• Die Sonne kitzelte uns heute morgen wach und begrüßte uns mit einem breiten Lächeln. Unser Tag wird heute gemütlich, unser heute geplanter Wanderweg wird das Ende vom Coast to Coast sein. Das schönste Stück oben am Rand der Steilküste entlang. Zuerst „müssen“ wir dafür nach Hawsker um dort auf einen guten Einstiegspunkt zu kommen. Wie so oft führt der Public Footpath über diverse Felder und Weiden. Wie wir erleichtert feststellten nur über Schafsweiden, die Kühe und Bullen waren zum Glück hinter Zäunen und Mauern weit weg von uns! Immer wieder hatten wir den Blick aufs Meer bis wir endlich darauf zu liefen. Der Weg war vorher schon schön, wir konnten sogar am Horizont die Ruinen von Whitby Abbey sehen, aber ab hier war es der beste Abschnitt des Tages. Es wehte nur ein ganz leichter Wind und die Sonne schien uns in den Nacken, bei strahlend blauem Himmel und einem endlosen Blick aufs Meer lief es sich wie von selbst. Die Höhenmeter sind hier wirklich nicht mehr der Rede wert und Robin Hoods Bay kam bald in Sichtweite. Ok, das ist übertrieben, denn tatsächlich sieht man den kleinen Ort erst kurz bevor man da ist, so versteckt liegt er in der Bucht. Kurz vor dem Ortseingang entschieden wir uns direkt bis runter an den Strand durchzulaufen und an einem Café ein Eis mitzunehmen. Die Auswahl fiel nicht leicht bei den vielen Sorten, aber sie war machbar 😉
    Am Strand waren wir mutig und hielten die Füße ins Wasser, die Nordsee war lange nicht so kalt, wie ich sie erwartet hatte, wie auch, bei dem tollen Wetter!
    Wir tingelten noch ein wenig durch die kleinen Läden links und rechts auf dem Weg zum Campingplatz. Spontan verlängerten wir unseren Stellplatz noch um eine Nacht, so haben wir die Chance morgen erst Whitby zu erkunden und Abend eine Ghostnighttour durch Robin Hoods Bay mitzumachen. Wo es uns dann hin verschlägt … gute Frage, Ideen sind genug vorhanden, langweilig wird es uns definitiv nicht 😉

    27.08.22 Robin Hoods Bay

    Die Sonne kitzelte uns heute morgen wach und begrüßte uns mit einem breiten Lächeln. Unser Tag wird heute gemütlich, unser heute geplanter Wanderweg wird das Ende vom Coast to Coast sein. Das schönste Stück oben am Rand der Steilküste entlang. Zuerst „müssen“ wir dafür nach Hawsker um dort auf einen guten Einstiegspunkt zu kommen. Wie so oft führt der Public Footpath über diverse Felder und Weiden. Wie wir erleichtert feststellten nur über Schafsweiden, die Kühe und Bullen waren zum Glück hinter Zäunen und Mauern weit weg von uns! Immer wieder hatten wir den Blick aufs Meer bis wir endlich darauf zu liefen. Der Weg war vorher schon schön, wir konnten sogar am Horizont die Ruinen von Whitby Abbey sehen, aber ab hier war es der beste Abschnitt des Tages. Es wehte nur ein ganz leichter Wind und die Sonne schien uns in den Nacken, bei strahlend blauem Himmel und einem endlosen Blick aufs Meer lief es sich wie von selbst. Die Höhenmeter sind hier wirklich nicht mehr der Rede wert und Robin Hoods Bay kam bald in Sichtweite. Ok, das ist übertrieben, denn tatsächlich sieht man den kleinen Ort erst kurz bevor man da ist, so versteckt liegt er in der Bucht. Kurz vor dem Ortseingang entschieden wir uns direkt bis runter an den Strand durchzulaufen und an einem Café ein Eis mitzunehmen. Die Auswahl fiel nicht leicht bei den vielen Sorten, aber sie war machbar 😉
    Am Strand waren wir mutig und hielten die Füße ins Wasser, die Nordsee war lange nicht so kalt, wie ich sie erwartet hatte, wie auch, bei dem tollen Wetter!
    Wir tingelten noch ein wenig durch die kleinen Läden links und rechts auf dem Weg zum Campingplatz. Spontan verlängerten wir unseren Stellplatz noch um eine Nacht, so haben wir die Chance morgen erst Whitby zu erkunden und Abend eine Ghostnighttour durch Robin Hoods Bay mitzumachen. Wo es uns dann hin verschlägt … gute Frage, Ideen sind genug vorhanden, langweilig wird es uns definitiv nicht 😉

  • Brrrrr, die Nacht war echt frisch, bislang die kälteste Nacht, die wir auf unserer Tour hatten. Ich bin froh, dass ich IMMER Fleecedecken im Auto zu liegen habe, denn diese Nacht hatten wir sie wirklich gebraucht. Ich war kurz davor mir noch eine Wärmflasche zu machen (ja, ich hab welche eingepackt) das Einzige was mich davon abgehalten hatte, war nochmal aus dem Schlafsack rauszumüssen, denn in diesem wurde es gerade so schön kuschelig. Dafür war die Sonne gleich am nächsten Morgen mit Kraft draußen und wir wechselten schnell wieder auf die kurzen Klamotten. Verrücktes Wetter hier. Nachdem wir alles abgebaut und verstaut hatten, fragten wir ob wir das Auto noch etwas stehen lassen dürfen. Das war kein Problem und so sind wir auf den Marktplatz von Reeth gelaufen, um dort kurz zu bummeln und ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Heute ist Markttag und wir wollten die Chance nutzen. Wir jagten erfolgreich guten englischen Käse, frische Brötchen vom Bäcker und ein paar weitere Leckereien. Genau in der abgesprochenen Zeit verließen wir den Campingplatz. Uns zog es direkt nach Robin Hoods Bay an die Küste. So ein super Wetter muss ausgenutzt werden. Die Straßen, besser gesagt die so genannten Hauptstraßen, bleiben weiter spannend und stellenweise sehr eng. Besonders für Steffi, wenn uns ein Bus oder Traktor entgegenkommt, fährt er quasi direkt auf sie zu. Ich bin froh mit dem eigenen Auto hier im Linksverkehr unterwegs zu sein und ich hab mich an die Verkehrsführung gewöhnt. Das wird nach den gefühlten hunderttausend Kreiseln hier sehr spannend nach Hause zu kommen. Vielleicht sollte ich mir dann einen Spickzettel für den Rechtsverkehr ins Lenkrad kleben 😀
    Wohlbehalten steuerten wir den Campingplatz oberhalb von Robin Hoods Bay an und haben erfolgreich ein Plätzchen mit Strom bekommen. Schnell hatten wir das Auto in den Schlafmodus versetzt und das Zusatzdach aufgebaut und waren bereit das kleine Örtchen unter die Füße zu nehmen. Ein bisschen Bewegung muss einfach sein. Nachdem wir ein Großteil der kleinen Gassen erkundet hatten, zog es uns ins Bay Hotel/Wainwright Bar für ein frühes Abendessen, Fish & Chips, wir sind schließlich an der Küste :D.
    Mit vollem Bauch rollten wir aus dem Pub heraus und machten noch einen Strandspaziergang, das ging jetzt sehr gut, da die Ebbe voll eingesetzt hatte und der Strand dann fast endlos ist. Zum Sonnenuntergang stiegen wir zum Campingplatz auf und genossen die Aussicht auf die Bucht unter uns.

  • Nach einem gemütlichen Frühstück in der Jugendherberge packten wir unsere sieben Sachen zusammen und stellten das Auto auf dem großen Gemeindeparkplatz ab. Wie gestern erwähnt, wollen wir heute auf den Nine Standard Rigg aufsteigen. Das ist nicht nur einer der höchsten Punkte in den Yorkshire Dales sondern auch die Wasserscheide von England. Diese große Nord-Süd Erhebung schickt das Wasser auf der einen Seite in die Irish Sea und auf der anderen zur Nordsee. Auf dem höchsten Punkt wäre bei superduperperfektem Wetter die Möglichkeit beide Küsten zu sehen.
    Der Wettergott meint es seit Grasmere sehr gut mit uns (das Handyopfer hat seine Wirkung getan) aber nicht gut genug um beide Küsten zu sehen. Bevor wir überhaupt die Aussicht genießen konnten, mussten wir den langen Aufstieg hinter uns bringen und auf 720 Meter aufsteigen. Wie gut das Kirkby Stephen nicht bei Null liegt so bleiben „nur“ 540 Höhenmeter übrig, die wir hoch müssen bzw. wollen.Zwischendurch fragten wir uns, wie bei jedem Aufstieg, warum wir das tun … ganz einfach, weil es oben am schönsten ist 😉 Es ging erst recht langweilig eine Straße entlang, um nach einem Steinbruch endlich idyllischer zu werden. Hier zeigten sich die ersten Ansätze wie es oben nach der Spitze weitergehen wird. Eine weite Moorlandschaft und beim Blick über die Schulter runter ins Tal endlose Felder und Viehweiden. An den Nine Standards angekommen, tobten Steffi und ich uns beim Fotografieren aus, um dann im Schutz des größten Standards Pause zu machen und unsere Sandwiches zu verputzen. Hier entschieden wir uns schlussendlich dafür nur soweit zu gehen, bis sich die Routen durch das Moor in die Sommer- und Herbstroute teilen und dann umzudrehen. Zurück an einem Wegmarker sahen wir Wanderer, die über eine alternative Route aufgestiegen sind. Nach einem kurzen Plausch und einem Blick auf die Karte (ja, den Weg haben wir eingezeichnet gesehen) entschieden wir uns diesen Weg zurück zu nehmen … sagen wir es so: zu etwa 90% bewegten wir uns wirklich auf einem offiziellen, wenn auch spärlich ausgeschildertem Weg. Die letzten 10% war halb Freestyle halb, wir folgen einem deutlichen Trampelpfad, der uns in die richtige Richtung führt, aber nicht auf der Karte zu finden ist. Da wir uns in einem Moorgebiet bewegten, gab es natürlich nasse Füße und Moorsuppe an den Beinen.
    Ich darf hier erwähnen, dass ich diesmal nicht halb im Moor versunken bin, meine Füße blieben trocken! Den Job hat Steffi übernommen 😀
    Nach guten 20km waren wir zurück am Auto und machten uns auf den Weg nach Reeth. Dort peilten wir den Campingplatz an, als Zwischenpunkt nach Robin Hoods Bay. Abends wurde es echt kalt, sodass wir uns früh ins Zelt verzogen und uns in die Schlafsäcke mummelten. Es dauerte nicht lange und wir träumten von dummen Moorhühner, die uns auslachten.



  • Heute geht es zurück gen Süden, vorher wollten wir uns aber noch das römische Fort & Museum Vindolanda anschauen. Ein bisschen Kultur darf es sein und nach der etwas längeren Tour gestern darf es heute entspannter sein. Überpünktlich standen wir auf dem Parkplatz und mussten noch etwas Zeit vertrödeln. Das Museum macht erst um 10:00 Uhr auf, ja vorher nach den Öffnungszeiten zu schauen ist zu einfach, das kann ja jeder. 😛
    Am Ticketschalter gab es den Hinweis, dass um 11 Uhr eine Free Guided Tour angeboten wird. Wir bedankten uns für die Info und erkundeten erst einmal das Gelände. Hier wird aktiv gegraben und gestern wurde ein römischer Schuh gefunden, wie die Dame uns freudestrahlend an der Kasse erzählte. Das dürfte dann Schuh Nummer 4.001 sein, da die weltgrößte römische Schuhsammlung hier in Vindolanda bislang 4.000 Stück zählte. 😉
    Ich fand das sehr spannend den Freiwilligen und Archäologen beim Graben über die Schulter schauen zu können. Langsam wurde es Zeit zum Treffpunkt für die Tour zu gehen, die wir mitmachen wollten. Wie in der Honister Slate Mine war der Tourguide pfiffig und wortgewand und erzählte mit einer guten Portion Humor, wie hier im Fort und der Siedlung das Leben vor fast 2.000 Jahren war. Nach der Führung schlichen wir durchs Museum und gönnten uns im Anschluss noch Kaffee und Scones.
    Wenn ich schon hier in der Ecke rumkrauche, muss ein Besuch in Orton in der Schokoladenfabrik sein. Die gute Nachricht ist, dass die Schokoladenfabrik noch existiert und wunderbar leckere Schokolade im Verkauf hat, aber …. die schlechte ist, dass das angeschlossene Café dauerhaft geschlossen ist. Ich hatte mich so auf das Mittagessen und die heiße Schokolade gefreut gehabt, leider leider keine Chance mehr. Bei der Schoki haben Steffi und ich trotzdem zugeschlagen und ich fürchte ein wenig, dass sie es nicht bis nach Hause schaffen wird. 😀
    Bis Kirkby Stephens ist es jetzt nicht mehr weit und wir peilten dort die freie Jugendherberge an. Die ist in einer alten Kirche untergebracht und echt knuffig. Wir klopften, wie schon die ganze Zeit, an die Tür direkt an und siehe da, es gab noch ein Zimmer für uns. Ausgestattet mit einem Pincode für die Haupttür und unser Zimmer, ganz altmodisch per SMS, konnten wir uns häuslich einrichten. Die Besitzerin ist tiefenentspannt und kommt irgendwann zum Einchecken und Bezahlen. Auf dem Weg zum Abendessen begegnete sie uns und schickte uns direkt in ihr Lieblingspub. Das Essen war sehr lecker und das Bier gab uns die entsprechende Bettschwere mit. 😉
    Morgen wollen wir rauf auf den Nine Standard Rigg, natürlich wieder einmal der höchste Punkt der Gegend.

  • Auf der Karte, die wir gestern im ersten Visitor Center gekauft hatten, waren so schöne Rundwege eingezeichnet. Offizielle Routen rund um den Hadrian’s Wall und sonstige Sehenswürdigkeiten hier in der Ecke. Zielsicher suchten wir uns die längste Runde mit 12,5 km aus. Das bisschen Zusatzweg vom Campingplatz bis zum Einstieg in die Runde ist ja nicht soooo tragisch. Er führt uns ja nur über den höchsten Punkt am Weg und das gleich zweimal. Wir müssen das Stück ja auch wieder zurück. Dadumm! Oh und nicht zu vergessen die Kuhweide – die Kuhnahtoderfahrung von gestern wollen wir nicht wiederholen – auf der Weide werden wir definitiv nicht mehr langlaufen, das heißt die müssen wir zusätzlich umrunden. Was soll’s, wir wollen uns ja bewegen.
    Und so machten wir uns auf den Weg…also erst auf den genannten Zuweg und dann von einem Parkplatz aus ging es erst langweilig entlang der Straße, um dann umso abenteuerlicher zu werden. Nach diversen Schafsweiden, die natürlich auch it der einen oder anderen Kuh garniert waren, und einem Wald der doch kein Wald war, ging es zu einem kleinen See, auf sehr fadenscheinigen kleinen Pfaden. Besser gesagt wir steuerten auf sehr schmalen Trampelpfaden auf etwas zu, das wie ein Wegweiser aussah. Tatsächlich war es einer und von diesem Holzpfosten aus konnten wir sogar schon den nächsten erahnen. Sicher waren wir uns nicht, hielten aber tapfer auf ein Tor im Zaun zu in der Hoffnung, dass es richtig ist. Phew, es hat gepasst und der nächste Pfeil schickte uns direkt ins dichte Schilf aufs Wasser zu!!! Beim genaueren Hinsehen entdeckten wir einen Holzweg mit dem Vermerk – Caution slippery when wet – ja danke, sehr hilfreich! Unter dem Schilfdickicht war der Steg nicht immer gut zu sehen, aber stabil genug, dass wir darüber laufen konnten. Danach wurde der Weg langsam wieder eindeutiger und führte uns erst an einer kleinen Farm vorbei und dann durch den Garten eines kleinen Landhauses. Der Besitzer arbeitete gerade im Garten und freute sich über einen kleinen Plausch mit uns. Ab hier läuft der Pennine Way, ein offizieller Wanderweg, mit unserer Runde zusammen und das bedeutet gaaanz viel Wegmarkierungen und eindeutige Wege, Yehaaaa!
    Es dauerte nur noch zwei Anhöhen bis wir direkt am Hadrian’s Wall angekommen waren und dem folgten wir nur noch. Hört sich einfach an, aber die Römer haben das Ding schon taktisch klug platziert und jede verdammte Senke und Höhe mitgenommen, die sie finden konnten. Dafür gab es wieder sehr schöne Aussichten und das Wetter war einfach perfekt heute. Sonne und Wolken wechselten sich ab und die Temperaturen waren angenehm. Auf den letzten Drücker packten wir es noch in das Visitorcenter – The Sill – zu kommen, bevor sie zumachten. Für ein frühes Abendessen passte es leider nicht mehr aber wir konnten noch die Wasserflaschen nachfüllen und zur Toilette rennen. 😉
    Jetzt mussten wir „nur“ noch zurück zum Campingplatz. Den erreichten wir ziemlich platt aber glücklich nach 22,7 km und 460 Höhenmeter rauf und wieder runter. Ich muss nicht erwähnen, dass wir diese Nacht sehr gut geschlafen haben.

    Anmerkung des Tages:

    Dreimal sind wir über den höchsten Punkt am Hadrian’s Wall gelaufen, einfach weil wir es konnten!

    Achja, die spinnen die Römer und die Briten haben komische Öffnungszeiten.