• Ich musste sehr lachen als ich zum Urlaubsstart – kurz bevor ich losgefahren bin – noch zwei Tipps bekommen hatte was wir uns in Frankreich anschauen sollten. Ursprünglich sollte der Urlaub ja nach Südengland gehen, unter anderem wollten wir Mount Michael und Stonehenge besuchen. Das englische Gegenstück zu Mont Saint Michel. Ratet was mir empfohlen wurde: genau! Mont Saint Michel. 😅 Treffer versenkt. Bevor wir allerdings, nun gen Osten, weiter fahren gönnen wir uns ein Frühstück direkt an der Strandpromenade 😁 ja das Leben und Urlaub kann ganz furchtbar sein 😉
    Statt Stonehenge besuchten wir kurz vor Mont Saint Michel noch einen großen Druiden (Hinkel) Stein mitten im Nirgendwo.
    Unsere Taktik direkt zum Campingplatz vor Ort zu fahren funktionierte am Festland von Mont Saint Michel nur mäßig. Der liegt in einer verkehrsberuhigten Zone und ohne Reservierung wird man nicht durchgelassen. 🙄 Das hätten sie vielleicht eeetwas deutlicher auf der Webseite schreiben können, da steht nur Reservierung ist empfohlen, nichts von ohne geht nix! Egal mit einer kurzen Online Suche gab es kurzerhand ein Hotelzimmer für die nächsten beiden Nächte.
    Beim Einkaufen stolperten wir über einen Flyer wo 1000 Jahre  Abtei Saint Michel gefeiert wird, mit einer extra Lightshow in der Abtei. Das findet genau ab diesem Wochenende statt, heute und dann ab Montag wieder. Ja super, das passt haargenau für uns. Durch die Lichtershow ist die Abbey sogar bis 23:00 Uhr geöffnet. Wir checkten in Ruhe ins Hotel ein drehten eine kleine Runde in Pontorson und machten uns nach einem frühen Abendessen fertig um Mont Saint Michel zu erkunden.
    Mit dem Auto ging es bis „annähernd“ zur Fußgängerbrücke. Es kamen uns Menschenmassem ohne Ende entgegen plus einem ordentlichen Regenschauer 💦
    Zum Glück hatten wir unsere super Regenponchos aus Chartrês dabei und kamen gut auf der anderen Seite an.
    Diese riesengroße Abtei auf dem Felsen mitten im Atlantik (wenn das Wasser da ist) ist sehr beeindruckend. Im Touristikbüro fragten wir wie lange der Shuttlebus zum Parkplatz fährt und wie das mit den Eintrittskarten für die Abtei ausschaut. Siehe da, die Tickets sind hier günstiger als an der Kasse in der Abtei. Da die Lichtershow erst ab ca 19:30 Uhr losgehen soll, schauten wir uns in den verwinkelten kleinen Gassen kreuz und quer um. Die Treppenstufen hab ich gar nicht erst versucht zu zählen 🤪 es waren sehr viele.
    Gegen 20:00 Uhr machten wir uns endgültig an den Aufstieg zum höchsten Punkt. Nach noch viel mehr Stufen und diversen Kapellen und Krypta standen wir endlich in der Abtei, wow. Insgesamt sehr beeindruckend. Wir geisterten noch durch den Kreuzgang und über den Vorplatz der Abtei und machten unzählige Fotos bevor wir uns einen Platz für die Hauptlichtshow sicherten. Bei Einbruch der Dunkelheit ging es endlich los. Die Show war schön und gut gemacht, kam nur nicht so ganz an die Show von Chartrês an.
    Müde machten wir uns an dem Abstieg und zurück über die Brücke zum Auto. Das stand einsam und verlassen auf diesem riesigen Parkplatz. Trotzdem hatten wir es auf Anhieb gefunden. Der Trick ist ganz einfach, so lange bleiben bis keine anderen Autos mehr stehen 🤪
    Morgen wollen wir von Pontorson über den Jakobsweg nach Mont Saint Michel laufen das sollten ca 9km sein, eine überschaubare Strecke. Zurück wollen wir tendenziell mit dem Bus fahren.
    Jetzt fallen wir aber hundemüde ins Bett. 😴

  • Das Ende der Welt hatten wir gestern bereits, bei der Führung auf dem Leuchtturm wurde uns erklärt, dass der Westlichste Punkt allerdings eine Landzunge weiter nördlich liegt. Da dieser Punkt von unserem Campingplatz aus etwa 9 km entfernt liegt, war klar, dass wir den auf jeden Fall noch mitnehmen bevor wir weiter an die rosa Granitküste fahren. Am westlichsten Punkt schauen wir uns ein wenig an der Steilküste um und entdecken wild verstreut diverse Frauen hochkonzentriert am malen. Die eine oder andere war sehr mutig bei der Platzwahl so direkt an der Kante, bloß keine falsche Bewegung und nicht den Pinsel fallen lassen 😱 Living on the edge bekommt hier eine völlig neue Bedeutung 🙈
    Weiter ging es an die rosa Granitküste. Unser Zielort um die „Hauptfelsen“ zu sehen ist Ploumanac’h. Hier war ich vor etwa 27/28 Jahren schon einmal und es ist der Wahnsinn was hier mittlerweile alles zur Renaturierung gemacht worden ist. Bevor wir aber zu den Felsen sind, suchten wir uns einen Campingplatz. An einer Ampel waren gleich zwei ausgeschildert einer links und einer rechts herum. Aus dem Bauch heraus entschied ich mich für rechts herum und so landeten Steffi und ich auf einem fünf Sterne Campingplatz ich wiederhole: FÜNF Sterne! Das bedeutet inklusive Indoor/Outdoorpool, Kino und Spa. Auf dem Platz gibt es nichts, was es nicht gibt. Trotzdem zog es uns zuerst zu den rosa Felsen. Die Felsformationen sind irre, je nach Licht, Schatten und Perspektive erkennt man diverse Gesichter und Tiere darin. Wir folgten der Küste bis wir in der Innenstadt von Ploumanac’h ankamen. Hier gab es ein spätes Mittagessen – Galettes – und dann bummelten wir ein wenig durch die Touristenläden. Zurück zum Campingplatz nahmen wir den direkten Weg, denn wir wollten unbedingt noch in den Pool 
    Hat das gut getan. Zwei Innen- und vier Außenbecken, da ist für jeden etwas dabei. Die Kinder hatten eine Mordsgaudi.
    Neugierig schauten wir uns noch den Spabereich an und landeten zuerst in einem warmen Sprudelbecken und noch kurz in einem Hamam. Spannende und irgendwie schon entspannende Erfahrung für mich, es wird nur nicht meins. Mein Kreislauf mag da nicht so ganz mitspielen. 🥴
    Tiefenentspannt gab es noch eine Kleinigkeit zum Abendessen und einen Abstecher in die Bar am Campingplatz. Mit dem Sonnenuntergang krabbelten wir dann in unser (Auto) Bettchen und sagten gute Nacht. 🌙
    P.s. Urlaub kann soooo furchtbar sein 😅

  • Unser Plan gestern war, für heute früh den Wecker zu stellen um zeitig in den Tag zu starten. Das hat wunderbar funktioniert, keiner von uns hatte daran gedacht den Wecker wirklich zu stellen. Entsprechend spät kamen wir in die Pötte mit unserer geplanten Wanderung entlang der Küste zum Ende der Welt. Oder je nachdem wen man hier fragt auch zum Anfang der Welt. 😊 Alles eine Frage der Perspektive. Für die Franzosen ist es das Ende der Welt und für die Bretonen der Anfang. Dafür spricht auch, dass wir die Muscheln vom Jakobsweg nur in die Gegenrichtung sehen konnten, nicht in Richtung Abtei Saint Mathieu de Fine Terre. Der Weg war wunderschön, mit unglaublichen Aussichten und vielen Höhenmeter. Die Sonne strahlte mit voller Kraft auf uns herab und ein frischer Wind blies uns um die Nasen. Ja, um die Mittagszeit bei höchstem Sonnenstand auf so eine Strecke zu starten war nicht besonders geschickt aber es war halt jetzt so. 🤷
    Nach knappen neun Kilometer errichten wir unser Ziel, das nicht zu übersehen war. Die große Abteiruine begleitet von zwei Leuchttürmen und diversen weiteren Gebäuden.
    Ziemlich schnell entdeckten Steffi und ich den Null Kilometer Stein als Startpunkt nach Santiago de Compostela. Bis dahin sind es nur 1.958km … Das wären grob gerechnet 98 Tage bei einem Tagesschnitt von 20 km … warte ich habe alles dabei was ich brauche, inklusive einem Pilgerausweis…  Ich Lauf dann mal los 😁 wir sehen uns irgendwann später wieder.  Ich muss nur noch mein Auto irgendwie nach Hause schicken 😅
    So verlockend das jetzt wäre, aber es ist dann doch nicht die richtige Zeit dafür. Als Alternative besuchten wir noch die kleine Kapelle direkt neben dem 0 Kilometer Stein – Chapelle de Notre Dame de Grâces und den alten Leuchtturm. Es waren auch nur 136 Stufen in einer engen Wendeltreppe nach oben. Den Drehwurm beim runtergehen hatte ich direkt als Bonus obendrauf 🥴
    Da wir nun zeitlich etwas knapp dran waren, nahmen wir für den Rückweg den Radweg direkt an der Straße entlang. Nicht schön aber kurz genug das wir noch bis zum nächsten Campingplatz fahren konnten. Direkt am Strand gelegen, einfach, aber praktisch. Wir machten vor dem Abendessen noch einen schönen Strandspaziergang um dann den Tag ausklingen zu lassen.

  • Wir starteten heute morgen etwas später als geplant für die lange Strecke, die wir uns heute vorgenommen hatten. Dafür hatten wir noch ein leckeres Frühstück und einen guten Plausch mit unseren Zeltnachbarn. Nach einigem Hin- und Herüberlegen wollten wir heute in einem Rutsch ans Ende der Welt fahren. Steffi war auf der Landkarte darüber gestolpert – beim Stöbern wo die diversen Jakobswege entlang führen. Die Entscheidung fiel uns leicht dort unseren nächsten Dartpfeil hin zu werfen. 😁 Als Bonus kam von unseren Zeltnachbarn noch die Info, dass auf dieser Strecke das Grab von Merlin und der Jungbrunnen liegt. Perfekt wo wir unsere Pause die verbringen werden, wissen wir nun auch. Das Auto war schnell gepackt und wir fuhren los. Ziemlich genau 300 km später machten wir mitten im Nirgendwo unsere große Pause an Merlins Grab. Das Grab lag mitten in einem sehr alten und knorrigen Wald das hat sehr gut gepasst. Ein Stück den Weg weiter kam der Jungbrunnen, der naja war mehr ein gemauertes irgendwas … eher ein angelegter Tümpel, der nicht sonderlich einladend aussah. Wir beschlossen, dass wir den Jungbrunnen eh nicht brauchen und sind die kleine Runde zu Ende gelaufen um weiter zu fahren.
    In Plougonvelin angekommen mussten wir feststellen, dass der Campingplatz bereits um 18:00 die Rezeption schließt. Das war blöd den wir sind erst kurz vor 20:00 Uhr angekommen. Zum Glück gibt es um die Ecke noch einen Camperstellplatz und der sah bei näherer Betrachtung sogar schöner aus als der Campingplatz. Dann sollte das so sein. Schnell bauten wir unseren Schlafmodus vom Auto um und macht uns etwas zum Abendessen. Das Wetter und der Sonnenuntergang war so schön das wir noch eine kurze Runde drehten um dann müde ins Bett zu fallen. Morgen wollen wir zeitig starten um an das Ende der (französischen) Welt über den Camino zu laufen. Die erste Muschel hatten wir bereits entdeckt. 😊

  • Ausschlafen, Urlaub ohne Uhr ist einfach schön und die innere Uhr spielt auch noch mit ☺️
    Nachdem es gestern bzw heute doch etwas später wurde als erwartet, schliefen wir in Ruhe aus. Der Campingplatz ist super ruhig und die Glascontainer sind weit entfernt von uns. Gestern wurden wir sehr unsanft und furchtbar früh durch die Glascontainerleerung geweckt. Gut, dafür sind wir zeitig losgekommen 😅
    Heute war es viel ruhiger und sehr entspannter! Wir frühstückten in aller Ruhe und mit viel Zeit. Schließlich sind wir im Urlaub und wollen uns nicht stressen.
    Für heute hatten wir uns eine Touristen Route in und um die Altstadt ausgesucht – das sollte nun wirklich nicht so ausarten wie unsere bisherigen Touren. Auf dieser Runde liegen unter anderem die drei großen Kirchen: Saint Pierre – sehr schön, schlicht, leider arg baufällig, wird aber gerade testauriert.
    Dann kommt Saint Aignan, auch sehr schön, komplett bemalt und ganz andere Richtung im Inneren. Toll war auch der Organist der am Proben war und trotzdem die Tür offen gelassen hatte, dass Besucher in die Kirche konnten. Dann das Highlight, die Kathedrale Notre Dame de Chartres,  wow 😲! Hier wird ebenfalls fleißig testauriert und man kann sehr gut den Unterschied vorher/nachher sehen. Das berühmte Labyrinth im Steinfußboden der Kathedrale sieht man leider erst auf den zweiten oder dritten Blick, denn es ist fast komplett unter der Bestuhlung versteckt. Davon abgesehen ist die Kathedrale von innen genauso vielfältig und beindruckend wie von außen. Ein wilder Ritt durch alle Baustile der Kunstepochen. Nach soviel Kunst und Kultur waren wir hungrig und entschieden uns für herzhafte Crêpes – Galettes – mmmh lecker. Das war zu diesem Zeitpunkt eine sehr gute Entscheidung, denn der vorhergesagte Regen – den wir nicht mehr erwartet hatten – kam mit vollem Schwung an. 🥴
    Da wir bei strahlend blauem Himmel gestartet sind und nicht an die Vorhersage geglaubt hatten, waren unsere Regenjacken natürlich im Auto am Campingplatz. Gut trocken gelagert und in Sicherheit. Könnten ja sonst nass werden. 🤦🏻
    Da es keine Aussicht auf weniger Regen gab, zogen wir durch die typischen Touriläden um uns so einfache Regenponchos zu kaufen. Im letzten Laden ergatterten wir die letzten zwei Ponchos, phew! Jetzt gut geschützt gegen den Regen, entschieden wir uns noch ein wenig in der Stadt zu bleiben und eine Stadtrundfahrt mit der Bimmel – Bahn mitzufahren. Das Timing war gut in dem Moment wo wir die Ponchos hatten, kam die Bahn an der Kathedrale an. Allerdings stand außer uns keiner an … Der Lokführer erklärte uns es müssen mindestens 6 Personen sein damit die Führung stattfindenden kann. Laut Fahrplan waren es bis zur geplanten Abfahrt noch etwa 10 Minuten, sollte also passen. Irgendwann nach fast zwanzig Minuten kamen noch zwei Mädels dazu und es sah gut aus. Leider kam sonst niemand mehr und wir stiegen nacheinander alle wieder aus. Hat was von der deutschen Bahn, entweder sind die Züge verspätet oder fallen ganz aus … 🤪🤣
    Egal, wir tingelten noch weiter durch die kleinen Gassen und dann langsam zurück zum Zeltplatz. Dort nutzten wir den zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsraum um die ordentlichen Regenschauer auszusitzen. Irgendwann setzte sich das Hungergefühl durch und wir zogen um ans Zelt. Dort gut geschützt unter einem festen Dach verputzten wir unsere Reste vom Vorabend und beobachteten ein Gewitter nach dem anderen, das über uns weg zog. Später gesellten sich unsere Zeltnachbarn – zwei deutsche Radlerinnen – teilweise dazu. Der Abend war noch sehr lustig und wir fielen später als geplant ins warme Bettchen.
    Morgen geht’s in einem Rutsch ans Ende der, französischen, Welt.