Von Santiago nach Finisterre waren es noch mal vier Tage laufen und Rund 93km. Das Wetter hat mitgespielt und der Weg war sehr abwechslungsreich. Ein paar Steigungen waren zu bewältigen wie nicht anderst zu erwarten, aber auch die waren machbar 😉
Heute waren wir zum Sonnenuntergang anschauen am Kapo Fistera und haben so eins der drei Dinge erfüllt die man am Ende seiner Reise tun soll. Es war so schön dort auf den Felsen zu sitzen und der Sonne zu zuschauen wie sie langsam zwischen den Wolken unterging und den Himmel verfärbte. Nebenbei knabberten wir unser mitgebrachtes Picknick und ließen alles auf uns wirken. Nach dem Sonnenuntergang machten Neele und ich ein kleines Feuer und verbrannten je ein Paar von unseren Socken und erfüllten das zweite der Dinge was man tun soll ob wir das dritte noch hinbekommen wird sich noch zeigen … Teilweise haben wir es schon geschafft denn als drittes soll man schwimmen gehen. Mangels Wasser (jedesmal war Ebbe) waren wir bisher nur knapp bis zu den Knien im Meer, aber wir haben ausgiebig Muscheln gesammelt.
Es war eine wunderbare Zeit und eine tolle Reise die jetzt leider zu Ende ist. Ich habe viel erlebt, tolle Momente gehabt und viele liebe Menschen kennengelernt. Ja, ich hatte auch einen Punkt wo ich alles in Frage gestellt habe! Wie ich auf so eine „blöde“ Idee kommen konnte, aber das war genauso schnell wieder vorbei wie der Gedanke gekommen war.
Das schönste zum Ende des Caminos war, das Neele dazu gekommen ist und wir gemeinsam das letzte Stück bewältigt haben! Das haben wir, so unglaublich es klingt und auch noch ist, geschafft.
Ab Morgen sind wir „nur“ noch Touristen … vielleicht!?… vielleicht aber auch nicht 😉

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Hach das war so entspannt heute morgen wir sind mit keinem in die quere gekommen fürs Bad und konnten im Zimmer in Ruhe packen ohne andere zu stören.
Wir wollten versuchen mal etwas früher zu starten und lagen bis kurz nach dem Frühstück auch super in der Zeit, als wir eine kleine Diskussion an der Bar mitbekamen. Als ich schnell nochmal auf Toilette verschwinden wollte fragte mich der halb verzweifelte Barmensch ob ich spanisch könnte oder englisch. An der Theke standen zwei junge französische Mädels und die hatten ein kleines Problem. Nach kurzem hin und her hatte ich dann halbwegs eine Idee was das Problem war. Die beiden sind die Nacht durchgelaufen um pünktlich um 12:00 Uhr in Santiago zur Pilgermesse anzukommen. Sie waren aber total fertig und wollten den Bus nehmen um es noch zu schaffen, hatten aber kein Geld mehr. Der Barmensch hatte sie falsch verstanden als sie vor dem Frühstück bestellen fragten ob sie auch mit Karte zahlen können. Damit die beiden noch pünktlich zum Bus kommen konnten hatten Neele und ich schnell ausgeholfen, mit ein paar Euro und Telefonnummern ausgetauscht das wir uns morgen in Santiago noch mal treffen können.
Eine gute Tat am Tag … die haben wir dann schon mal hinter uns o:)
Der Camino heute hätte auch unter Waldspaziergang laufen können, die meiste Zeit ging es durch ganz unterschiedliche Wälder. Das Wetter hatte sich endgültig für die Sonnenseite entschieden und so war es ein schöner Wandertag, abgesehen vielleicht von der ein oder ändere Steigung O:)
Die Mittagspause hielten wir heute etwas kürzer und stoppten dafür kurz vor Monte de Gozo nochmal für ein leckeres Eis. Die letzten Kilometer zogen sich trotzdem wie Kaugummi und wir konnten noch nicht mal genau sagen bei welchem Kilometer wir waren da die schönen Kilometersteine nicht mehr am Wegrand standen. Den letzten den wir gesehen hatten war bei 11,5 und dann nichts mehr. Ich wollte doch so gerne den 5 Kilometerstein umarmen 😦
Müde folgten wir erst mal Unterkunfts wegweisern und landeten in diesem riesengroßen Pilgerdings. 400 Betten stehen hier wohl immer zur Verfügung und bei Bedarf bis zu 3.000!!! Nach der ublic Dusche machten wir uns auf die Suche nach einer Wasch und Trocken Möglichkeit und wurden auf dem Gelände auch fündig. Dank der modernen Technologie konnten wir währendessen uns ein wenig die Langeweile vertreiben. Jetzt fehlt nur noch was zum Abendessen … ich hab schon wieder Hunger O:) -
Die Küche hatten wir am Morgen auch fast wieder für uns alleine was wir auch ausnutzten um zum einen gemütlich zu frühstücken zum anderen um uns Sandwichs für den Tag zu schmieren. Wir hatten ja dank einer gelungenen Überraschung, jedemenge Brot dabei. Als es hell genug war machten Neele und ich uns auf den Weg. Es dauerte gerade so bis zum Ortsende bis wir die Rucksäcke wieder abzogen um uns regensicher einzupacken. Nicht nur die Landschaft erinnert sehr an England, mit den grünen Hügeln und den kleinen Mäuerchen die Wege und Felder voneinander trennen, nein auch das Wetter! Regenschauer, Wind und Sonne wechselten sich in unregelmäßigen Abständen ab und machten es schwer in einen vernünftigen Rhytmus zu kommen. Die Regensachen einfach durchweg anlassen war nur bedingt eine gute Idee, denn sobald die Sonne durch die Wolken blinzelte wurde es gleich warm. Wir schafften es mit ein wenig Bar hopping an den größten Schauern vorbeizukommen. Eigentlich wollten wir versuchen bis nach Portomarin zu laufen hatten uns dann aber in Mercadoiro anders entschieden da uns die Herberge dort so gut gefallen hatte. Mit uns checkte eine Neuseeländerin ein, die hatten wir den Tag vorher kennengelernt. Es war ein fauler spätnachmittag mit gemütlich zusammen sitzen und quatschen um die Zeit bis zum Abendessen auszufüllen.
Die ersten fünf Kilometer bis Portomarin heute morgen gingen erst mal langsam aber stetig Bergauf. Das Wetter war genauso wie am Vortag sehr, sehr wechselhaft. Ich hatte mittlerweile eine mir doch egal Stimmung und einfach nur die Regenhülle über den Rucksack gezogen und mich für die leichte Softshelljacke und nicht mehr die Regenjacke entschieden. Das hatte auch erstaunlich gut funktioniert, der starke Seitenwind hatte die Jacke recht schnell nach dem meist nur leichten Regen, trocken gepustet. Heute recht unbeeindruckt vom Wetter lief es sich gut und so hatten wir schneller als erwartet Gonzar erreicht und verbrachten dort eine ausgedehntere Mittagspause mit lecker Omelett im Brot serviert. Die nächsten Dörfer waren jetzt alle in sehr kurzen Abständen hintereinander und wir damit eine recht freie Auswahl wo wir übernachten können und wollen. Unsere einzige Voraussetzung an Ausstattung für heute war Waschmaschine und Trockner … ok Küche wäre noch ein Bonus. Aus dem Reiseführer hatten wir schon eine in Ligonde rausgepickt, die wir nur noch erreichen mussten. Gegen halb vier klopften wir dort an die Tür und es waren noch genug freie Betten vorhanden, perfekt. Nach Dusche und neben der Wäsche machen nutzen wir die Kochzeile und unsere „Vorräte“ für ein eigenes Pilgermenue im Campingstyle 😉
Als ersten Gang gab es Tomatencremesuppe, zweiter Gang Risotto mit Pilzen und Salsichia dazu Tuc-Kekse als Brot Ersatz und Limonade. Zum Nachtisch dann Schokolade mit Oreokeksen und Banane. Ok abgesehen vom Nachtisch kam das meiste aus der Tüte aber mit ein paar extra Zutaten zum aufpeppen die wir noch dabei hatten wurde das ein sehr leckeres Abendmahl!
Eigentlich war es eine sehr ruhige und entspannte Atmosphäre in der Herberge mit nicht ganz zwanzig Personen im Raum. Uneigentlich wurde es sehr unruhig mitten in der Nacht, da es einem Mädel plötzlich sehr schlecht ging und ihr Freund so gut wie alle geweckt hatte beim Krankenwagen anfordern. Zusätzlich war noch ein Open Air Konzert noch nicht mal einen Kilometer entfernt gerade dabei so richtig laut zu werden!! So richtig gut hatte keiner mehr geschlafen und entsprechend müde war dann auch der ganze Tag.
*g* was mich nicht davon abhielt genauso wie gestern jedes mal wenn ich an einem Kilometer Stein vorbeigekommen bin, mich total zu freuen! Das kann vielleicht kaum einer nachfühlen denn es ist ein soooo unbeschreiblich tolles Gefühl eine zweistellige Zahl dort zu sehen!
In Palas de Rei dem ersen größeren Ort heute holten wir uns in einer kleinen Kirche erst mal einen Stempel, bevor wir uns für ein zweites Frühstück in eine Bar verkrümelten. Danach schlenderten wir über einen kleinen Markt und deckten uns mit Leckereien fürs Mittagessen ein, das wir in Casanova geplant hatten. Dort früher als erwartet angekommen, verputzen wir erst mal unsere Einkäufe um wieder genug Energie für den Endspurt zu bekommen. Während wir dort saßen kam mein Holländer vorbei und schaute mich erst mal genauso verdutzt an wie ich ihn. Nach der herzlichen begrüßung tauschten wir schnell die Neuigkeiten aus. Er wollte mit seinem Kumpel auch bis Melide heute kommen mal schauen ob wir uns dort noch mal über den Weg laufen. Der Himmel hatte sich ganz schön zugezogen und wir hatten noch etwa 10km vor uns … Natürlich blieben wir nicht trocken! Wenigstens ein Regenschauer muss anscheinend sein pro Tag. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel machten wir schlapp, da machte sich der fehlende Schlaf dann doch bemerkbar. In einer Bar legten wir nochmal eine Pause ein um die letzten Reserven mobilisieren zu können. Es blieb uns auch nichts anderes übrig als weiter zu gehen wenn wir ein Bett haben wollten.
Als wir endlich, endlich Melide erreicht hatten fühlten wir uns ein bisschen erschlagen von den ganzen Herbergsangeboten. Mit einem Blick ins Buch und einem Werbezettel in der Hand liefen wir die Hauptstraße lang und sagten wir nehmen die, die als erstes von den beiden kommt. O Cruzeiro sollte es dann sein, eine recht große Herberge. Mit uns im Zimmer war eine temperamentvolle spanische Familie … hungrig und halbwegs erfrischt nach der Dusche zog es uns ein kurzes Stück zurück auf dem Camino zu den zwei Pizzerien die wir gesehen hatten am Anfang der Hauptstraße. Die Pizza war auch ganz lecker mit einer Mischung aus selbstgemachter und italienischer Pizza. Sie war so ordentlich belegt das Neele und ich sie nicht ganz gepackt hatten. Total müde schluppten wir zur Herberge zurück und waren bereit nur noch ins Bett zu fallen … um viertel nach acht! Bis wir wirklich gute Nacht sagten dauerte es noch ein klein wenig länger.In der Nacht war mir abwechselnd entweder kalt oder warm mmpf vielleicht sollte ich doch wieder auf das langarm Shirt und Schlafsack offen lassen umsteigen, statt T-Shirt und Schlafsack zu …
Die spanische Familie war so wuselig am Morgen das Neele und ich quasi die Flucht ergriffen und nur schnell die Rucksäcke packten und uns auf die Suche nach einer Bar zum Frühstücken machten. Die hatten wir auch schnell gefunden und genossen so sehr die Ruhe dort, das wir uns zeitlich etwas vertüdelten. Was uns aber nicht davon abhielt ein paar Bilder am 50km Stein zu machen. 0:)
Der Camino war Landschaftlich auch wieder so abwechslungsreich wie gestern. Er führte durch Eichen und Eukalyptuswälder durch und viel rauf und runter. Heute war es zum Glück nicht mehr so windig wie die Tage vorher, man musste keine Angst mehr haben das einem die Eicheln auf die Ohren fallen und man konnte so richtig die ander Luft in den Eukalyptuswälder riechen, Koalabären haben wir keine gesehen, doof!
Etwa 100 Meter vor Arzúa kamen doch tatsächlich ein paar Regentropfen runter, da aber die Bar schon in sichtweite war machten wir uns gar nicht mehr die Mühe nach den Regenhüllen zu angeln. Nach einem „gemüsereichen“ und „gesundem“ Mittagessen (Pommes rot/weiß) machten wir uns auf die letzte Etappe. Auf halbem Weg nach Salceda wollten wir in einer neuen Herberge versuchen unterzukommen, die hatte aber leider noch nicht auf. Nagut dann mussten wir noch etwa sechs Kilometer weiter, das wird ein langer und später Tag werden. In Salceda endlich angekommen sahen wir ein paar ratlose Gesichter vor der Herberge stehen und ich erwartete schon fast das es an der Tür heißt „completo“ also voll. Dem war nicht so die Herberge war einfach komplett zu!?! Uff was nun bis Santa Irene sind es nochmal über fünf Kilometer und es ist schon nach fünf Uhr. Leise vor uns hinfluchend sind wir dem Weg weiter gefolgt, als ich auf der anderen Straßeseite ein Schild enteckte wo unter anderem habitatione stand. Also einmal über die Straße in die Bar rein und gefragt. Ja, sie haben noch Doppelzimmer und die Kosten pro Nase 15Euro. Nach einem vorsichtigen Blick in die Zimmer und das Bad war die Entscheidung gefallen, nehmen wir! Luxus Morgen können wir ganz in Ruhe aufstehen und packen ohne das andere um uns herum wuseln, jetzt fehlt nur noch was zum Abendessen dann ist wieder alles gut 🙂 -
Nach einer nicht wirklich erhosamen Nacht aber dafür zur abwechslung mal wieder einem guten Frühstück, zog ich etwas früher als die Hamburgerin und ihrem Belannten aus England los. Ich wollte nach möglichkeit wenigstens bis La Faba oder noch besser bis O Cebreiro heute den Berg hoch. Unterwegs lernte ich jemanden aus Irland kennen wir unterhielten uns sehr gut und so war wie schon so oft der erste Ort auf der Tagesetappe schnell erreicht. Der Wettergott war heute nicht so gut gestimmt und so musste ich etwa einen Kilometer vor Trabadelo doch noch die komplette Regenmontur auspacken. Da kam die Autobahnbrücke gerade recht. Da der Regen in einen ordentlichen Schauer überging flüchtete ich in die erste Bar am Ortseingang und bestellte einen heißen Kaffee zum aufwärmen. Typisch Mädchen musste ich den Kaffee auch gleich wieder wegbringen und im Bad nach einem Blick in den Spiegel war mir auch sehr schnell klar warum ich so verdammt schlecht die letzte Nacht geschlafen hatte. Verdammt, ich hatte neue „Freunde“ gefunden mit mehr als vier Beinen … die Bettwanzen fanden mich letzte Nacht wohl sehr lecker nach meinen Armen zu schließen. Unzählige rote Punkte an meinen Armen die so richtig schön am leuchten waren, na toll! Nagut das lässt sich jetzt nicht mehr ändern ich sollte nur zusehen das ich die Hamburgerin irgendwie noch sehe damit ich sie warnen kann da sie sich das ganze gerade erst vor ein paar Tagen schon mal eingefangen hatte und allergisch reagiert hatte. Im nächsten Ort, passend dazu ein weiterer Regenschauer, sah ich sie mit ihrem Engländer, in einer Bar sitzen. Ich zeigte ihr die misere und sie war nicht sonderlich erfreut da ich ihre vermutung bestätigte das sie auch neue Stiche an den Armen gefunden hatte. Den Rest des Weges nach La Faba hangelten wir uns von Bar zur Bar um den größten Regenschauern ein wenig auszuweichen. Ich hatte schon vorab für mich beschlossen das ich in La Faba die Schwäbische Herberge ansteuern wollte und ich die Hoffnung hatte nicht mit Händen und Füßen unser mehrbeiniges Problem erklären zu müssen sondern das jemand da ist mit dem man deutsch oder wenigstens englisch sprechen könnte. Nach dem letzten anstrengenden Anstieg stolperten wir auch schon sogut wie in die Herberge rein. Dort wurden wir schon gleich auf deutsch begrüßt und ich war richtig froh darüber. Bevor wir überhaupt zum Check in kamen erzählten wir direkt von unseren Stichen und sind dann ohne Umwege erst mal in die kleine Kirche nebenan gegangen.
Dort fing das große auspacken, sortieren und Stapel bilden an. Mit großen schwarzen Müllsäcken und anti Insekten Puder bewaffnet sagten wir den Wanzen gemeinsam den Kampf an.
Nach der großen sortier Aktion konnte ich mir aus einem kleinen Stapel ein paar Kleidungsstücke raussuchen um die Zeit zu überbrücken bis unsere gewaschen und getrocknet waren. In der Dusche beim anziehen musste ich so anfangen zu lachen, klar waren mir die Klamotten zu groß aber soviel zu groß hatte ich nicht gedacht. Ich fühlte mich zurück versetzt in die neunziger und meine Teeniezeit mit dem extremen xl-Klamottenstil, es hatte aber was 🙂 In der zwischenzeit hatte der Engländer schon angeboten für uns einkaufen zu gehen und zu kochen was super lieb von ihm war. Gegen Abend waren unsere Sache fertig und wir konnten vor dem Schlafengehen noch unsere
Rucksäcke neu packen.
Wie am Vorabend abgesprochen ging es heute früher aus den Federn, da wir versuchen wollten zum Sonnenaufgang in O Cebreiro zu sein. Nicht so früh wie ursprünglich gewollt ging es in lustiger Runde mit zwei Taschenlampen durch ein kurzes aber steiles und steiniges Waldstück nach oben. Immer weiter zog sich der schmale Pfad Höhemeter um Höhenmeter nach oben bis wir in Laguna de Castilla ankamen. Es war klar das wir es nicht mehr schaffen konnten für den Sonnenaufgang, was aber auch nicht tragisch war denn es war leider etwas zu Wolkig. Dafür war die Lichtstimmung und die Aussicht einfach nur grandios! Ich nahm jetzt beim letzten Stück das Tempo raus und machte einige Fotos und genoss einfach nur die Aussicht. Oben in O Cebreiro holte uns eine Wolke ein was uns aber nicht störte da wir eh eine Pause einlegten für Kaffee und ein zweites Frühstück.
Brr ganz schön frisch oben auf dem Berg 😉 da hilft nur wieder bewegen und weiterlaufen. Was mir etwas entgangen war beim anschauen der Tagesetappe war das es nach O Cebreiro erst noch mal weiter nach oben ging! Egal ich fand den Aufstieg zwar auch anstrengend aber nicht wirklich schlimm und bis Triacastela sollte es zur abwechslung auch ein eher kurzer Tag werden. Nach der Passhöhe von San Roque ging es jetzt abwärts … meistens jedenfalls. Ich weiß gar nicht mehr wo genau wir den Stop für das Mittagessen eingelegt hatten denn wir sind durch so viele kleine Orte gekommen, das ich irgendwann keinen überblick mehr hatte. Direkt vor Triacastela sind wir in eine kleine Kuhherde reingeraten die auf dem Weg in den Stall war. Das war schon lustig, die haben sich null aus der Ruhe bringen lassen von den ganzen Pilgern die neben und zwischen der Herde mitgelaufen sind. Nach erfolgreicher Zimmersuche setzte ich mich noch mit den anderen auf ein Bier zusammen ehe sie weiterzogen, um sich auf ihre NachtWanderung vorzubereiten. Nach einer schnellen Tour durch einen Supermarkt war ich gerade auf dem Weg unter die Dusche als Neele mir schrieb das sie kurz vor Triacastela ist, Juhuuuu! Ich packte nur meine Wertsachen und fragte an der Rezeption wo die Bushaltestellen im Ort sind und war kaum auf der Straße als sie schon nach mir rief.
Oh ha, es war ja in dem privaten Zimmer eine ruhige Nacht nur mein Bett war eher eine Hängematte statt einem Bett. Die Matratze hing ganz ordentlich durch und es sah auch fast so aus als wäre der Lattenrost nicht in Ordnung. Nein, es lag bestimmt nicht an meinem Gewicht!!!
Nach einem sehr gemütlichen Frühstück mit richtigem Brot, gekochten Eiern, Wurst und Käse und allem drum und drann war Entsprechend später dann auch der Start heute, was aber völlig in Ordnung war, denn Neele sollte für den Anfang Tempo und Ziel bestimmen. Abgesehen vom Wetter was zwischendurch leider recht feucht von Oben war, lief der erste Wandertag aber richtig gut für sie! Die Entscheidung war für die kürzere Strecke aber auch mit mehr Steigungen gefallen. Bei einer Rast zwischen zwei Dörfern amüsierten wir uns köstlich und wir waren schon kurz davor Autogramme zu geben. Denn wir wurden einige male gefragte ob man ein Foto von uns und unserer kleinen Picknickecke unter einem Eichenbaum machen durfte. Wir hatten nichts dagegen und grinsten uns dabei einen ab. Bei der nächsten Gelegenheit gab es dann einen einen Kaffee in einer Bar und dort sahen wir einen Wegweiser der uns sagte das es nur noch acht Kilometer bis Sarria waren. Es fühlte sich gut an und die Regentropfen waren uns ziemlich egal und so war es klar Sarria wird doch das Tagesziel. In der Altstadt dann angekommen suchten wir uns eine Herberge und wir stolperten quasi in eine süße kleine Private Herberge direkt am Weg. Eigentlich wollte Neele das Pilgermenue kennen lernen aber nach einem Blick in die gut ausgestattete Küche war es klar wir würden heute selbst kochen. Nach der erfrischenden Dusche zogen wir los zum Einkaufen. Ein kleiner Tienda war praktischerweise nur die Straße hoch zu finden und wir uns genauso schnell einig was es geben soll. Bepackt mit leckereien zum kochen und auch gleich genug für den nächsten Tag ging es zurück, denn wir hatten beide Hunger!! Frei schnauze ist immer noch das beste beim kochen und unsere Pasta mit Zucchini, Oliven und Salsichia war sooo lecker, dazu noch die Flasche Wein und der Abend war perfekt. 🙂