dies quasi unser Umkehrpunkt sein soll. Wir wollen/müssen ja schließlich noch nach Limburg zurück und hatten schon gute 14 km hinter uns … ab diesem Zeitpunkt war klar, dass unsere Tour nicht ganz so klein wird wie angedacht 🙈 Ach naja, es gibt ja auch Bus und Zug in den wir einsteigen können oder zur Not ein Taxi, also weiter soweit unsere Füße uns tragen. Runkel war überraschend sehr schön, ein bisschen in der Zeit stehen geblieben, aber wirklich schön. Um nicht den gleichen Weg zurück nach Limburg zu laufen entschieden wir uns für den Rückweg einen anderen Wanderweg zu nehmen. Den Lahnhöhenweg, der führte uns wie der Name schon deutlich sagt, weg von der Lahn und wieder den Berg hinauf. 🥵
    Dafür gab es auf dieser Seite der Lahn viele schöne Aussichten und die Sonne lachte auch vom Himmel!
    Im letzten Ort vor Limburg lohnte es sich nun auch nicht mehr in den Bus zu steigen und so zogen wir durch bis zu unserem Campingplatz. Dort legten wir einen schnellen Zwischenstopp ein um uns frisch zumachen und dann in die Altstadt zu laufen … Was hat die Pizza lecker geschmeckt! Verdient hatten wir sie uns allemal, denn am Ende des Tages standen 29,5 km auf meinem Schrittzähler. Soviel zum Thema wir starten locker und entspannt in unseren Wanderurlaub. 😂

  • Nachdem Steffi und ich unsere Urlaubsplanungen diverse Male über den Haufen geworfen hatten, vom ursprünglichen Plan blieb nur Limburg über, ging es heute endlich los. Gott sei Dank, denn die Woche war für uns beide anstrengend. Relativ pünktlich sammelte ich Steffi in Limburg am ICE-Bahnhof (der am A**** der Welt liegt) ein und wir sind direkt zum Campingplatz an der Lahn gefahren. Dort richteten wir uns häuslich ein und versuchten uns beim Mittagessen schon mal runterzufahren und entspannen. Wer uns kennt weiß, dass lange stillsitzen nicht unser Ding ist und so packten wir unsere Taschen und zogen los in die Altstadt. Der Dom war unser erstes Ziel und absolut nicht zu übersehen. ☺️ Der ragt von überall heraus.
    Auf dem Domplatz und im Dom selbst war nicht viel los und so schlichen wir auf leisen Sohlen durch. Im Hintergrund hörten wir immer wieder das Gemurmel von einer Führung die über uns auf der Empore unterwegs war. Schon halb auf dem Weg nach draußen entdeckten wir ein Schild mit Führungen durch den Dom: Werktags um 12:00 und um 15:00 Uhr … ein Blick auf die Uhr sagte 15:00 Uhr ist genau jetzt und gleich. Wir schauten uns nur kurz an und suchten direkt wo wir uns eventuell noch anmelden könnten. Zum Glück etwa 3-5 Meter neben uns am Infostand. Es war eine recht private Führung wie wir feststellten, denn es waren ganze drei Personen dabei. Schwester Waltraud, die uns durch den Dom führte, störte das überhaupt nicht und erzählte mit sehr viel Humor, allerei spannendes zur Geschichte des Doms. Für uns war es sehr kurzweilig und wir hatten viel Spaß. Die dritte Dame, die sich mit uns angemeldet hatte, verschwand etwa auf der Hälfte der Führung. Schade für Schwester Waltraud, aber gut für uns, so wurde es gleich noch mal lockerer. Nachdem sie merkte das wir wirklich Interesse an ihren Erzählungen hatten und zusätzlich gewisse Grundkenntnisse in Kunstgeschichte vorhanden sind, war sie nicht mehr zu bremsen und das strahlen in ihrem Gesicht wurde immer mehr. 🤭
    Wir bedankten uns am Ende für die spannenden Einblicke und strunzten auf der Suche nach einem Eisbecher durch die Altstadt. Limburg ist sehr verwinkelt und echt schön in der Altstadt. Nach einer kurzen Shoppingtour für Abendessen und diverse fehlenden Kleinigkeiten ging es zurück zum Zeltplatz. Verhältnismäßig früh mummelten wir uns in die Schlafsäcke und verschwanden in das Land der Träume.

    Erkenntnis des Tages: Hier am Campingplatz hat es sehr freche und laut singfreudige Amseln 🤦🏻🤷