​Santiago bis Piaxe A Pena – 1. Etappe Camino Finisterre 

Juhuu mein erster Tag ohne Regen! Es braucht so wenig um einen guten Tag zu haben 🙂 Ok die Tage vorher waren auch schön keine Frage aber so definitiv noch mal viel angenehmer. Aus Santiago raus hab ich ein Mädel aus Wien getroffen und wir sind den Tag über zusammen gelaufen. Es ist schon spannend wie auf einmal komplett neue Gesichter auf dem Camino Finisterre unterwegs sind. Der erste Tag nach Santiago und alles ist anders. Jetzt sind viel mehr Pilger unterwegs und auch die Wege haben sich geändert die Landschaft ist Hügeliger, die Häuser gepflegter und der Camino geht viel, viel weniger an der Straße lang. 

In Ponte Maceira machten wir in einem Café direkt an einer alten Brücke eine länger Mittagspause. Dort ist es immer wieder total schön. Von dort ist es nur noch ein kurzes Stück bis Negreira. Hier hab ich sonst den ersten Tag beendet aber heute wollte ich noch ein Stück weiter. Eigentlich würde ich diesmal gerne den Weg bis Finisterre in drei vier Tagen laufen. Wenn es die nächsten Tage so gut läuft wie heute ist das auch kein Problem, meine Fitness ist doch nicht so schlecht wie ich vor der Tour befürchtet hatte O:). 

In Negreira machten wir noch ein kurze Kaffeepause in der Sonne bevor wir uns auf die letzten nicht ganz „fünf“ Kilometer machten. Naja eigentlich waren es knapp über sieben Kilometer, da ich ein paar Kilometer unterschlagen hatte die ich auf der Karte übersehen hatte, ups. 

Passt schon wir sind trotzdem in einer guten Zeit an der neuen Herberge angekommen und haben gleich das Pilgermenü beim Einchecken mitbestellt.  Nach und nach trudelten mehr Pilger ein und die Herberge füllte sich.  Das Abendessen war super lustig und das lag nicht nur an dem Wein! Unter anderem waren in der Gruppe zwei Italiener die locker als Comedy Duo auftreten könnten. 

Was ein Glück muss ich morgen die Herberge nicht so früh verlassen denn es wurde doch einen ticken später als üblich O:) 

​Sigüeiro bis Santiago – 6 Etappe Camino Inglese 

Gestern Abend kam in der Gruppe die Frage auf ob wir auch zusammmen das letzte Stück gehen möchten. Wir waren uns schnell einige ja das machen wir da wir uns alle auf Anhieb gut verstanden haben. So war es ein schöner und theoretisch kurzer Lauftag. Da wir aber in fast jede Bar auf dem Weg nach Santiago eingefallen sind zogen sich die letzten 16 km doch etwas länger. O:) 
Die Erste Bar die wir ansteuerten lag etwas abseits vom Weg aber da ein ordentlicher Regenschauer über uns zog machten wir diesen kurzen Abstecher.  Die Idee hatten neben uns aber auch noch mindestens 30 andere. So sind wir in einer Flut von Leutenmit in das Café gespült worden. Ein Blick auf die ließ uns vermuten das wohl der Gottesdienst vorbei ist und nun alle zum zweiten Frühstück dort waren. Beim verlassen war die Sonne am scheinen und wir halbwegs wieder trocken. 

Das passte schon irgendwie den der Weg war genauso Abwechslungsreich wie das Wetter 😉 

Bei jedem Aufstieg kam die Frage ob jetzt bald Santiago zu sehen ist, leider nein da es doch zu versteckt liegt.
Die Kilometerzahlen auf den Wegmarkierungen wurden schnell einstellig und ich sah endlich meine Chance den fünf Kilometer Stein zu umarmen. Den gibt es ja leider nicht mehr auf dem Camino Frances. Beim fünf Kilometer Stein hatte sich der Regen auch wieder mal verzogen und so war das Foto kein Problem, yeah!

Auf den letzten drei Kilometer in Santiago selbst schafften wir es tatsächlich uns noch zweimal zu verlaufen, Unglaublich!  Das Mädel in Ferrol in der Touristen Information hatte mich ja gewarnt das es auf dem letzten Stück etwas dürftig ist mit der Beschilderung aber da es dahin so gut war hatte ich mir keine Gedanken mehr darüber gemacht. Nicht hilfreich war es das genau in dem Moment ein ordentlicher Schauer wieder durchzog. In der Altstadt angekommen, ca noch 100 bis 150 bis zur Kathedrale war der Hunger doch so groß das wir erst in eine Bar sind um eine Kleinigkeit zu Essen und schon mal anzustoßen O:). 
Beim verlassen war der Regen wieder vorbei und wir haben es nochmal geschafft falsch zu laufen. 

Lachend auf dem Plaza do Obradoiro angekommen fielen wir uns erst in die Arme und machten dann die Erinnerungsfotos. Nach einem kurzen Abstecher in das neue Pilgerbüro um die Compostela abzuholen trennten wir uns erstmal und jeder ging in seine Herberge. Wir hatten uns für später im Gottesdienst verabredet. Nach der Messe saßen wir noch eine Weile zusammen um uns dann voneinander zu verabschieden. Ich starte Morgen meinen zweiten Teil der Reise nach Finisterre. 

​Hospital de Bruma bis Sigüeiro – 5. Etappe Camino Inglese 

Seit heute sind es definitiv mehr Pilger die auf dem Camino Inglese unterwegs sind. Der Start in den Tag war langsam und gemächlich. Es ist noch früh im Jahr und es ist wenig los in den Herbergen, so war es bisher meistens der Fall das ich statt 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr Zeit hatte die Herberge zu verlassen. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir es regnet nicht, juhuu!  Dafür ist total neblig…  Ok es ist weniger nass von oben und daher definitiv eine Verbesserung. 

Beim ersten Kaffeestop und zweiten Frühstück kamen fast alle Pilger aus der Herberge wieder zusammen und es dauerte nicht lange bis noch eine Gruppe dazu kam.  Langsam wird es voll 😉 
In wechselnden Gruppen gingen so recht schnell und kurzweilig die etwa 25 km bis Sigüeiro vorbei.  Inklusive diverser Stops in Bars und Cafés am Weg natürlich, daß gehört einfach dazu.

Nachdem der Nebel sich langsam verzogen hatte war es heute richtig schön zu laufen. Im Gegensatz zu den Tagen vorher recht wenig an der Straße lang sondern viel über kleinere Pfade durch Wälder oder auch Hohlwege.  Das war richtig schön und irgendwann kam auch die Sonne raus, so darf es weitergehen!

In Sigüeiro angekommen mit drei weiteren Pilgern blieb ich spontan in einer anderen Herberge als ursprünglich angedacht. Eine süße Familiär Herberge  die sogar Frühstück mit anbietet. Das erste mal! Nach der Dusche hatte ich mich mit den anderen Verabredet auf Bier und ein gemeinsames Abendessen. Das Bier hatten wir auch schnell nur das Abendessen war erstmal eine kleine Odyssee. Das erste mal auf dieser Tour bin ich an der typischen spanischen Zeit gescheitert.  Egal wo wir gefragt hatten Essen gibt es erst ab 20:30!? Verdammt es ist noch nicht mal 19:00 Uhr und wir haben Hunger! Es half nichts und so machten wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt und kehrten zurück in die erste Bar und vertrieben uns dort die Zeit bis wir Essen bestellen konnten.  Auch hier wieder super lecker und es absolut wert zu warten. Satt und müde zurück in der Herberge ist jetzt Schlafen gehen angesagt 😉  

​Presedo bis Hospital de Bruma – 4. Etappe Camino Inglese 

Nach einem sehr üppigem Abendessen, inklusive Wein, zusammen mit den beiden englischen Pilgerinnen bin ich heute etwas später als die Tage zuvor gestartet. Es hat zwar die meiste Zeit  wieder leicht geregnet aber in Gesellschaft der beiden Engländerinnen ist es schon wieder sehr lustig. Ein weiterer Pluspunkt war das der Weg abwechslungsreicher war als Gestern.  Ich weiß zwar noch nicht so ganz was ich von der geänderten Wegführung des Camino Inglese halten soll aber heute war die Etappe dadurch ein paar Kilometer kürzer. Den ersten Kaffeestop legten wir früh ein für den wir einen kleinen Umweg machen mussten. Das war aber völlig in Ordnung. Wie gestern ging es weiter durch kleine Ortschaften und diverse Wälder nur diesmal die meiste Zeit bergauf. Irgendwoher müssen ja die Höhenmeter kommen ;-). 

Kurz vor dem Punkt wo die beiden Caminos von A Coruna und Ferrol zusammen treffen war der höchste Punkt des Tages erreicht. Ab da ging es nur noch abwärts. Im Gegensatz zum Wetter das bewegte sich aufwärts in dem es aufhörte zu regnen, yeah! Etwa drei Kilometer vor Hospital da Bruma kam noch eine Bar. Da wir früh dran waren legten wir eine kurze Tee und Kaffeepause ein um frisch gestärkt das letzte Stück des Tages anzugehen. Gegen drei Uhr erreichten wir die Herberge, checkten ein und „eroberten“  uns je ein Bett. Ich glaube nicht das die Herberge heute überrannt wird aber abwarten, bislang sind es insgesamt fünf Pilger. Für ein spätes Mittagessen sind wir in die Bar einmal über die Straße. Die Essensbestellung war sehr lustig. Die Besitzerin der Bar spricht natürlich spanisch aber auch deutsch. Da saß ich nun und wechselte in einem Satz zwischen meine fünf Wörter Spanisch ,  Deutsch und Englisch hin und her. 

Ein paar mal passierte es mir das ich dann mit den beiden Damen aus England weiter in Deutsch gesprochen hatte O:) 

Jede hat trotz des Sprachen wirrwarr ihr bestelltes Essen bekommen. Für mich war das vorweg Gemüsesuppe, dann Hähnchenschenkel mit gebackenen Kartoffeln und Eis zum Nachtisch. Dazu Wein, Wasser und einen Kaffee. War das wieder lecker und ein Glück muss ich zur Herberge nur über die Straße fallen. 😉 

Jetzt sind es bis Santiago nur noch rund 40 km. Das bedeutet in zwei Tagen bin ich schon angekommen. Wow, das geht diesmal schnell! 

​Miño über Betanzos bis Presedo – 3. Etappe Camino Inglese 

Wirklich schön war die heutige Strecke nur bedingt. Das lag zum einen daran das es fast ausschließlich an mehr oder weniger befahrenen Straßen oder festen Wegen durch den Wald lang ging. Meine armen Füße! Nicht unbedingt förderlich war noch der leichte Regen der kontinuierlich vom Himmel fiel. Immerhin nur ein leichter Regen. Kein Vergleich zu dem Schutt der mich noch vor dem Wecker am frühen Morgen durch das prasseln auf dem Dach der Herberge hochschrecken ließ. Es hilft ja nichts, ich will ja irgendwann in Santiago ankommen und bis ich soweit war um die Herberge zu verlassen, war es nur noch ein leichte Tröpfeln. Trotzdem, zu zweit durch den Regen zu laufen ist schon nicht so spaßig aber alleine ist einfach nur langweilig.

So war ich froh Betanzos schon früh zu sehen. Gegen 11:00 Uhr war ich dann auch in der Innenstadt und hatte ein nettes Café gefunden um mich halbwegs trocken zu legen. 

Nach dem späten zweiten Frühstück schlenderte ich ein wenig durch die Stadt um die Entscheidung, weiter zu gehen oder nicht, noch etwas heraus zu zögern. An der Pilgerherberge war die Entscheidung gefallen, ich suchte mir noch eine Bar für ein Mittagessen um dann weiter zu gehen. Nach gestern schlauer geworden bestellte ich mir nur eine kleine Portion um diesmal besser den nächsten Berg hochzukommen.  😉 

Hat auch fast funktioniert, das schnaufen war schon etwas weniger. Dafür schauten mich alle die mir begegnet sind mit einem Grinsen im Gesicht an. Es kommt anscheinend nicht so häufig vor das ein blauer Schlumpf mit kurzen Beinen die Straßen im Regen lang stolpert.  Ja, zugegeben, ich sah auch etwas seltsam aus in meinem blauen Regenponcho! Eigentlich mag ich Ponchos nicht so wirklich aber da kaum Wind war dachte ich, ich gebe dem Ding eine Chance. Es hat halt den Vorteil der Rucksack passt mit drunter und der Regen läuft nicht zwischen Rücken und Rucksack herunter. Der große Nachteil : ich habe unwahrscheinlich viel drunter geschwitzt, mehr wie in der Regenjacke! Er hat seinen Dienst getan und als es endlich am Nachmittag trocken wurde hab ich ihn ganz schnell  wieder weg gepackt. Der Schlumpf ist nun wieder normal unterwegs 😉 

In Presedo angekommen war die Herberge nicht zu übersehen und hey ich bin heute nicht alleine. Zwei weitere Pilger sind hier zum übernachten. 

Nach einem kurzen Plausch war die heißersehne warme Dusche ein Segen!  Obwohl hier nur fünf Häuser in etwa sind gibt es eine Bar, das Abendessen ist gesichert 🙂 

Einen klitzekleinen Pluspunkt hat sich das heutige Wetter verdient. Meine Hosenbeine sind fast wieder sauber. Ich muss sie vorerst doch nicht waschen 😀 

​Concello de Neda über Pontedeum bis Miño – 2. Etappe Camino Inglese 

Ich bin kaum auf dem Camino und schon raus aus dem typischen Rhythmus wie die meisten Pilger ihre Tageseinteilung machen. Dazu kommt noch das ich gestern mit Blick in die Unterkunftsliste festgestellt habe, das ich eine Herberge früher als gedacht gestoppt hatte. Macht nichts so hatte ich den Luxus einer Herberge komplett für mich 😀 Das war diesmal auch gar nicht gruselig.  
Kurz vor acht geht in etwa die Sonne auf und um den dreh bin ich auch gestartet. Den ersten Kaffeestop legte ich schon eine halbe Stunde später ein, in der ersten Bar auf dem Camino.  Mit noch einem zusätzlichen Keks, ich hatte bereits welche zum Kaffee, wurde ich von der Betreiberin der Bar mit einem Buen Camino verabschiedet. 

Es ist noch etwas frisch so früh am Morgen aber die Sonne scheint und ein bisschen blauer Himmel ist auch zu sehen. Die dunklen Wolken hinter mir ignoriere ich einfach. 

Die Wegweiser sind meistens schon auf einige Entfernung zu erkennen und so ist es nicht schwer den Weg zu finden. Lustig ist es wenn ich doch in eine Straße oder Weg einbiege um ein Foto zu machen. Garantiert ist dann jemand hinter mir der wild gestikulierend versucht mich daran zu hindern „falsch “ zu laufen. Das ich den Wegweiser gesehen habe geht dabei unter und ich werde schon fast an die Hand genommen um an der richtigen Stelle abzubiegen… Ich bin brav mitgegangen und habe Si si gesagt und artig einen schönen Tag gewünscht. 

Pilgerschnecken!

So viele Menschen mir gestern noch begegnet sind umso leerer ist der Pfad heute. Ok, bislang hatte ich auch nur aus Ferrol raus einen Pilger getroffen der den Camino Inglese geht mehr sind mir noch nicht begegnet. Dafür war der Weg heute sehr abwechslungsreich durch die ersten kleinen Eucalyptuswälder und andere Waldabschnitte immer rauf und gleich wieder runter. 
Kurz vor Pontedeum kam ich von einem matschigen Waldpfad auf eine große breite frisch asphaltierte Straße.  Also wirklich frisch, die Walze kam gerade rückwärts piepend an mir vorbei getuckert.  Ein Blick um die Ecke zeigte mir aber das ich hier runter muss. Der eine Bauarbeiter gab mir ein Wink das ich da runter gehen kann. Ganz brav bin ich dann im Graben neben der Asphaltstraße gelaufen. Bei einem Blick zurück sah ich das der Bauarbeiter mir nochmal zuwinkte das ich AUF der Straße laufen soll. Vorsichtig setze ich einen Fuß nach dem anderen auf die warme Asphaltdecke.  Puh die Wärme hab ich bis in die Hosenbeine hoch gespürt!

Nach diesem Abenteuer ging es nur noch Bergab bis Pontedeum. Kurz vor der Brücke fing es leicht an zu Regnen machte aber nichts ich wollte hier eine längere Mittagspause machen und suchte eine Bar wo es was zu Essen gab. Lecker, lecker!  Nach dem Essen schaute ich kurz in meinen Reiseführer und las mit erschrecken, das die ersten eineinhalb Kilometer auf der Etappe die steilsten des Tages sind. Super, ich probiere dann mit dem vollen Bauch mal  aus, locker den Berg hochzurollen! Schnaufend oben angekommen, ja ich kann das auch, war die Aussicht auf das Tal einfach nur schön. Der Rest des Weges bis Miño lief fast konstant nur noch abwärts durch Wälder und kleine Ortschaften. 

In der Herberge angekommen belegte ich eins der vielen freien Betten und machte mich ohne Rucksack gleich wieder auf die Socken. Auf der Karte hatte ich gesehen das direkt hinter der Herberge ein kleiner Pfad zum Strand führt.  

War das schön dort!  Nach einer Weile auf einer Bank bin ich einmal den ganzen Strand lang und wieder zurück, immer ausschau haltend was ich wohl so vor meinen Füßen finde.  Klar wieder viel zu viele Muscheln O:) 

Ich hab es aber geschafft sie auf fünf wieder zu reduzieren. Der Rest wurde zu einem Bild im Sand verwendet. 

Vom Wind einmal durchgepustet bin ich zurück zur Herberge um den Abend langsam ausklingen zu lassen. 

Camino Inglese – 1. Tag Ferrol bis Concello de Neda

Puh das war knapp mit dem Bus!  Ich hatte nicht damit gerechnet das die Rezeption in meiner Unterkunft erst offiziell um 9:00 Uhr öffnet. Nach dem Frühstück in einem netten kleinen Café um die Ecke bin ich gegen halb neun zurück zur Unterkunft und hatte das erste mal Glück. Durch meine Spätankunft Gestern musste ich ja noch den Check In machen. Das war schnell erledigt und ich hatte dadurch eine minimale Chance den frühen Bus nach Ferrol zu erwischen . Fünf Minuten vor der Abfahrt hab ich die Busstation erreicht und der nette Herr am Bussteig gab mir zu verstehen der Bus kommt gleich und ich kann das Ticket auch im Bus bezahlen, was ein Glück! Er hat selbst gesehen das ich den Sprint zum Ticketschalter ein Stockwerk drüber hin und zurück nicht schaffen würde. Das Wetter ist soweit bewölkt aber trocken und ein bißchen blauer Himmel lugt auch raus.

Die Fahrt nach Ferrol dauerte knapp über eine Stunde und pünktlich zur Einfahrt in den Busbahnhof öffnete der Himmel seine Schleusen. Ich hab es nicht eilig und wartete den Schauer ab. Sicherheitshalber packte ich aber die Regenhülle über meinen Rucksack und zog die Regenjacke an. 

Querbeet und mehr oder weniger Planlos bin ich Richtung Hafen durch die unterschiedlichsten Straßen und kleinen Gassen gelaufen. Durch Zufall entdeckte ich dann das Tourist Office. Dort bekam ich nicht nur die neuesten Informationen zum Camino sondern auch meine ersten Stempel im Pilgerausweis. 

Jetzt geht es offiziell los und mindestens 2 km auf fast der gleichen Strecke wieder zurück die ich gerade gekommen bin.

Das Wetter hält und die Sonne hat soviel Kraft das ich nach und nach meine diversen Kleidungsschichten in den Rucksack packen kann. Die Strecke ist  nach dem verwirrenden Teil durch die Stadt, wieder sehr gut ausgeschildert. Abwechselnd neben der Straße, über Trampelpfade oder neben dem Strand lang schlängelt sich der Camino durch diverse kleine Ortschaften die ich nicht wirklich auseinander halten kann. Der Übergang ist sehr fließend. An einem Riesigen Industriegebiet musste ich auch lang. Das war sehr lustig denn ich wollte eigentlich noch ein paar Essenssachen einkaufen und hatte nach einem kleinen Tienda Ausschau gehalten.  Im Endeffekt bin ich in diesem großen Industriegebiet bei einem Lidl gelandet. Sechs Kilometer auf dem Camino und ich bin total überfordert mit einem großen Supermarkt  O:) 

An einer Stelle zeigten die offiziellen Wegweiser nach links und rechts. Wie ich solche Schilder liebe! Die Hinweistafel mit den Erklärungen war überhaupt nicht hilfreich!  Ich hab mich für linksherum entschieden und Glück gehabt denn das war der kürzere Weg über den Fluss. 

Gegen halb fünf bin ich in Concello de Neda angekommen und war etwas skeptisch als ein Auto neben mir hielt und der Fahrer fragte ob ich pilgere. Schnell war klar ich war etwa 50 Meter von der Herberge entfernt und der Hospitalero hatte mich angesprochen. In der Herberge zeigte er mir alles und wie ich an den Türschlüssel, ein kleiner Safe am Eingang, komme wenn ich die Herberge verlasse. Nach der warmen Dusche bin  ich noch erfolgreich Essen jagen gewesen und hab die Sonne genossen auf einer Bank hinter der Herberge.  Morgen geht es weiter 🙂 

P.s. Nicht viel besser wie letztes Jahr in England 😉 

Santiago de Compostela 

Auf los geht es los, heute Abend bin ich  in Santiago de Compostela und mehr oder weniger bereit für das Abenteuer Camino Inglese. Den Rucksack habe ich gestern gepackt und laut Waage sind es genau 6kg mit drei Müsliriegeln ohne Wasser. Den Fön habe ich gegen ein wohlfühl Langarmshirt getauscht. 

Gegen drei Uhr werde ich mich ins Auto schwingen um zum Flughafen nach Hahn zu fahren. Die erste Übernachten im Roots&Boots ist reserviert und morgen früh muss ich dann schauen wo und wann ich den Bus nach Ferrol finde. Ab da ist noch alles offen. Keine weiteren Planungen.

Die Fahrt zum Flughafen war anstrengend durch den dichten Verkehr. Dafür das soviel los war bin ich trotzdem verhältnismäßig gut durchgekommen. Natürlich hatte ich wieder mehr als Genug Zeit am Gate zu vertrödeln. Der Flug an sich war sehr plus dem Bonus das ich doch noch am Fenster sitzen  konnte. Da der Flieger nicht ausgebucht war hatten sich die Passagiere alle etwas verteilt.  

In Santiago gelandet war es beim aussteigen kühler als erwartet aber immerhin trocken! Nach der rasanten Busfahrt in die Innenstadt bin ich einmal an der Kathedrale vorbei zum Hostel. Mein Zimmer und das Bett hab ich dann auch noch gefunden. Morgen früh geht es weiter nach Ferrol. 

​Das ist die perfekte Welle – Mittwoch 09.08.17 

Hawsker – Robin Hoods Bay 
Ein absolut perfekter Tag um den Coast to Coast zu beenden haben wir heute gehabt. Im krassen Gegensatz zu dem gestern so katastrophalen Wetter. 

In der Nacht hörte es sich noch nicht danach an als ob der Regen noch mal aufhören würde aber tatsächlich pünktlich zum aufstehen war es von oben trocken. Um wirklich den Coast to Coast korrekt zu beenden sind Franzi,  Snir und ich zurück nach Hawsker wo wir den Tag vorher gestoppt hatten. Ein kurzes Stück noch und wir waren endlich an der Küste und die Sonne kam raus! Jetzt folgten wir nur noch dem Fußweg nach Robin Hoods Bay und ließen uns richtig Zeit um die letzten paar Kilometer zu genießen.  In Robin Hoods Bay angekommen sind wir als erstes in die Wainwright Bar im Bay Hotel. Das Essen dort ist absolut zu empfehlen. Ich weiß gar nicht was so viele mit dem englischen Essen haben.  Ich hatte bisher nichts in den diversen Pubs gehabt was nicht geschmeckt hat.

Brav machten wir nog unseren Eintrag im Coast to Coast Gästebuch und schauten wer vor uns die letzten Tage angekommen ist, für heute waren wir die ersten 😀 

Den Rest des Nachmittags bewegten wir uns eigentlich nur noch von der Bar zum Strand und zum nächsten Café. Sprich nicht mehr besonders viel. O:) 

Am späten Nachmittag verabschiedeten Franzi und ich uns, schweren Herzens, von Snir an der Bushaltestelle. Er ist heute schon direkt weiter nach Whitby gefahren. Da wir schon am Campingplatz waren brachten wir erstmal unsere Rucksäcke zum Zelt. Das hatten wir heute morgen am Campingplatz stehen lassen und den Rest mitgenommen. 

Nach einer kurzen runde durchs Bad zog es uns in das nächste Pub um ein weiteres mal auf unser Abenteuer anzustoßen 😀 

Jetzt haben wir noch zwei lauffreie Tage die wir in Robin Hoods Bay und Withby verbringen werden bevor wir wieder zurück nach Hause müssen. 

Es war trotz des teilweise sehr regnerischem und kalten Wetter wieder eine schöne Tour,UT allen Höhen und Tiefen die ein Weitwanderweg so Mut sich bringt. Wir haben tolle Leute unterwegs getroffen und viel Hilfsbereitschaft erfahren. Es war eine ganz andere Erfahrung gegenüber dem ersten Coat to Coast und doch wieder sehr ähnlich. Komme ich wieder nach England zum wandern? Definitiv ja! Noch einmal der Coast to Coast? Auf keinen Fall, zweimal langt 😉 

November Rain – ​Dienstag 08.08.17

Glaisdale bis Hawsker (theoretisch) 

What a shitty rainy day! Heute war es so ein Tag wo es nur einmal regnet und das den ganzen Tag lang. Vielleicht noch unterschieden in diverse Stärkegraden. Dazu war es auch einfach nur kalt. Wäre dies unser letzter Tag auf dem Coast to Coast wäre es echt deprimierend. 

Der erste Teil noch dazu hauptsächlich entlang der Straße auf Asphalt, ein „perfekter“ Start in den Tag.  

Grosmont machte einen guten Teil aber wieder wett mit. Die Scones und der Kuchen in dem Künstlercafé im Ort war super und unsere Chance ein wenig abzutropfen. 😉  Ein gutes timing mit einer der alten Dampflokomotiven die hier regelmäßig am Bahnhof durchfahren hatten wir auch eine schöne Abwechslung. 

Der Regen war gnadenlos den ganzen Tag und zusätzlich sind wir noch in den letzten Moorabschnitten endgültig aufgeweicht. Unsere Hoffnung  am Falling Foss, ein Wasserfall, uns im Cafe aufwärmen zu können wurde jäh enttäuscht…. es gibt dort nur einen Garten zum sitzen. Wir machten das beste daraus und suchten uns ein geschütztes Plätzchen unter einem der Dächer und bestellten statt Kaffee und Scones einfach einen großen Pott Teeund heiße Tomatensuppe, auch lecker und wärmt von innen. 😉 

Wir hofften jetzt einfach das auf einem der zwei eingezeichneten Campingplätze  in Hawsker es so eine Art Gemeinschaftsraum gibt um uns dort trockenzulegen. Der este hatte leider nichts und so zogen wir weiter zum nächsten der nicht weit entfernt ist. Dort bekamen wir die Auskunft, nein Zelte nehmen wir nicht die Wiese ist zu nass….  mmmh ah ja kein Wunder bei dem Wetter heute das die Wiese nass ist!!

Ok, dann halt weiter bis zur nächsten Farm die wir am Campingplatz gesagt bekommen hatten. 

Der Besitzerin der Farm tat es unendlich Leidens wir zu ihr geschickt geworden sind da sie gar kein Camping anbietet!  Irgendwie war das gerade wie in einem schlechten Film.  Bevor wir dir nächste Farm ansteuerten die eventuell camping anbieten könnte sind wir ins nächste Pub um dort zu fragen ob sie uns helfen können.  Der junge  Mann hinter der Bar war sehr hilfsbereit genauso wie die Gäste rundherum nur leider war alles noch mindestens ein bis zwei laufstunden entfernt.  Einer der Gäste hatte inzwischen auf dem Campingplatz angerufen werden mit seiner Familie den Urlaub verbringt und uns kurzerhand ins Auto gepackt und dort hingefahren. Die Hilfsbereitschaft hier ist einfach der Wahnsinn!  Lustigerweise endeten wir auf dem Campingplatz in Robin Hoods Bay den wir sowieso ansteurn wollten. Im eiltempo stellten wir die Zelte im Regen auf und verkrümelten uns in die enge Campingküche zum aufwärmen. Mit trockenen Klamotten und noch trockenerem Galgenhumor feierten wir mit anderen Campern eine lustige Stehküchenparty 😀