Ein ganz vorsichtiger Blick heute morgen aus dem Fenster zeigte zu meiner Freude, eine fast trockene Straße und kaum Wolken am Himmel. Es war noch so früh das der ein oder andere Stern noch am Himmel zu sehen war.
Frühstück gab es noch in der Alberge und dann war es hell genug um loszuziehen. Der Weg führte durch viele kleine Orte die wie ausgestorben wirkten. Nach ein wenig grübeln fiel mir auf… Ja früher Vormittag und unter der Woche ist bei uns auf den kleinen Dörfern auch nichts los. In Cobreces entschieden wir uns für die Variante am Strand entlang und machten dort unsere Mittagspause. Von hier bis Comillas war es „nur“ noch ein „Katzensprung“ von etwa 10km 😂
Der Strand dort war sehr schön allerdings mit ordentlichem Wellengang. Die eine kam überraschend schnell auf mich zu. Der hechtsprung, zum Glück ohne Rucksack der war schon in der Pension, rettete mich nicht ganz. Die eine Hosenseite hat gut was ab bekommen. Macht nichts! Die Sonne scheint und es ist warm da trocknet die fix wieder ab. Meine Füße haben mir allerdings das nasse Wetter von gestern nicht so ganz verziehen und ich bin froh das wir uns jetzt nur noch zum Waschsalon, Strand und Bar bewegen. Die Bar Bar ist in direkter Nachbarschaft und bietet gutes Essen an. Mehr brauche ich heute nicht.
zu Fuß
Camino del Norte 14.Tag Etappe – Bezana bis Santillana del Mar
Positiv am Morgen war definitiv das Frühstück. Gestern Abend wurde gemeinsam eine Uhrzeit zum aufstehen vereinbart und entsprechend dann die Frühstückszeit festgelegt. Wir wren uns schnell einig 6:30 Uhr aufstehen und ab 7:00 Uhr gibt es Frühstück.
So ein entspanntes und gemütliches miteinander hab ich noch auf keinem Camino erlebt. Fast alle saßen beim Frühstück zusammen tauschten sich aus und keiner verbreitete Hektik.
Vom sehr gemütlichen Frühstück abgesehen war der restliche Tag sehr ungemütlich.
Die gestern erklärten Abkürzungen haben wir alle gefunden was auch ganz gut war denn das Wetter war heute einfach furchtbar. Heftige Regenschauer, Gewitter und ordentliche Windböen haben uns ordentlich zugesetzt
Anfangs ging es noch halbwegs mit dem Regen bis Boo de Pielagos zur Bahnstation war es ein leichter stetiger Regen. Nach der Bahnfahrt, nur eine Station um eine gefährliche Brücke zu überqueren, hörte es kurz sogar auf zu tröpfeln. Das Glück hielt nicht lange an und es schüttete von jetzt auf gleich wie aus Kübeln und das nicht nur einmal an diesem Tag. Meine Schuhe, eigentlich echt gut bei Regen, liefen von oben durch den starken Regen einfach voll. Dafür hat die Regenjacke durchgehalten was mich positiv überrascht hat. Zum abtropfen und ein zweites Frühstück stolperte nach und nach die Pilgerschar in die erste offene Bar am Weg. Fast trocken ging es in einer kurzen Regenpause weiter um gleich in den nächsten Schauer zu kommen. Ich hatte das Gefühl das sobald meine Hose fast wieder trocken war es ein Signal gab und die Schleusen am Himmel sich öffneten. Völlig fertig kamen wir in Santillana del Mar an und stolperten die Tür ins Convent rein, dort gi t es Zweibettzimmer für die Pilger. Eine schöne abwechslung zu den großen Schlafsäalen der letzten Tage und ess hat die heiße Dusche gut getan.
Durch das Wetter hatten wir Santillana according del Mar in Rekordzeit erreicht und so am Nachmittag „Freizeit“. Was macht man als Pilger dann mit der Zeit? Klar die Beine etwas vertreten und einem Spaziergang zu den Sehenswürdigkeiten. 😇
Die Höhle von Altamira, eine Nachbildung, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nur zwei Kilometer den Berg rauf und später wieder runter ist doch ein Klacks. Zurück im Convent war bal Zeit zum Abendessen das war wieder sehr lustig und ging Kreuz und quer durch die Sprachen. Das hat den regnerischen Tag wieder etwas ausgeglichen. Wir konnten fast schon drüber lachen.
Camino del Norte 13.Tag Etappe – Güemes über Santander bis Bezana
Für heute war schon klar das es der letzte Tag zu viert sein wird. Das Pärchen aus dem Ruhrpott kommt nur noch bis Santander mit und muss sich in zwei Tagen auf den Weg nach Hause machen. Frühstückszeit war passend zum Sonnenuntergang und war wunderschön zu beobachten da die Herberge oben auf einem Hügel ist. Gestern vor dem Abendessen wurden uns die drei Möglichkeiten nach Santander zu kommen erklärt. Schnell war klar wir gehen den schönen direkt an der Steilküste entlang, der mit 15km auch die längste Variante ist. Der Blick von einer Bucht in die nächste war klasse! Der schmale Weg wurde ganz oft auf der einen Seite von einem Maisfeld begrenzt. Auf der anderen Seite trennte nur eine kleine
Brombeerhecke den Weg vom Abhang. Augen auf beim geradeaus laufen, sag ich da nur.
Relativ zügig erreichten wir den Strand von Somo und klar, es ging barfuß bis fast zum Ende durch. Das ist Kneippkur, Peeling und gleichzeitig Entspannung für die Füße und gleicht den vielen Asphalt fast wieder aus. Von Somo aus geht es mit der Fähre nach Santander rüber. Von jetzt auf gleich sind wir mitten im Stadtgetümmel und irgendwie direkt überfordert. Den Caminoschilder folgend sind wir zusammen zur Pilgerherberge um dort einen Stempel für unsere Credenciale zu holen. Da die Kathedrale über Mittag geschlossen ist verabschiedeten wir uns nun voneinander. Das Paar aus dem Ruhrpott muss hier Schluss machen da der Urlaub fast zu Ende ist. Jetzt sind von den vier Musketiere zweie noch übrig die tapfer weiter laufen werden, vorerst.
Etwa 9 km nach Santander steuerten das Mädel aus der Hamburger Ecke und ich die Herberge in Bezana an. Wir waren uns erst nicht sicher ob wir überhaupt noch zwei Plätze bekommen da die Herberge offiziell nur mit 14 Betten ausgestattet ist. Es war noch genug Platz vorhanden und die Herberge einfach knuffig ganz zu schweigen von der Herbersmama. Es war wie den Abend zuvor ein wunderbarer gemeinsamer Abend. Komplett anders viel kleiner, kuscheliger und sehr familär. Superlustig war die Aktion vor dem Essen. Auf ansage mussten alle ihr Handy abgeben und sie wurden am Kopfende der Tafel gesammelt. Ich dachte schon ok das gibt einen „Handyfreien“ Tisch beim Essen. Weit gefehlt die Herbersmama machte in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit mit jedem Handy ein Gruppenfoto von allen uns sorgte sogar dafür das alle zu sehen waren. Verstecken war zwecklos 😅
Dann hieß es auf die Teller fertig los. Der anschließende Abwasch ging Hand in Hand und war fix erledigt. Für die morgige Etappe gab es noch eine lange Erklärung wo wir wie am besten langgehen um nicht 40 sondern „nur“ etwa 23 km bis Santillana del Mar laufen müssen. Abkürzungen sind prima und eine Station mit dem Zug fahren zeugt von kreativer Wegfindung. 😂
Ich bin gespannt ob das morgen wirklich alles zu finden ist was da erklärt wurde.
Camino del Norte 12.Tag Etappe – Santona bis Güemes
Die kurze Nacht steckte allen in den Knochen als wir am frühen Morgen aufbrachen. Zu allem überfluss fing es auch noch an zu regnen. Das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Am Strand teilten wir uns auf zweie sind an der Straße entlang ich hatte mich entschieden über den Berg zum anderen Strand Richtung Noja zu gehen. In begleitung von einem Mädel aus der Hamburger Ecke flogen wir fast den „Berg“ rauf. Die Aussicht war wie immer genial. Ein sehr schmaler, sandiger und steiniger Pfad führte relativ nah am Rand über die Kuppe. Der Farn war stellenweise Schulterhoch und mit Brombeersträuchen durchzogen. Ein paar Kratzer hatte ich mir den Vortag schon geholt und ich war der Überzeugung das es nun noch ein paar mehr sind. Wieder heil unten angekommen zeigte ein kurzer Blick auf die Beine, alles gut. Das Lambadatanzen um den Dornen, Brennnesseln und sonstigem kratzigen Zeugs auszuweichen sah zwar etwas etwas seltsam aus war dafür erfolgreich. Barfuß im weichen Sand am frühen Sonntag morgen… saukalt an den Füßen aber schööön!
Ab Noja ging es wieder viel an der Straße entlang. Die Landschaft um uns herum war abwechslungsreich genug das um uns abzulenken. In Güemes angekommen suchten wir die anderen an der Herberge. Die waren bereits in der anderen im Ort angekommen was für uns beudeute noch etwa anderthalb km weiter zu gehen. Dort angekommen gab es direkt ein gemeinsames Mittagessen widerstand war zwecklos. 😅
Bis zum gemeinsamen Abendessen war jetzt viel Zeit und die verbrachten wir mit quatschen, ausruhen Wäsche waschen. In der Herberge waren für diese Nacht 85 Pilger aus 22 Ländern zusammen gekommen. Einfach nur Irre!
Camino del Norte 11.Tag Etappe – Islares bis Santona
War das eine entspannte und ruhige Nacht im Zelt. Recht frisch irgendwann da es zusätzliche Decken gab war das aber kein Problem. Wir starteten nach dem ausgiebigen Frühstück relativ spät in den Tag. Dieser Tag sollte wieder sehr viel Straße auf der ersten Hälfte der Tagesetappe beinhalten. Ich würde ja selbst gerne etwas anderes schreiben aber aktuell ist es leider einfach so. Da es einige Alternativen gibt suchten wir uns die kürzeste Option aus. Nicht schön so an der Straße entlang dafür kommen wir recht zügig voran und als „Entschädigung“ wartet ja ein Kilometer langer Strand auf uns. Für mich etwas überraschend änderte sich der Weg auf einmal von einer breiten Straße zu einer Schotterpiste um zu einem schmalen steinigen Pfad zu werden. Das war wieder richtig schön und es machte mir kaum etwas aus das es steil Bergauf ging. Die Aussicht war super und ein paar Adler hab ich wieder gesehen. Von hier oben war der endlose Strand von Laredo schon zu sehen.
Schuhe aus und ab über den Strand mit den Füßen ins Wasser und bis ans Ende folgen. Das war der Plan und wurde direkt umgesetzt… nach dem Mittagessen 😅
Ganz am Ende von dem Strand sollte es eine Fähre nach Santona geben. Ein Schild zeigte auf eine leere Stelle und wir waren erstmal etwas Ratlos. Es kamen nach und nach immer mehr Leute und ein kleines Boot steuerte genau diese Stelle am Strand an. Fasziniert beobachtete ich wie die Fähre einfach auf den Sand auflief eine Treppe Ausfuhr und erst die Leute ausstiegen um dann die wartenden mitzunehmen.
In Santona war extrem viel los und eine Masse an Menschen unterwegs. In der Herberge wurde beim Check-In erklärt heute ist ein Fest in der Stadt von daher ist es egal mit der Bettruhe. Was das genau bedeutete merkten wir als es los ging. Gegen halb elf dröhnte ein Abba Medley auf dem Plazza los. Dort war eine große Bühne aufgebaut und die Party begann. Der Bass war so stark das die Fenster klirrten und die Betten vibrierten inklusive Discolight. Es war trotz geschlossenen Türen und Fenstern so laut als ob mein Bett direkt auf der Bühne steht. Gegen vier Uhr in etwa war die Party zu Ende und die Müllabfuhr fing mit dem aufräumen an. Definitiv eine interessante Erfahrung 🙈




Camino del Norte 10.Tag Etappe – Onton bis Islares
So wie der gestrige Lauftage aufhörte fing er heute gleich wieder an. Zurück auf die Asphaltpiste. Neben und unter der Autobahn entlang und das am frühen Morgen. Frisch war es auch noch und ein leichter Regen zog über die Pilgerschar hinweg. Die Stimmung unter uns war trotzdem ausgelassen vielleicht schon leicht ins alberne gehend… es könnte auch Galgenhumor sein. Da die Straße kein schnelles Ende nehmen sollte. Endlich in Castro Urdiales angekommen machten wir eine Frühstückspause mit Blick auf den Hafen und das Meer. Immer weiter führte der Weg an der Küste entlang. Die Aussicht war sehr schön aber immer noch zu viel Asphalt. Als der Weg auf einen steinigen unebenen Trampelpfad abbog atmete fünf Pilger und ihre Füße zeitgleich auf. Das Stück war für meinen Geschmack viel zu kurz brachte uns aber fast bis vor die Tür zum Campingplatz in Islares. Passend zur Mittagszeit. Während dem Essen schauten wir welche Möglichkeiten wir es für den Tag an Herbergen und weiteren Unterkünften haben. Diese sind sehr sehr eingeschränkt. Eine kleine Herberge noch einen Ort weiter und theoretisch hier ein Hotel das nicht erreichbar ist. Ein Blick in den Pilgerführer zeigte das der Campingplatz zelte für Pilger für die Nacht anbietet. Auf Nachfrage zeigte sich es ist Platz und wir bezogen kurz darauf einen kleinen Palast. Ein großes festes Zelt mit zwei Schlafkabinen und festen Betten. Der Vorraum war ausgestattet mit Kühlschrank, Mikrowelle, einem Tisch und ausreichend Stühlen. War das toll einmal den Rucksack komplett auszuräumen und den Inhalt queerbeet zu verteilen 😁
In Ruhe Duschen, Wäsche waschen und dann noch ein wenig den Strand genießen was will das Pilgerherz noch mehr.
Gegen 22:00 Uhr war es fast komplett ruhig auf dem Platz und wir sagten uns bald gute Nacht.
Camino del Norte 9.Tag Etappe – Bilbao bis Onton
Das Guggenheim Museum war schon alleine von außen sehr beeindruckend und dieses Spinnentier vor dem Eingang tatsächlich faszinierend. Definitiv spaßig zu fotografieren. Innen war das Museum wenigstens genauso beeindruckend wie von außen. Am besten hat mir die Installation im Erdgeschoss gefallen. Spiralen und Wellen geformt aus dicken rostigen Stahlplatten die gegenläufig geformt waren. Die Dimensionen sind schwer zu beschreiben es war in jedem Fall so groß das zwei Erwachsene bequem aneinander vorbei laufen konnten und mindestens 3 m hoch. Abgeschreckt von dem vielen Asphalt nach Bilbao rein tingelten wir langsam zur Metro um den weiteren Weg raus aus der Stadt abzukürzen. Mein Schrittzähler zeigte zu dem Zeitpunkt schon über 12.000 Schritte an passt also 😏. Später stellte sich heraus das es eine sehr gute Idee war. Von Portugalete bis Pobena erwarteten uns ca 12 km reine Asphaltpiste. So weh haben mir die Füße noch nicht mal annähernd nach den fast 30km an den ersten Tagen weh getan wie bei der Ankunft in Pobena. Zu allem überfluss war die Herberge bereits completo also voll. Der Galgenhumor war bereits in vollem gange und so versuchten wir zu viert einen Platz für die Nacht zu finden. Unter einer Brücke war eine der Optionen da es immer mal wieder anfing zu regnen. Bei einer Runde Tequila kam die erlösung in Form einer Reservierung in der nächsten Herberge ca. 6 km weiter. Natürlich auch wieder auf Asphalt. Der herzliche Empfang in der kleinen und rappelvollen Herberge machte die Strapazen wieder wett.
Ein paar extra Flaschen Wein zum Abendessen raten ihr übriges und es war ein wunderbarer Abend. Punkt 22:00 Uhr lagen alle in den Betten und der Herbergsvater wünschte eine gute Nacht und machte das Licht aus.
Camino del Norte 8.Tag Etappe – Gernika bis Bilbao
Die große Herberge war wesentlich ruhiger als erwartet und so war ich gut ausgeschlafen für den Start in den Tag. Das ist ganz gut denn aus einer Stadt raus zu navigieren ist für mich immer wieder eine Herausforderung. Die gelben Pfeile und Wegweiser können sich gelegentlich gut verstecken. Nach Gernika ging es abwechslungsreich weiter Richtung Bilbao. In Larabetzu einem süßen kleinen Dorf machten wir Mittagspause. Von hier bis Bilbao in die Stadt rein sind es noch 13 km. Hier war schon so ein wenig der Gedanke da den Weg in die Stadt mit dem Bus etwas abzukürzen. Die nächsten fünf sechs km bis Lezama führte vorbei an vielen Häusern und mehr oder weniger angelegten Gärten, leider nur noch auf Asphalt und Betonwegen. Das ist auf Dauer recht hart für die Füße und so war die Entscheidung in Lezama an der Bushaltestelle schnell getroffen. Die Busfahrt war recht rasant und ich froh am Bahnhof in Bilbao aussteigen zu können. Vom Bahnhof aus sind wir queer Beet durch die Innenstadt zur Herberge. Die angepeilte Kirchliche Herberge war oben auf dem Berg und erreichbar über eine laaaaaange Treppe. Der Hospitalero ist total knuffig und die Herberge zwar recht einfach aber ruhig und schön gelegen. Die frühere Ankunft in Bilbao hat mir jetzt schon die Gelegenheit gegeben mir eine neue lange Hose zu kaufen. Beim großen Sportladen mit dem blau/weißen Schriftzug habe ich die letzte Ziphose in meiner Größe bekommen. Sie ist minimal anders geschnitten, etwas länger und schmaler. Jetzt darf ich nur nicht wieder die Hosenbeine verbaseln.
Morgen früh möchte ich mir noch das Guggenheim Museum ansehen ehe es zurück auf den Camino geht.
Camino del Norte 7.Tag Etappe – Monasterio Zenaruzza bis Gernika
In der Nacht wurde es irgendwann recht frisch und so hat meine Wahl mit dem warmen Schlafsack bereits seine Berechtigung gefunden. Durch das erste gewusel im Raum am frühen Morgen geweckt, hatte ich noch die Chance den Sonnenaufgang auf der Terrasse mit meinen Kaffee zu genießen. Ein sehr schöner und gemütlicher Start in den Morgen.
Ich erwähne nicht mehr das es diverse male Bergauf ging. Spannend war eine megalange Holztreppe die Bergab führte.
Sobald die Sonne richtig raus ist und die morgendliche frische vertrieben hat wird es beim laufen warm genug das ich die Hosenbeine ab mache und in kurzen Hosen weiterlaufe. Das passt dann über den Tag ganz gut so und meine Beine haben die Chance ein bisschen Farbe zu bekommen auch ohne Strand. 😉
Die heutige Etappe beendeten wir nach einem relativ kurzen Tag mit nicht ganz 20 km in Gernika. Für heute hatte es einfach gelangt und diverse Füße und Knie brauchten einfach eine Pause. Zuerst gab es gemütlich einen Café con Leche mit Pinchos in der Innenstadt bevor wir zur Herberge sind.
Beim Check In Würde und erklärt das die Rucksäcke und Schlafsäcke nicht mit ins Zimmer dürfen (die Schuhe sowieso nicht) und ausreichend Decken und frische Bettlaken auf den Betten bereit liegen.
Am Spind überlegte ich was ich brauche und kramte im Rucksack herum. Als ich der Meinung war alles zu haben registrierte ich das etwas fehlt. Um sicherzugehen stellte ich den Rucksack komplett auf den Kopf und fing laut an zu lachen. Keine Ahnung wie ich es geschafft habe aber irgendwo im Laufe des Tages habe ich meine Hosenbeine verloren. Neugierig warum ich so am lachen bin schauten meine Mitpilger um die Ecke und mussten gleich mitlachen. Anscheinend hatte ich sie nicht in den Rucksack gepackt sondern außen nicht richtig angebändelt.
Ich kann mich darüber noch nicht mal ärgern ich muss einfach nur drüber lachen.
Solange es bedeutet das für diese Tour meine Kamera „sicher“ ist kann ich mit der jetzt nur noch kurzen Hose leben. 😁😇 Noch am Rande erwähnt, ich hatte heute überlegt ob ich mir nicht doch noch eine kurze Hose zusätzlich kaufe, jetzt wird es halt eine lange. Bis Bilbao muss das Wetter halt warm bleiben dann passt das schon.
Camino del Norte 6.Tag Etappe – Itzarbide bis Monastero Zenarruzza
Ach ja da hatte ich mich gestern definitiv zu früh gefreut. „Murphy’s Gesetz des Wanderns“ belehrte mich eines besseren und es ging natürlich zu begin des Tages als erstes Bergauf. Dafür war die Luft klar und frisch durch den Regen der in der Nacht so schön einschläfernd auf das Herbergsdach geprasselt ist. Der Regen brachte zusätzlich große schlammige Pfützen auf den Waldwegen. Die konnten gut umlaufen werden und so blieben die Füße trocken.
Es lief am Vormittag richtig gut und so kamen die aktuell „üblichen“ Verdächtigen passend zum Mittagessen in Markina – Xemein an. Ich hatte beim Stöbern im Reiseführer gesehen das es etwa 7 km weiter in Zenarruzza wieder eine Herberge in einem Kloster gab. Da es noch früh genug war wollte ich dieses Stück noch weiter gehen. Das war die absolut richtige Entscheidung gewesen. Zu dritt ging es weiter … Bergauf und Bergauf und gelegentlich ein Stück Bergab um gleich wieder Bergauf zu gehen bis zum Kloster. Es ist ein Zisterzienserkloster und die Pilger sind eingeladen am Stundengebet und der Morgenmesse teilzunehmen. Zum Stundengebet sind fast alle Pilger in die Kapelle mitgegangen. Auf dem Weg dahin wurde die „Parole“ ausgegeben wenn einer sein Handy nicht im Flugmodus bzw. aus hat gibt es kein Abendessen für die Pilger. Ob das von den Mitpilgern oder wirklich von den Mönchen kam konnte ich nicht nachvollziehen es war aber mucksmäuschen still in der Kapelle und eine tolle Erfahrung.
Direkt im Anschluß wurden zwei von den Männern ein großer Topf in die Hand gedrückt und in den einen Herbergsraum geschickt. Dort wartete ein gedeckter Tisch auf uns. Es war ein einfacher Eintopf mit spannender Zusammenstellung. Nudeln, Reis, Linsen diverses Gemüse und ein wenig Speck dazu Brot und Wasser. Lecker und reichlich!
Auf der großen Terrasse saßen wir noch lange zusammen und sahen nach und nach die Sternlein aufleuchten.