• Ingelby Cross bis Clay Bank Top (Chop Gate)
    Was ein schöner Tag und das wirklich von Anfang bis Ende! 

    Nach dem Frühstück sind wir zu unserer üblichen Zeit, plusminus neun Uhr, gestartet. Das flache Vale of Mowbray haben wir definitiv verlassen denn es geht gleich am frühen Morgen wieder Bergauf, was aber völlig egal ist. Wir haben sehr viel Zeit und einen kurzen Wandertag vor uns und heute abend ein festes Dach über dem Kopf 😀 

    Schnell sind wir am Eingang zum North York Nationalpark und können die leuchtend lila Heide Kilometerweit sehen. 

    Ab jetzt ist es theoretisch nur noch dem gut sichtbarem Weg folgen und die Aussicht genießen. Von oben schaut das Vale of Mowbray sogar richtig hübsch aus wie ein weicher Flickenteppich. Die Sicht ist heute so gut das wir schon die Küste am Horizont sehen können und die Schiffe die dort lang fahren. Wow, jetzt geht es wirklich auf das Ende zu! Die auf und Abstiege sind auf der heutigen Etappe ordentlich Steil. Da wir genug Zeit hatten machten wir einfach auf fast jedem Gipfel eine Pause, um die Sonne und die Aussicht zu genießen und die war auch einfach superschön! 

    Nach etwa zweidrittel des Wegs kommt ein nettes Café das wir natürlich ansteuerten, das Lord Stone Café. Leider waren die Scones schon aus, dafür gab lecker Kuchen. 😀 Ein kleiner frecher Vogel nutzte seine Chance und holte sich die letzten Kuchenkrümel vom Teller. 

    Uff, der nächste Anstieg hatte es in sich, gut das wir ein Päckchen Gummibärchen noch gekauft hatten, welches wir direkt auf Dem Gipfel verputzten. 😀 

    Eineinhalb Anstiege hatten wir ab hier noch vor uns bevor wir Clay Bank Top erreichten. 

    Der spannendste Teil davon war es mit dem Rucksack durch die Waystones zu kraxeln. Einer der wenigen Orte in England wo man Rock Climbing üben kann. Theoretisch ein spannender Abschnitt nur nicht mehr wenn es anfängt zu regnen :-S 

    Den letzten Abstieg nach Clay Bank Top schafften wir auch noch.  Am Parkplatz  angekommen versuchten wir rauszufinden wie wir am geschicktesten nach Chop Gate kommen. Wir sprachen dort ein Paar an und sie meinten es ist zwar nur die Straße runter aber zu gefährlich um dort zu Fuß langzugehen.  Kurzerhand bekamen wir Angeboten dorthin gefahren zu werden. Da wir noch auf unseren heutigen Gastgeber warten mussten fielen wir in das Pub im Ort ein. Snir, der junge Mann aus Israel,  ist die ersten Tage mit einem Engländer zusammen auf dem Coast to Coast gelaufen. Da er in dieser Gegend wohnt hatte er Snir und uns herzlich eingeladen in seinem B&B zu Übernachten. Etwas später stellte sich heraus das wir bereits im richtigen Pub waren denn es war auch unser Treffpunkt für den Abend, perfekt.  

    Es war dann ein sehr schöner Abend mit vielen gegenseitig erzählten Geschichten, was wir alles bisher erlebt haben und definitiv ein süßes kleines B&B 😀 

  • Bolton on Swale bis Ingelby Cross

    Endlose Kilometer auf der Straße abgewechselt durch eine paar Felder das beschreibt unseren Tag ziemlich genau.  Sprich wir sind am zweiten Tag im Vale of Mowbray unterwegs und heute abend toi toi toi durch. Morgen werden wir dann den dritten Nationalpark die North Yorkshire Moores erreichen.  

    Das spannendste heute war glaube ich die Überquerung der Bahnlinie und die vierspurige Straße kurz vor Ingelby Cross unserem Tagesziel.  Die Überquerung ist laut Buch die gefährlichste Stelle auf dem Coast to Coast… 

    Das Wetter zeigt sich abgesehen von dem einen obligatorischen kurzen Schauer weiterhin von seiner sonnigen Seite so war es allem in allem ein ganz guter Tag. 

    Kurz vor Ingelby Cross deckten wir uns  essenstechnisch noch mit ein paar Snacks ein, denn dies ist die letzte Einkaufsmöglichkeit für sie nächsten zwei oder drei Tage. 

    Am Blue Bell Inn angekommen stellten wir als erstes hinterm Pub die Zelte auf bevor wir für das Abendessen endgültig im Pub eingefallen sind.

  • Reeth über Richmond bis Bolton on Swale 
    Ein Regenschauer am Tag muss wohl wenigstens sein und wenn er nur am frühen Morgen für fünf Minuten kommt. Pünktlich zum zusammenpacken zog der Regen über Reeth so das wir nicht das Zelt trocken einpacken konnten, düdü. 

    Dafür hatten wir den Rest des Tages Sonnenschein 🙂 

    Von Reeth nach Richmond war der Weg relativ einfach und führte uns über jedemenge Viehweiden vorbei an der Marrick Priory leicht bergauf und bergab. 

    Als wir ein fröhliches Werbeschild Mut dem Versprechen auf Tee, Kaffee und selbstgemachten leckerreien erreichten machten wir spontan einen Abstecher zur der Farm. Mjam, die selbstgemachten Scones und der Tee waren lecker 😋. 

    Den jungen Mann aus Israel haben wir mittlerweile adoptiert, was lustig ist denn üblicherweise sind Franzi und ich diejenigen die unterwegs adoptiert werden.  Er hatte nun endlich seinen ersten Scone in England probiert und strahlte über das ganze Gesicht. 😀 

    Gut gestärkt kamen wir früher als gedacht in Richmond an und stürzten uns in das gewusel der Stadt. Nach der kleinen Shoppingtour und Geld tanken machten wir noch eine größere Pause in einem netten Café.  Franzi und ich hatten die Tage schon mal drüber nachgedacht das Vale of Mowbray, also die nächsten zwei Tage, zu überspringen. Da es nur durch Viehweiden, Felder und Kilometerlang nur über Asphalt geht würden wir eigentlich nichts verpassen. Uneigentlich wäre es auf der anderen Seite auch doof irgendetwas auszulassen. 

    Die Sonne scheinte immer noch so schön vom Himmel herab, das wir kurzfristig beschlossen aus drei Lauftagen zwei zu machen. Im Prinzip das Vale of Mowbray im schnelldurchgang. Gesagt und getan und so nutzten wir das Tageslicht ziemlich lange aus und sind bis kurz nach Booten on Swale gelaufen.  Total müde fragten wir auf einer Farm ob wir irgendwo unsere Zelte aufschlagen dürfen und siehe da wir konnten direktam.haus auf dem Rasen bleiben und hatten sogar noch eine außen Toilette. Das ist es was ich so mag an England die Leute sind in der Hinsicht einfach unkompliziert. Obendrein gab es noch eine Tasse heißen Tee für uns drei. 

  • By the rivers of Babylon – ​Donnerstag 03.08.2017


    Heute morgen  sind wir zu dritt gestartet. Franzi und ich hatten den Abend vorher einen  jungen Mann aus Israel kennengelernt und uns auf Anhieb gut mit ihm unterhalten. Spontan hatten wir ausgemacht die nächste Etappe zusammen zu gehen. Wir hatten die Höhenroute angepeilt die durch ein altes Minengebiet führt.  Hier wurde hauptsächlich Blei abgebaut und auch  vergütet. Die alten Gebäude waren gut auf die Ferne zu erkennen, daß hatte  einen ganz eigenen Charme. Die verfallenen Häuser und der strömende Regen gaben mir teilweise das Gefühl auf einem anderen Planeten unterwegs zu sein. Der erste Teil ging wie immer auf einer Wanderung ordentlich Bergauf, keine Beschwerden hier wir haben uns ja ja dafür entschieden. 😉

    Bisher hatten wir schon unzählige kleine Bäche und Flüsse zu überqueren mal bequem über eine Brücke oder über große Steine kraxelen. Als wir uns auf  die Blakethwaite Smelt Mill  zubewegten. Waren wir froh eine Brücke zu sehen um über den Fluss zu kommen bis wir um die letzte Kurve kamen… um überhaupt erst einmal zu dieser Brücke zu kommen blieb uns nichts  anderes übrig wie durch den zweiten kleinen Fluß durchzuwaten. Genau hier kamen Zeit kleine zusammen und bedingt durch den vielen Regen der letzten Wochen war es kein kleiner Bachlauf der den Berg runterfliest. Augen zu und durch besser gesagt nach und nach tasteten wir uns in dem braunen Wasser vorwärts auf der Suche nach halt für den nächsten Schritt. Mit ordentlich Herzklopfen und stellenweise fast knietiefem Wasser, schafften wir es alle drei ohne auszurutschen auf die anderen Seite. Was ein Abenteuer damit hatte keiner gerechnet. Von hier ab ging es etwas einfacher vorwärts. Wir machten zwar durch die alten Abbaugebiete noch einen ungewollte Abstecher kamen aber mit Karte und GPS wieder auf den richtigen Pfad. Am Nachmittag kam tatsächlich dir Sonne raus und sind bei  schönstem Sonnenschein in Reeth angekommen. Auf dem Zeltplatz bauten wir die Zelte im Eiltempo auf und sind zurück ins Zentrum um eventuell  noch einen Tee mit Scones z bekommen. Dafür waren wir leider zu spät dran und sind dann direkt ins Pub und dort etwas länger hängengeblieben. O:) 

  • Kirkby Stephen bis Keld
    Wohaa, die Hälfte ist geschafft und das Wetter hat teilweise mitgespielt. In Kirkby Stephen sind wir trocken in den Tag gestartet. Durch die Stadt durch vorbei an an einem Steinbruch immer schön aufwärts auf die Nine Standards zu. Die am Horizont recht gut zu erkennen waren. Am Tag zuvor hatten wir Dank guter Sicht auch schon die Gelegenheit sie aus der Ferne zu sehen.

    Die Nine Standards sind der Punkt auf dem Coast to Coast wo man bei superguter und klarer Sicht beide Küsten sehen kann. Das Glück hatten wir leider nicht, es war eine halbwegs gute Aussicht aber weit entfernt von klar genug. Hier ist auch die Wasserscheide von England ab jetzt fließt das Wasser in die andere Richtung den Berg runter. Naja da wir wieder in einem Moorgebiet unterwegs sind ist das mit dem Wasser den Berg runterfliesen relativ… es gibt jedenfalls genug stehendes Wasser um nass zu werden.

    Nach den Nine Standards teilt sich der Weg in eine Herbst und Sommerroute. Wir hatten zweimal empfohlen bekommen noch die Sommerroute zu gehen. Ab August ist eigentlich die Herbstroute dran damit die Natur sich wieder von den Wanderern erholen kann. Da wir nur zwei Tage drüber sind und die Empfehlung von erfahrenen Hikern bekommen hatten entschieden wir uns für die Sommervariante. Die kannten wir auch noch nicht.

    Das erste kleine Stück war super zu gehen ohne große matschige Stellen. Dann aber kamen wir an den Punkt wo die schönen großen Steinplatten aufhörten und der Spaß begann 😀 

    Während Franzi gefühlt locker mit großen Feenschritten vor mir her tänzelnd die Füße auf einen guten Punkt nach dem anderen setzte, kam ich mir vor wie ein hoppelnder Kobold der Dank seiner kurzen Beine konstant ein bis zwei Fußlängen daneben tritt und tiefer im weichen Moorboden versackt.  Trotzdem kamen wir gut vorwärts und hatten auch ein recht gutes Gefühl entwickelt wo wir unter Umständen hintreten können ohne gleich komplett einzusinken. An einzwei Stellen war uns klar hier kommen wir nie im leben durch ohne mindestens bis zum. Knöchel im Moorwasser zu stehen. Franzi machte ein zwei lange Schritte und kam ohne tief einzusinken rüber, perfekt.  Ich suchte mir eine ähnliche Stelle nahm ein zwei Schritte Anlauf um die anvisierte stelle mit dem ersten Schritt zu treffen und …  Natürlich ging das schief 😀 

    Ich sackte bis zum Schienbein ein und rettete mich halbwegs vorwärts um auf Händen und Knien mich aus der Vertiefung zu kraxelen. Als ich nach dem folgenden Lachflash über mich selbst  zu Atem kam konnte ich auch wieder aus eigener Kraft aufstehen. Ein paar ähnliche Aktionen folgten noch ich bin einige male auf Händen und Knien gelandet aber immer weich 😉 Gut das wir direkt am Anfang die Regenhosen angezogen haben.

    Schneller als erwartet waren wir durch und konnten bereits die Raven Seat Farm sehen. Dort angekommen gab es zur Belohnung heißen Kaffee und lecker Scones mit Marmelade und Sahne, mjam mjam. Den aufgezogenen Regenschauer konnten und wollten wir nicht abwarten und so sind wir im strömenden Regen weiter.  Jetzt war es recht einfach nur weiter dem Fluß bis Keld folgen. Geschafft! Müde, nass aber glücklich stolperten wir auf den Campingplatz direkt am Ortseingang und setzen uns in den gemütlichen Gemeinschaftsraum.  Während der ersten Tasse Tee hörte der Regen auf und die Sonne kam raus. Super das Zelt nicht im Regen aufbauen müssen ist sehr gut. Es wurde noch ein langer lustiger abend mit andern Coast to Coast Wanderern de wir dort kennenlernten.