Camino del Norte 7.Tag Etappe – Monasterio Zenaruzza bis Gernika

In der Nacht wurde es irgendwann recht frisch und so hat meine Wahl mit dem warmen Schlafsack bereits seine Berechtigung gefunden. Durch das erste gewusel im Raum am frühen Morgen geweckt, hatte ich noch die Chance den Sonnenaufgang auf der Terrasse mit meinen Kaffee zu genießen. Ein sehr schöner und gemütlicher Start in den Morgen.
Ich erwähne nicht mehr das es diverse male Bergauf ging. Spannend war eine megalange Holztreppe die Bergab führte.
Sobald die Sonne richtig raus ist und die morgendliche frische vertrieben hat wird es beim laufen warm genug das ich die Hosenbeine ab mache und in kurzen Hosen weiterlaufe. Das passt dann über den Tag ganz gut so und meine Beine haben die Chance ein bisschen Farbe zu bekommen auch ohne Strand. 😉

Die heutige Etappe beendeten wir nach einem relativ kurzen Tag mit nicht ganz 20 km in Gernika. Für heute hatte es einfach gelangt und diverse Füße und Knie brauchten einfach eine Pause. Zuerst gab es gemütlich einen Café con Leche mit Pinchos in der Innenstadt bevor wir zur Herberge sind.
Beim Check In Würde und erklärt das die Rucksäcke und Schlafsäcke nicht mit ins Zimmer dürfen (die Schuhe sowieso nicht) und ausreichend Decken und frische Bettlaken auf den Betten bereit liegen.
Am Spind überlegte ich was ich brauche und kramte im Rucksack herum. Als ich der Meinung war alles zu haben registrierte ich das etwas fehlt. Um sicherzugehen stellte ich den Rucksack komplett auf den Kopf und fing laut an zu lachen. Keine Ahnung wie ich es geschafft habe aber irgendwo im Laufe des Tages habe ich meine Hosenbeine verloren. Neugierig warum ich so am lachen bin schauten meine Mitpilger um die Ecke und mussten gleich mitlachen. Anscheinend hatte ich sie nicht in den Rucksack gepackt sondern außen nicht richtig angebändelt.
Ich kann mich darüber noch nicht mal ärgern ich muss einfach nur drüber lachen.
Solange es bedeutet das für diese Tour meine Kamera „sicher“ ist kann ich mit der jetzt nur noch kurzen Hose leben. 😁😇 Noch am Rande erwähnt, ich hatte heute überlegt ob ich mir nicht doch noch eine kurze Hose zusätzlich kaufe, jetzt wird es halt eine lange. Bis Bilbao muss das Wetter halt warm bleiben dann passt das schon.

Camino del Norte 6.Tag Etappe – Itzarbide bis Monastero Zenarruzza

Ach ja da hatte ich mich gestern definitiv zu früh gefreut. „Murphy’s Gesetz des Wanderns“ belehrte mich eines besseren und es ging natürlich zu begin des Tages als erstes Bergauf. Dafür war die Luft klar und frisch durch den Regen der in der Nacht so schön einschläfernd auf das Herbergsdach geprasselt ist. Der Regen brachte zusätzlich große schlammige Pfützen auf den Waldwegen. Die konnten gut umlaufen werden und so blieben die Füße trocken.

Es lief am Vormittag richtig gut und so kamen die aktuell „üblichen“ Verdächtigen passend zum Mittagessen in Markina – Xemein an. Ich hatte beim Stöbern im Reiseführer gesehen das es etwa 7 km weiter in Zenarruzza wieder eine Herberge in einem Kloster gab. Da es noch früh genug war wollte ich dieses Stück noch weiter gehen. Das war die absolut richtige Entscheidung gewesen. Zu dritt ging es weiter … Bergauf und Bergauf und gelegentlich ein Stück Bergab um gleich wieder Bergauf zu gehen bis zum Kloster. Es ist ein Zisterzienserkloster und die Pilger sind eingeladen am Stundengebet und der Morgenmesse teilzunehmen. Zum Stundengebet sind fast alle Pilger in die Kapelle mitgegangen. Auf dem Weg dahin wurde die „Parole“ ausgegeben wenn einer sein Handy nicht im Flugmodus bzw. aus hat gibt es kein Abendessen für die Pilger. Ob das von den Mitpilgern oder wirklich von den Mönchen kam konnte ich nicht nachvollziehen es war aber mucksmäuschen still in der Kapelle und eine tolle Erfahrung.

Direkt im Anschluß wurden zwei von den Männern ein großer Topf in die Hand gedrückt und in den einen Herbergsraum geschickt. Dort wartete ein gedeckter Tisch auf uns. Es war ein einfacher Eintopf mit spannender Zusammenstellung. Nudeln, Reis, Linsen diverses Gemüse und ein wenig Speck dazu Brot und Wasser. Lecker und reichlich!

Auf der großen Terrasse saßen wir noch lange zusammen und sahen nach und nach die Sternlein aufleuchten.

Camino del Norte 5.Tag Etappe – Zumaia bis Itzarbide

Der angedrohte Weckruf um 6:00 Uhr in der frühe ließ uns zeitig ins Bett gehen. Ich schreckte irgendwann durch Stimmengewirr vor der Tür hoch und wunderte mich warum schon so viele und so laut auf dem Gang unterwegs sind. Ein Blick auf die Uhr sagte zwanzig nach sechs! Der zweite Blick auf die Uhr am Handy sagte genau das gleiche. Etwas verwirrt fragte ich die anderen im Zimmer ob ich den Weckruf verpasst hätte. Nein es gab keinen. Da wir jetzt alles wach waren trauten wir uns das grelle Zimmerlicht anzuschalten und mit einigen uuuh und ääähs anzufangen mit dem kramen. Die packroutine ist bei mir mittlerweile voll da und daher bin ich schnell fertig. So konnte ich die Zeit locker wieder einholen die ich vor dem Badezimmer warten musste. Zusammen mit dem Paar aus Deutschland, (aus der Gruppe mit der ich seit dem zweiten Tag zusammen laufe) bin ich zuerst in ein Café um die Ecke für ein schnelles Frühstück. Der Rest der Gruppe stieß nach und nach dazu. Die Alternativroute sollte es heute sein, die direkter an der Küste langläuft und einige steile auf und abstiege beinhaltet. Vorbei an Sankt Telmo (ich bin versucht jedesmal Sankt Elmo zu sagen 😇) war der Ausblick auf die Küste und ihrer Felsformationen faszinierend. Lauter parallele Linien aus Fels die wie Grate geformt sind. Diese besondere Formation nennt sich Flytsch. Abgelenkt durch die Wahnsinns Aussicht und die spannenden Felsen war der steile Aufstieg gar nicht tragisch für mich. Im Gegensatz zu den folgenden… über zu niedriger Blutdruck bzw Puls brauche ich mir heute definitiv keine Gedanken machen, nicht auf den unzähligen Bergaufparts! Die Aussicht war einfach irre egal ob von oben oder nah am Meer.

Dadurch das dass Wetter ein wenig wechselhaft und meist bewölkt und nicht so warm wie die Tage davor. Was gar nicht so schlecht war denn mir lief der Schweiß trotz allem. Knie, Beine, Schultern und Rücken geht alles gut bisher nur die Waden spüre ich. An einem Parkplatz/Campingplatz legte wir gemeinsam eine Pause ein und dort konnte ich meinen Wasservorat auffüllen bei einem Mobilen Verkaufsstand. Getränke, Obst Gemüse, Würstchen und was weiß ich was der alles noch im Angebot hatte. Nachdem ich das gekaufte Wasser umgefüllt hatte entdeckte ich den Trinkbrunnen. Ok das sollte dann halt so sein. Nach der Pause führte der Weg genauso weiter eine Steigung nach der anderen Küste entlang abgewechselt mit Wald und Wiesenstücken. Die Dusche hab ich mir heute verdient und das Mittagessen! Das gab es in Deba und war sehr lecker. Nach der ausgedehnten Mittagspause, ein Abstecher zum Strand musste noch sein, ging es wieder… klar strack Bergauf. Weitere fünf Kilometer in etwa bis zur Herberge in Itzarbide auf ähnlichen Wegen wie am Vormittag, allerdings mit vollem Bauch, uff. Ich weiß es ja eigentlich besser und eine kleine Portion hätte auch gereicht um besser den Berg hochzukommen aber es war so lecker. Augen zu und durch und step by step war mein kleines Mantra zwischen pusten und prusten und einigen sche*** nicht schon wieder hoch. Hat nur mäßig geholfen aber ich bin angekommen, genau wie ein Teil der Gruppe. Zusammen hatten wir für die Nacht telefonisch reserviert, wie uns heute morgen empfohlen worden ist. Eine schnuckelig Herberge im nirgendwo oben auf dem Berg. Das bedeutet das ich die Chance habe mal einen Wander/Pilgertag mit einem Bergabpart zu beginnen. Nach dem Wäsche waschen saßen viele noch zusammen zum quatschen und austauschen über die letzten Tage. Der heutige Tag entsprach laut einer Handymessung 160 Stockwerken, vermutlich nur der Hochpart. Runter mussten wir die ja auch wieder. Heidewitzka! Nach und nach sagten alle Gute Nacht und verschwanden in die Betten.

Ein Pilgertag am 19.Oktober 2019

„Und so geh` nun deinen Weg…“  – Ein Pilgertag

Pilgern ist derzeit in aller Munde. Viele machen sich einfach auf den Weg und haben bei Ihrer Rückkehr Einiges zu erzählen oder möchten sich gerne mit Gleichgesinnten austauschen. Manch einer will zum ersten Mal pilgern, sucht aber noch nach praktischen Informationen oder hat einfach Interesse an Vorträgen übers Pilgern.

Die Evangelische Kirchengemeinde lädt herzlich zu einem Pilgertag am 19. Oktober 2019 ab 14:00 Uhr im Gemeindesaal in Wölfersheim, Wingertstraße 16 ein.

Eingeladen sind nicht nur die „alten Hasen“ und „Neupilger“, sondern jeder, der Interesse an dem Thema hat. Es wird Vorträge zum Bonifatiusweg, Jakobsweg und dem Lutherweg geben und Gelegenheit sich auszutauschen.

Programm:

14:00 Uhr Beginn und Begrüßung

14:15 Uhr Erfahrungsbericht Bonifatiusweg

15:00 Uhr Vortrag zum Jakobsweg

Kaffe – und Snackpause

16:00 Uhr Was packe ich in meinen Rucksack?

16:30 Uhr Vortrag zum Lutherweg

18:00 Uhr Andacht und gemütlicher Ausklang

Camino del Norte 4.Tag Etappe – Orio bis Zumaia

Am Morgen verschwand das allgemeine Chaos nach und nach in die entsprechenden Rucksäcke um dann wieder los zu ziehen. Der Cafe con leche mit Crossaint zum ersten Frühstück musste noch sein. Die ersten 8km von Orio bis Zarautz waren irgendwie wie nix verflogen. Was ganz spannend war in Orio, in der Hafeneinfahrt am Rand auf den Felsen saßen und krabbelten hunderte Krabben von groß bis klein. Fasziniert beobachtete ich die Kerlchen einen Augenblick und zog dann weiter.

In Zarautz selbst bogen wir von der lauten Straße ab um wieder am Strand entlang zu gehen. Ist das herrlich hier! Die Sonne war zwar etwas schüchtern und versteckte sich hinter den Wolken, die Temperatur aber sehr angenehm und nicht schwül durch die zarte Brise. Am Ende der Promenade lockte eine Bar erfolgreich mit unter anderem einer Portion Pommes. Da konnte ich nicht widerstehen und stoppte für eine frühes Mittagessen. 😇 Die neugewonnene Energie dadurch war enorm und im sauseschritt ging es an der Promenade endlos weiter bis zur nächsten kleinen Ortschaft. Der Blick über die Schulter zeigte den raschen Fortschritt und einen faszinierenden Blick in die Bucht.

Ich hatte auf der Karte gesehen das wir bis fast Zumaia so direkt an der Küste weiterlaufen können. Immer den gelben Pfeilen folgend landeten wir aber „unbemerkt“ auf der Höhenroute. Ja es ging ordentlich bergauf. Da der Weg aber über eine kurze Landzunge gehen sollte und zurück an die Küste, das hatte ich auf der Karte gesehen, bei dem Aufstieg nichts weiter gedacht.

Das der Weg nicht mehr zurück ans Wasser führte ist mir tatsächlich erstmal nicht weiter aufgefallen… Ich bin ja immer brav den gelben Pfeilen gefolgt. Da aber alle aus der Gruppe automatisch da gelandet sind kamen wir alle an der gleichen Bar nacheinander die Tür reingefallen. Von hier war es noch etwa eine Stunde bis Zumaia. Ich hatte ursprünglich überlegt noch ein Stück weiter zu gehen mit einem Blick auf die Uhr mich kurzfristig unentschieden denn bei weiteren 12 km würde ich erst gegen 19/20 Uhr in der nächsten Herberge angekommen. Das ist mir dann doch etwas zu spät und bin so für eine Nacht ins Kloster eingezogen 😏

Camino del Norte 3. Tag Etappe – Ulia bis Orio

Es war sehr ruhig in der Nacht und so kam das Weckerklingen etwas plötzlich. Die Dämmerung hatte noch nicht begonnen und ich wunderte mich das gefühlt noch keiner auf den Beinen ist. Fast 40 Leute waren in der Nacht in der Herberge und in Zelten untergebracht da musste doch schon jemand wach sein. Ganz und gar wenn Frühstücken bereits seit einer halben Stunden möglich ist. Nachdem ich mich aus Zelt und Schlafsack rausgeschält hatte und auf die Herberge zugelaufen bin war da ordentlich was los.

Nach einer kurzen Badrunde gesellte ich mich zu den anderen am Frühstückstisch. Halbwegs wach puzzelte ich wieder alles in meinen Rucksack zurück und war bereit los zu gehen. Vor der Herberge waren schon fast alle von der gestrigen Gruppe wieder versammelt. Zusammen sollte es nach Donastia San Sebastiàn gehen. Da wir gestern schon ein gutes Stück weiter als angedacht gelaufen sind war es jetzt quasi ein Katzensprung am frühen Morgen. Immer den Berg runter gab es bald eine Stelle von der wir einen Blick auf die Stadt werfen konnten. Mein erster Gedanke oh wie groß, direkt abgelöst von oh wie schön!. Von drei Seiten eingebettet von Hügeln und zwei Strände so weit das Auge reicht und das endlose Meer. Der Strandspaziergang musste noch etwas auf sich warten lassen den erst wurde ein Schuster gebraucht um eine Sohle am Wanderschuh zu reparieren. Praktisch das nebenan direkt ein Café ist. Mit dem zweiten Frühstück war das Energielevel aufgeladen und Zeit für den Strand.

Auf der Promenade zog ein Teil der Gruppe die Schuhe aus und über den weichen Sand ging es direkt zum Meer. War das kalt im ersten Moment! Ich hab mich schnell an die Temperaturen gewöhnt und dann ging es schwatzend und mit einem Auge nach unten gerichtet (man könnte ja was schönes finden) an der Wasserlinie bis zum Ende der langen Bucht. Nach einer ausgedehnten Pause und einer Kleinigkeit zum Mittagessen ging an den ersten Aufstieg und raus aus der Stadt. Vielleicht ist nicht unbedingt schlau zur größten Tageshitze zu starten, da der Weg zuerst durch ein Waldgebiet führte war es ok. Beim weiteren Aufstieg kamen wir durch ein kleines Örtchen dort entdeckten wir eine aufgebaute Stempelstelle. Mit Stuhl und Wasser für die Pilger um kurz durchzuschnaufen.

Der weitere Weg führte recht konstant oben über die Hügel entlang abwechselnd von Farn, Sträuchern oder Obstbäumen gesäumt. Weiter führte ein Richtung Orio, Dank Werbung geschädigt musste ich ständig an die Kekse bei dem. Namen Denken. Das Hohenprofil zeigte theoretisch noch eine ganz böse Steigung aan und dann einen sehr steilen Abstieg in den Ort rein. Da wir uns bereits relativ hoch befanden fragte ich mich immer wieder wo soll denn noch die Steigung kommen bis… naja bis wir an den Punkt gekommen sind wo wir auf einer alten Kopsteinplaster Straße und endgültig Bergab bewegten. Von Stein zu Stein ging es locker für mich den Weg nach unten. An dem Konvent St. Martin holten wir uns noch einen Stempel für die Pilgerausweise ab um dann in Orio in einer privaten Unterkunft zu übernachten. Es dauerte keine 10 Sekunden und ich hatte meinen Rucksack Inhalt einmal im mich herum verstreut in der Bude. Gut das ich nicht so viel dabei habe. Nach dem alle einmal durchs Bad durch waren „trauten“ wir uns unter die Bevölkerung um zu Abend zu essen und mit vollen Bäuchen müde ins Bett zu fallen.

Camino del Norte – 2. Etappe Irun bis in etwa Ulia

Der Start in den ersten richtigen Tag auf dem Camino hab ich langsam anlaufen lassen. Kurz nach acht hab ich die Unterkunft verlassen um über die Straße in die erste Bar fürs Frühstück zu fallen. Wach und gestärkt machte ich mich auf in die Altstadt von Hondarribia. Seeehr schön und den kurzen Abstecher und die extra Kilometer absolut wert. Am Marktplatz hab ich einen Radpilger getroffen der Rückwärts auf dem Norte unterwegs ist. Quasi auf dem Nachhauseweg. Nach dem kurzen Plausch suchte ich mir noch mal eine Bar für ein zweites Frühstück und kurz um die Ecke zu flitzen, ja Mädchen halt 😏


Jetzt war ich bereit für den ersten steilen Aufstieg des Tages. An der Erimita de Guadeloupe machte ich eine erste Pause und weihte meinen noch jungfräulichen Zeichenblock ein.

Von da führte der Weg weiter und weiter Bergauf. Aber wo es hoch geht, geht es irgendwann noch weiter nach oben und vielleicht irgendwann abwärts. Die Höhenroute hatte es ganz schön in sich und ich war ganz gut am pusten und schwitzen. Schatten war Mangelware oben auf dem Grat dafür gab es einen laues Lüftchen.


Kurz vor dem höchsten Punkt, Jaizkibel, mit grandioser Aussicht sah die eigentliche Spitze nicht so einladend aus, mit den riesen Funkantennen. Dafür ging es jetzt auf den abwärts Part über Stock und Stein begleitet gelegentlich von einer Echse. Eine ist tatsächlich ein paar Meter vor mir her und schaute immer wieder frech über die Schultet zu mir nach dem Motto, komm doch, komm doch.

Der strahlend blaue Himmel bedeutete auch ordentlich Sonne und so atmete ich auf als es in den Wald ging. Schatten endlich etwas Schatten dafür ist das laue Lüftchen weg. Alles auf einmal geht halt nicht. Im Wald traf ich an einem Abzweig auf eine Gruppe die ich heute in aller Früh schon mal gesehen hatte. Es stellte sehr schnell sich raus das alle aus Deutschland kommen. Nach dem wir feststellten das wir alle die gleiche Herberge ansteuern wollten ging es gemeinsam weiter. An der Herbege angekommen mussten wir noch etwa eine dreiviertel Stunde warten bis zur Öffnung. Die Hospitalera kam pünktlich um die Ecke und zählte erst mal durch. 14 Plätze gibt es und vor der Tür warteten 14 Leute passt eigentlich. Dann hatte sie erklärt das sie jungen Leute bittet noch eine Herberge die ca 3,5 km entfernt ist weiter zu gehen. Es ging ihr darum das sie für die späten und älteren Pilger noch einen Platz übrig hat.

Die ganze Gruppe mit der ich unterwegs entschied sich weiter zu gehen. Nach weiteren steilen Anstiegen und unendlich vielen Treppenstufen am Berg. Die letzten drei kurven zogen sich unendlich bis das erlösende Herbergsschild endlich auftauchte. Dort wurden wir super nett empfangen und gleich geschaut wie wir unterkommen können. Einige Extra Zelte wurden auf dem schön angelegten Gelände aufgebaut. Einen kühlen Willkommensdrink gab es noch obendrein. Nach dem die Schlafplätze eingeteilt waren wurde es schon Zeit zum Abendessen zusammen zu kommen. Die heißersehnte warme Dusche musste zu gunsten dem knurrenden Magen noch warten. Da wir alle ungeduscht am Tisch waren fiel das gar nicht auf. Das holten wir nach und nach beim gemütlichen zusammen sitzen nach. Ein entspannter Abend in guter Gesellschaft.

Camino del Norte 1. Tag – Die Anreise

Von zu Hause über Paris bis zur Französisch – Spanischen Grenze.

Halb fünf ist egal ob gut oder nur mäßig geschlafen einfach viel zu früh. Nach der warmen und unruhigen „ich darf meinen Wecker nicht verschlafen“ kurzen Nacht hilft selbst der Kaffee nicht wirklich. Dafür war ich überpünktlich am Bahnhof und zu meiner freude direkt der erste Zug auch. Kaum eingestiegen setzte er sich schaukelnd und wie ein rostiges Wetterfähnchen quietschend in Bewegung. Das quietschen wechselte sich bald mit einem Geräusch ab das sich wie ein kreischender Esel anhörte, passend zum Geruch der sehr intensiv wahrzunehmen ist. Zwei Stationen überlebt man das am frühen Morgen schon irgendwie also bloß nicht tief einatmen. Der nächste Zug war zwar nicht mehr am Schaukeln und quietschen roch aber nur dezent besser. Einige Mitfahrer äußerten die Vermutung das es wie Shrimps in der Klimaanlage riecht… Frankfurt ist zum Glück nicht weit und trotz murren über den Geruch haben es alle überlebt und stürmten tief durchatmend aus dem Zug.

Ganz locker erreichte ich meinem nächsten Zug der mich direkt nach Paris bringen sollte und was soll ich sagen alles Prima 😅 Kein komischer Geruch, pünktlich, zuverlässig und leicht verschlafen stürzte ich mich ins Getümmel von Paris.

Unterwegs hatte ich die Idee zu schauen wo der Jakobsweg in Paris langgeht. Tja dann war Notre Dame kurzentschlossen doch wieder auf meine „ich flitze da mal kurz vorbei“ Liste an erster Stelle gerückt. Dank dem Metroplan den ich vor Abreise geschenkt bekommen hatte war die Orientierung gar nicht so schwer und ich auf dem Weg.

Vorbei am Saint Jacques Park bis vor Notre-Dame hielt ich ausschau nach der typischen Muschel, leider habe ich keine einzige gefunden. Dafür kann ich sagen ich war in Paris auf dem Camino gewesen.

Von dort ging es zum Louvre zu den Glaspyramiden. Natürlich ist es extrem schade vor dem Louvre zu stehen und nicht rein zu gehen, das nächste mal definitiv! Irgendwann muss es doch mal klappen mit dem lange, lange angedachten Wochenende in dieser Stadt. Mir war klar das ich in dem Café direkt an den Pyramiden nicht günstig mit meinem Espresso davon komme, das war es mir aber wert. Einfach dort zu sitzen und die Menschen zu beobachten, unbezahlbar 😏 Die vier Stunden Aufenthalt bis zu meiner weiterfahrt sollen ja schließlich nicht stressig sondern schön sein.

Jetzt gut geübt mit der Metro und einem gutem Zeitpolster (ich hab mich nur einmal in der Station vertüttelt) ist endlich der Eifelturm an der Reihe. Ich hatte mich vorab entschieden am École Militaire auszusteigen und von dort durch den Park auf den Eifelturm zu zu laufen. Das war eine sehr gute Idee so konnte ich die Aussicht erst mal ohne großes gewusel genießen. Im Park gab es einen Crêpestand an dem ich nicht vorbeigehen konnte ohne einen leckeren Crêpe mitzunehmen. Nach einer schlenderrunde um den riesigen Fuß des Turms und Slalom um die Menschenmassen schaute ich noch in richtung Trocadéro vorbei um dort an der Brücke spontan in den Bus zu steigen nach Montparnasse.

Die eingeplante Stunde Luft für den Bahnhof war gar nicht so verkehrt. Zum einen musste ich den Bahnhof erst suchen. Hilfreich waren dabei andere Reisende die sich mit ihren Rollkoffern alle in die gleiche Richtung bewegt hatten. Ja, ich bin an der richtigen Haltestelle ausgestiegen… denke ich zumindest. Was noch erschwerend dazu kommt ist, das der Bahnhof eine große Baustelle und dadurch sehr unübersichtlich ist.
Eine Anzeigetafel zeigte mir das ich an dem richtigen Punkt bin aber noch warten musste bis das Gleis feststand. Das dauerte und dauerte als die Anzeige endlich umsprang bewegte sich gefühlt der ganze gefüllte Bahnhof gleichzeitig in die Richtung von Gleis 19. Dort stand ein ewig langer Zug und ich musste für mein Abteil bis fast ganz an die Spitze. Ein Marathon ist nichts dagegen. Kurz vor der Abfahrt habe ich meinen Sitz erreicht und konnte beobachten wie einige Leute schimpfend an der Tür standen und verlangten das sie nochmal geöffnet wird. Anscheinend wurde beim einsteigen eine Familie getrennt. Das hier die Zugtüren gnadenlos zugehen hatte ich am Morgen direkt auf die harte Tour gelernt. Wer beim einsteigen zu sehr bummelt läuft Gefahr in der Tür stecken zu bleiben oder getrennt zu werden. In dem Fall war es nur ein Rucksack (nicht meiner) und zum Glück ist nichts weiter passiert. Ab da habe ich zugesehen immer flott aus der Tür zu sein egal ob beim ein oder aussteigen. Die weitere Zugfahrt bis Hendaye war ruhig und lang, sehr lang aber angenehm. Für ein wenig Abwechslung sorgte ein Kind das den Gang im Abteil lachend rauf und runter lief und sehr zum Missfallen der Mutter auch immer wieder durch die Automatische Tür sauste. Es ging gar nicht anders das Lachen von dem kleinen war ansteckend und so sagte keiner etwas sondern alle schmunzelten vor sich hin. In Hendaye angekommen fing es schon zu dämmern an. So musste ich die Beine in die Hand nehmen um in den nächsten Ort Irun zu laufen. Mit dem überqueren der Brücke bin ich direkt in Spanien gelandet. Für Kurzweil auf dem Weg nach Irun sorgte ein britisches Pärchen mit dem ich mich gut unterhalten habe. Meine Unterkunft hab ich auch auf Anhieb gefunden und kann jetzt frisch geduscht gute Nacht sagen.

Ich packe meinen Rucksack….

… für die nächste Pilgertour und habe erst mal das totale Chaos und bilde wahlweise einen großen Haufen oder diverse Stapel. Für manche ist das kaum zu glauben wenn ich das sage. Schaffe ich es doch jedesmal meinen Rucksack Inhalt soweit zu reduzieren, kombinieren und organisieren das ich mit wirklich wenig auskomme Unterwegs.

Wie mache und schaffe ich, das im Endeffekt nur soviel übrig bleibt das es in meinen kleinen Rucksack passt?

Am Anfang wandert alles was mir so in den Sinn kommt bzw in die Hände fällt was ich mitnehmen muss und möchte auf einen großen Haufen. Das mache ich solange bis ich denke jetzt hab ich alles. Garantiert fehlt an diesem Punkt immer noch etwas das kommt sponatn noch dazu. Dann geht es ganz „einfach“ weiter in dem ich das große Chaos mindestens dreimal (wenn nicht noch öfter) aussortiere. Bis am Ende nur noch das auf dem Tisch liegt was mitkommen darf. Hört sich sehr einfach an ist es aber nicht ;). Schließlich muss ich, wenn die Entscheidungen gefallen sind damit über die ganze Tour zurecht kommen. Da ich mich meistens auf Wegen nahe der Weiterlesen

​Logoso bis Finisterre – 3 Etappe Camino Finisterre

 SONNE! Endlich Sonne, blauer Himmel satt und warm. Perfektes Wetter für den letzten Lauftag. Also für mich wenigstens ich das es einige gibt denen das gleich schon wieder zu warm ist aber ich genieße das. Beim frühen Start in Logoso war es noch etwas frisch aber die Jacke hab ich schon auf den ersten Kilometer an den Rucksack gehängt. An der Bar in Hospital, ein Ort weiter, hing ein Schild  hier die letzte Bar für 15 Kilometer ist. Da ich aber vor nicht ganz zwei Kilometer erst mein Frühstück hatte bin ich das Risiko eingegangen sie zu überspringen 😉 

Das passte schon ich hatte noch Schokolade einstecken und Diverse andere Knabbereien. 

Die Schoki musste etwa 20 Kilometer vor Finisterre dran glauben. Den da war der Punkt wo ich das Kap mit dem Leuchtturm das erste mal am Horizont sehen konnte. Eine verdiente Pause mit Aussicht!  Ab hier geht es meistens Bergab und  dem Ende entgegen. 

Die nächsten fünf Kilometer bis Cee waren schnell Gelaufen und der Kaffee definitiv verdient. Ab hier führt der Camino mal mehr oder weniger dicht an der Küste lang bis direkt zum großen Strand von Finisterre. 


Dort am Anfang vom Strand zu stehen und den Wellen zuzuschauen wie sie rein gerollt kommen ist toll! Endlich wieder am Meer, juhuu! 

Von hier in die Stadt sind es nicht mehr ganz zwei Kilometer für die hab ich allerdings verhältnismäßig lang gebraucht, da ich schon gleich am Muscheln sammeln war. O:) 

Für die Unterkunft hatte ich Glück und auf Anhieb ein Einzelzimmer für zwei Nächte bekommen.  Nach den ganzen Herbergen musste das sein. Ich habe keine fünf Minuten gebraucht und habe mit meinen wenigen Klamotten das totale Chaos im Zimmer ausbrechen lassen, ups. 

Nach dem Duschen bin  ich auf einen kurzen Abstecher zum Hafen und nochmal an den Strand. Abends war ich dann am Leuchtturm mit dem Mädel aus Wien verabredet um dort den Sonnenuntergang anzuschauen und auf die letzten drei Tage und überhaupt anzustoßen. 
Am Leuchtturm war gar nicht viel los und wir suchten uns einen gemütlichen Stein für unser Picknick aus. Kurz bevor die Sonne unterging kam eine Herde Ziege und bewegte sich total geschickt über die Felsen dort.  Fast wäre die Sonne unbemerkt untergegangen da ich total fasziniert den Ziegen zugeschaut hatte.  

Den letzten Sonnenschein hab ich nicht verpasst 😉 

Müde sind wir die drei Kilometer wieder zurück in den Ort und haben so in den letzten drei Tagen etwa 93 Kilometer zurück gelegt. Die Blase an meinem Fuß hatte somit ihre Daseinsberechtigung gehabt. Zum Glück die einzige 😉 

Ich werde jetzt noch die nächsten Tage in Finisterre und Santiago genießen bevor mein Flieger nach Hause startet.