• Puh das war knapp mit dem Bus!  Ich hatte nicht damit gerechnet das die Rezeption in meiner Unterkunft erst offiziell um 9:00 Uhr öffnet. Nach dem Frühstück in einem netten kleinen Café um die Ecke bin ich gegen halb neun zurück zur Unterkunft und hatte das erste mal Glück. Durch meine Spätankunft Gestern musste ich ja noch den Check In machen. Das war schnell erledigt und ich hatte dadurch eine minimale Chance den frühen Bus nach Ferrol zu erwischen . Fünf Minuten vor der Abfahrt hab ich die Busstation erreicht und der nette Herr am Bussteig gab mir zu verstehen der Bus kommt gleich und ich kann das Ticket auch im Bus bezahlen, was ein Glück! Er hat selbst gesehen das ich den Sprint zum Ticketschalter ein Stockwerk drüber hin und zurück nicht schaffen würde. Das Wetter ist soweit bewölkt aber trocken und ein bißchen blauer Himmel lugt auch raus.

    Die Fahrt nach Ferrol dauerte knapp über eine Stunde und pünktlich zur Einfahrt in den Busbahnhof öffnete der Himmel seine Schleusen. Ich hab es nicht eilig und wartete den Schauer ab. Sicherheitshalber packte ich aber die Regenhülle über meinen Rucksack und zog die Regenjacke an. 

    Querbeet und mehr oder weniger Planlos bin ich Richtung Hafen durch die unterschiedlichsten Straßen und kleinen Gassen gelaufen. Durch Zufall entdeckte ich dann das Tourist Office. Dort bekam ich nicht nur die neuesten Informationen zum Camino sondern auch meine ersten Stempel im Pilgerausweis. 

    Jetzt geht es offiziell los und mindestens 2 km auf fast der gleichen Strecke wieder zurück die ich gerade gekommen bin.

    Das Wetter hält und die Sonne hat soviel Kraft das ich nach und nach meine diversen Kleidungsschichten in den Rucksack packen kann. Die Strecke ist  nach dem verwirrenden Teil durch die Stadt, wieder sehr gut ausgeschildert. Abwechselnd neben der Straße, über Trampelpfade oder neben dem Strand lang schlängelt sich der Camino durch diverse kleine Ortschaften die ich nicht wirklich auseinander halten kann. Der Übergang ist sehr fließend. An einem Riesigen Industriegebiet musste ich auch lang. Das war sehr lustig denn ich wollte eigentlich noch ein paar Essenssachen einkaufen und hatte nach einem kleinen Tienda Ausschau gehalten.  Im Endeffekt bin ich in diesem großen Industriegebiet bei einem Lidl gelandet. Sechs Kilometer auf dem Camino und ich bin total überfordert mit einem großen Supermarkt  O:) 

    An einer Stelle zeigten die offiziellen Wegweiser nach links und rechts. Wie ich solche Schilder liebe! Die Hinweistafel mit den Erklärungen war überhaupt nicht hilfreich!  Ich hab mich für linksherum entschieden und Glück gehabt denn das war der kürzere Weg über den Fluss. 

    Gegen halb fünf bin ich in Concello de Neda angekommen und war etwas skeptisch als ein Auto neben mir hielt und der Fahrer fragte ob ich pilgere. Schnell war klar ich war etwa 50 Meter von der Herberge entfernt und der Hospitalero hatte mich angesprochen. In der Herberge zeigte er mir alles und wie ich an den Türschlüssel, ein kleiner Safe am Eingang, komme wenn ich die Herberge verlasse. Nach der warmen Dusche bin  ich noch erfolgreich Essen jagen gewesen und hab die Sonne genossen auf einer Bank hinter der Herberge.  Morgen geht es weiter 🙂 

    P.s. Nicht viel besser wie letztes Jahr in England 😉 

  • Auf los geht es los, heute Abend bin ich  in Santiago de Compostela und mehr oder weniger bereit für das Abenteuer Camino Inglese. Den Rucksack habe ich gestern gepackt und laut Waage sind es genau 6kg mit drei Müsliriegeln ohne Wasser. Den Fön habe ich gegen ein wohlfühl Langarmshirt getauscht. 

    Gegen drei Uhr werde ich mich ins Auto schwingen um zum Flughafen nach Hahn zu fahren. Die erste Übernachten im Roots&Boots ist reserviert und morgen früh muss ich dann schauen wo und wann ich den Bus nach Ferrol finde. Ab da ist noch alles offen. Keine weiteren Planungen.

    Die Fahrt zum Flughafen war anstrengend durch den dichten Verkehr. Dafür das soviel los war bin ich trotzdem verhältnismäßig gut durchgekommen. Natürlich hatte ich wieder mehr als Genug Zeit am Gate zu vertrödeln. Der Flug an sich war sehr plus dem Bonus das ich doch noch am Fenster sitzen  konnte. Da der Flieger nicht ausgebucht war hatten sich die Passagiere alle etwas verteilt.  

    In Santiago gelandet war es beim aussteigen kühler als erwartet aber immerhin trocken! Nach der rasanten Busfahrt in die Innenstadt bin ich einmal an der Kathedrale vorbei zum Hostel. Mein Zimmer und das Bett hab ich dann auch noch gefunden. Morgen früh geht es weiter nach Ferrol. 

  • Hawsker – Robin Hoods Bay 
    Ein absolut perfekter Tag um den Coast to Coast zu beenden haben wir heute gehabt. Im krassen Gegensatz zu dem gestern so katastrophalen Wetter. 

    In der Nacht hörte es sich noch nicht danach an als ob der Regen noch mal aufhören würde aber tatsächlich pünktlich zum aufstehen war es von oben trocken. Um wirklich den Coast to Coast korrekt zu beenden sind Franzi,  Snir und ich zurück nach Hawsker wo wir den Tag vorher gestoppt hatten. Ein kurzes Stück noch und wir waren endlich an der Küste und die Sonne kam raus! Jetzt folgten wir nur noch dem Fußweg nach Robin Hoods Bay und ließen uns richtig Zeit um die letzten paar Kilometer zu genießen.  In Robin Hoods Bay angekommen sind wir als erstes in die Wainwright Bar im Bay Hotel. Das Essen dort ist absolut zu empfehlen. Ich weiß gar nicht was so viele mit dem englischen Essen haben.  Ich hatte bisher nichts in den diversen Pubs gehabt was nicht geschmeckt hat.

    Brav machten wir nog unseren Eintrag im Coast to Coast Gästebuch und schauten wer vor uns die letzten Tage angekommen ist, für heute waren wir die ersten 😀 

    Den Rest des Nachmittags bewegten wir uns eigentlich nur noch von der Bar zum Strand und zum nächsten Café. Sprich nicht mehr besonders viel. O:) 

    Am späten Nachmittag verabschiedeten Franzi und ich uns, schweren Herzens, von Snir an der Bushaltestelle. Er ist heute schon direkt weiter nach Whitby gefahren. Da wir schon am Campingplatz waren brachten wir erstmal unsere Rucksäcke zum Zelt. Das hatten wir heute morgen am Campingplatz stehen lassen und den Rest mitgenommen. 

    Nach einer kurzen runde durchs Bad zog es uns in das nächste Pub um ein weiteres mal auf unser Abenteuer anzustoßen 😀 

    Jetzt haben wir noch zwei lauffreie Tage die wir in Robin Hoods Bay und Withby verbringen werden bevor wir wieder zurück nach Hause müssen. 

    Es war trotz des teilweise sehr regnerischem und kalten Wetter wieder eine schöne Tour,UT allen Höhen und Tiefen die ein Weitwanderweg so Mut sich bringt. Wir haben tolle Leute unterwegs getroffen und viel Hilfsbereitschaft erfahren. Es war eine ganz andere Erfahrung gegenüber dem ersten Coat to Coast und doch wieder sehr ähnlich. Komme ich wieder nach England zum wandern? Definitiv ja! Noch einmal der Coast to Coast? Auf keinen Fall, zweimal langt 😉 

  • Glaisdale bis Hawsker (theoretisch) 

    What a shitty rainy day! Heute war es so ein Tag wo es nur einmal regnet und das den ganzen Tag lang. Vielleicht noch unterschieden in diverse Stärkegraden. Dazu war es auch einfach nur kalt. Wäre dies unser letzter Tag auf dem Coast to Coast wäre es echt deprimierend. 

    Der erste Teil noch dazu hauptsächlich entlang der Straße auf Asphalt, ein „perfekter“ Start in den Tag.  

    Grosmont machte einen guten Teil aber wieder wett mit. Die Scones und der Kuchen in dem Künstlercafé im Ort war super und unsere Chance ein wenig abzutropfen. 😉  Ein gutes timing mit einer der alten Dampflokomotiven die hier regelmäßig am Bahnhof durchfahren hatten wir auch eine schöne Abwechslung. 

    Der Regen war gnadenlos den ganzen Tag und zusätzlich sind wir noch in den letzten Moorabschnitten endgültig aufgeweicht. Unsere Hoffnung  am Falling Foss, ein Wasserfall, uns im Cafe aufwärmen zu können wurde jäh enttäuscht…. es gibt dort nur einen Garten zum sitzen. Wir machten das beste daraus und suchten uns ein geschütztes Plätzchen unter einem der Dächer und bestellten statt Kaffee und Scones einfach einen großen Pott Teeund heiße Tomatensuppe, auch lecker und wärmt von innen. 😉 

    Wir hofften jetzt einfach das auf einem der zwei eingezeichneten Campingplätze  in Hawsker es so eine Art Gemeinschaftsraum gibt um uns dort trockenzulegen. Der este hatte leider nichts und so zogen wir weiter zum nächsten der nicht weit entfernt ist. Dort bekamen wir die Auskunft, nein Zelte nehmen wir nicht die Wiese ist zu nass….  mmmh ah ja kein Wunder bei dem Wetter heute das die Wiese nass ist!!

    Ok, dann halt weiter bis zur nächsten Farm die wir am Campingplatz gesagt bekommen hatten. 

    Der Besitzerin der Farm tat es unendlich Leidens wir zu ihr geschickt geworden sind da sie gar kein Camping anbietet!  Irgendwie war das gerade wie in einem schlechten Film.  Bevor wir dir nächste Farm ansteuerten die eventuell camping anbieten könnte sind wir ins nächste Pub um dort zu fragen ob sie uns helfen können.  Der junge  Mann hinter der Bar war sehr hilfsbereit genauso wie die Gäste rundherum nur leider war alles noch mindestens ein bis zwei laufstunden entfernt.  Einer der Gäste hatte inzwischen auf dem Campingplatz angerufen werden mit seiner Familie den Urlaub verbringt und uns kurzerhand ins Auto gepackt und dort hingefahren. Die Hilfsbereitschaft hier ist einfach der Wahnsinn!  Lustigerweise endeten wir auf dem Campingplatz in Robin Hoods Bay den wir sowieso ansteurn wollten. Im eiltempo stellten wir die Zelte im Regen auf und verkrümelten uns in die enge Campingküche zum aufwärmen. Mit trockenen Klamotten und noch trockenerem Galgenhumor feierten wir mit anderen Campern eine lustige Stehküchenparty 😀 

  • Clay Bank Top bis Glaisdale 
    Uuuuh, heute morgen durfte ich ein Schaf füttern und streicheln, that made my day! Seit Franzi und ich in St. Bees gestartet sind wollte ich schon ein Schaf streicheln und heute hat es geklappt, gosh war das weich und fluffig! 🙂 

    Etwas später als sonst sind wir nach einem leckeren Frühstück am Parkplatz von Clay Bank Top in den Tag gestartet.   Die Zeit haben wir aber gut wieder rausgeholt da wir in quasi einem rutsch bis zum Lion Inn in Blake Ridge gelaufen sind. Der erste Teil war noch anstrengend mit dem steilen Aufstieg direkt Am Anfang. Danach ging es relativ einfach weiter, immer dem breiten Weg folgen 😀 

    Das größte Stück sind wir auf einer alten Rückgebauten Bahnstrecke gelaufen. Das war diesmal definitiv angenehmer ohne den Nebel und wir konnten die Aussicht auf das Tal genießen und sehr gut durchlaufen.  Da wir früher als erwartet am Lion Inn angekommen sind beschlossen wir nach einer ausgedehnten Mittagspause noch weiter bis Glaisdale zu laufen.  Unser Ziel dort eine Farm mit einem Campingbarn. 

    Der Nachmittag verflog genauso schnell  wie der Vormittag und wir sind schnell vorwärts gekommen. Kurz vor Glaisdale mussten wir gut aufpassen um den Abzweig zur Farm nicht zu verpassen.  Dank Karte, GPS und Googlemaps machten wir eine Punktlandung 😉 

    Den Campingbarn haben wir für diese Nacht wieder mal für uns alleine  und können uns entsprechend ausbreiten  O:) 

    Nach dem Abendessen beobachteten wir noch den Sonnenuntergang bis es uns zu kalt wurde und verkrümelten uns dann nach drinnen in die Schlafsäcke.