Von zu Hause über Paris bis zur Französisch – Spanischen Grenze.
Halb fünf ist egal ob gut oder nur mäßig geschlafen einfach viel zu früh. Nach der warmen und unruhigen „ich darf meinen Wecker nicht verschlafen“ kurzen Nacht hilft selbst der Kaffee nicht wirklich. Dafür war ich überpünktlich am Bahnhof und zu meiner freude direkt der erste Zug auch. Kaum eingestiegen setzte er sich schaukelnd und wie ein rostiges Wetterfähnchen quietschend in Bewegung. Das quietschen wechselte sich bald mit einem Geräusch ab das sich wie ein kreischender Esel anhörte, passend zum Geruch der sehr intensiv wahrzunehmen ist. Zwei Stationen überlebt man das am frühen Morgen schon irgendwie also bloß nicht tief einatmen. Der nächste Zug war zwar nicht mehr am Schaukeln und quietschen roch aber nur dezent besser. Einige Mitfahrer äußerten die Vermutung das es wie Shrimps in der Klimaanlage riecht… Frankfurt ist zum Glück nicht weit und trotz murren über den Geruch haben es alle überlebt und stürmten tief durchatmend aus dem Zug.
-
-
Ganz locker erreichte ich meinem nächsten Zug der mich direkt nach Paris bringen sollte und was soll ich sagen alles Prima 😅 Kein komischer Geruch, pünktlich, zuverlässig und leicht verschlafen stürzte ich mich ins Getümmel von Paris.
Unterwegs hatte ich die Idee zu schauen wo der Jakobsweg in Paris langgeht. Tja dann war Notre Dame kurzentschlossen doch wieder auf meine „ich flitze da mal kurz vorbei“ Liste an erster Stelle gerückt. Dank dem Metroplan den ich vor Abreise geschenkt bekommen hatte war die Orientierung gar nicht so schwer und ich auf dem Weg.
Vorbei am Saint Jacques Park bis vor Notre-Dame hielt ich ausschau nach der typischen Muschel, leider habe ich keine einzige gefunden. Dafür kann ich sagen ich war in Paris auf dem Camino gewesen.
Von dort ging es zum Louvre zu den Glaspyramiden. Natürlich ist es extrem schade vor dem Louvre zu stehen und nicht rein zu gehen, das nächste mal definitiv! Irgendwann muss es doch mal klappen mit dem lange, lange angedachten Wochenende in dieser Stadt. Mir war klar das ich in dem Café direkt an den Pyramiden nicht günstig mit meinem Espresso davon komme, das war es mir aber wert. Einfach dort zu sitzen und die Menschen zu beobachten, unbezahlbar 😏 Die vier Stunden Aufenthalt bis zu meiner weiterfahrt sollen ja schließlich nicht stressig sondern schön sein.
Jetzt gut geübt mit der Metro und einem gutem Zeitpolster (ich hab mich nur einmal in der Station vertüttelt) ist endlich der Eifelturm an der Reihe. Ich hatte mich vorab entschieden am École Militaire auszusteigen und von dort durch den Park auf den Eifelturm zu zu laufen. Das war eine sehr gute Idee so konnte ich die Aussicht erst mal ohne großes gewusel genießen. Im Park gab es einen Crêpestand an dem ich nicht vorbeigehen konnte ohne einen leckeren Crêpe mitzunehmen. Nach einer schlenderrunde um den riesigen Fuß des Turms und Slalom um die Menschenmassen schaute ich noch in richtung Trocadéro vorbei um dort an der Brücke spontan in den Bus zu steigen nach Montparnasse.
Die eingeplante Stunde Luft für den Bahnhof war gar nicht so verkehrt. Zum einen musste ich den Bahnhof erst suchen. Hilfreich waren dabei andere Reisende die sich mit ihren Rollkoffern alle in die gleiche Richtung bewegt hatten. Ja, ich bin an der richtigen Haltestelle ausgestiegen… denke ich zumindest. Was noch erschwerend dazu kommt ist, das der Bahnhof eine große Baustelle und dadurch sehr unübersichtlich ist.
Eine Anzeigetafel zeigte mir das ich an dem richtigen Punkt bin aber noch warten musste bis das Gleis feststand. Das dauerte und dauerte als die Anzeige endlich umsprang bewegte sich gefühlt der ganze gefüllte Bahnhof gleichzeitig in die Richtung von Gleis 19. Dort stand ein ewig langer Zug und ich musste für mein Abteil bis fast ganz an die Spitze. Ein Marathon ist nichts dagegen. Kurz vor der Abfahrt habe ich meinen Sitz erreicht und konnte beobachten wie einige Leute schimpfend an der Tür standen und verlangten das sie nochmal geöffnet wird. Anscheinend wurde beim einsteigen eine Familie getrennt. Das hier die Zugtüren gnadenlos zugehen hatte ich am Morgen direkt auf die harte Tour gelernt. Wer beim einsteigen zu sehr bummelt läuft Gefahr in der Tür stecken zu bleiben oder getrennt zu werden. In dem Fall war es nur ein Rucksack (nicht meiner) und zum Glück ist nichts weiter passiert. Ab da habe ich zugesehen immer flott aus der Tür zu sein egal ob beim ein oder aussteigen. Die weitere Zugfahrt bis Hendaye war ruhig und lang, sehr lang aber angenehm. Für ein wenig Abwechslung sorgte ein Kind das den Gang im Abteil lachend rauf und runter lief und sehr zum Missfallen der Mutter auch immer wieder durch die Automatische Tür sauste. Es ging gar nicht anders das Lachen von dem kleinen war ansteckend und so sagte keiner etwas sondern alle schmunzelten vor sich hin. In Hendaye angekommen fing es schon zu dämmern an. So musste ich die Beine in die Hand nehmen um in den nächsten Ort Irun zu laufen. Mit dem überqueren der Brücke bin ich direkt in Spanien gelandet. Für Kurzweil auf dem Weg nach Irun sorgte ein britisches Pärchen mit dem ich mich gut unterhalten habe. Meine Unterkunft hab ich auch auf Anhieb gefunden und kann jetzt frisch geduscht gute Nacht sagen.
