Die Nacht war sehr ruhig in der Herberge, da außer uns sonst keiner mehr da war. Was es doch einen Unterschied macht wenn man aus dem Drei Tage Laufrhytmus ausbricht. Auf dem Camino war die ersten zwei Tage total viel los und wir hatten immer jemand vor oder hinter uns direkt in Sichtweite. Jetzt ist es sehr ruhig und es sind kaum andere Pilger zu treffen. So wie ich es für November eigentlich auch erwartet hatte 😉
Von Dumbría aus sind es noch knapp 20 km bis Muxía: „na dann mal los Endspurt“ war unser Motto nach dem Frühstück. Bis wir vor der verschlossenen Herbergstür standen … mmh da hatte wohl die Herbergsdame vergessen für uns aufzuschließen. Ok dann halt durch den Notausgang raus geht ja auch.
Die Nacht hatte es geregnet und es war noch so ganz leicht am tröpfeln als wir endlich aus der Herberge draußen waren. Eigentlich nicht genug das es lohnt die Regenklamotten auszupacken, dachten wir. Nach ein paar hundert Metern änderten wir unsere Meinung da es doch mehr regnete. Nachdem wir die Rucksäcke und uns gut eingepackt hatten (zum Glück ohne Regenhose) und wieder unterwegs waren hört es natürlich innerhalb von ein paar Minuten wieder auf und die Sonne kam raus. Trotzig behielten wir die Regenjacken an bis das nächste Dorf mit Namen Senande mit Bar erreichten. Dort bestellte ich im „besten“ Spanisch unseren üblichen Kaffee mit Milch und fragte gleich nach der Toilette, ja ich weiß typisch Mädchen. ;P
Es dauerte nicht lange da kam der Barmensch mit einer Karte vom Camino und erklärte mir einen anderen Weg nach Muxía als der eingezeichnete. Er machte mittendrin eine kurze Pause und fragte mich ob ich spanisch könnte, ich sagte nur Nein aber etwas italienisch … irgendwann ist das ja zum running Gag des Urlaubs geworden. Er nickte nur grinsend in meine Richtung und meinte jaja und plapperte weiter. Wir sind dann doch der offiziellen Beschilderung gefolgt um kein Risiko einzugehen. Wir wollten ja nicht irgendwo abseits vom Camino landen und ohne Sprachekenntnisse „stranden“ 😉
Ein paar Kilometer vor Muxía konnten wir erst das Meeresrauschen und dann das tiefblaue Wasser sehen, jipieh!
Oh was war das ein schöner Anblick als wir dann in der letzten oder vorletzten Kurve endlich Muxía sehen konnten!
In der ersten Herberge in der wir nach zwei Betten fragten war noch was frei für Neele und mich. Ok, genau genommen hatten wir die freie Wahl da wir auch diese Herberge wieder komplett für uns hatten. Der Herbergsvater war total knuffig und sehr bemüht uns mit allem zu helfen an Infos und sonstigem.
Nach einer kurzen Runde durch den kleinen Ort und erfolgreicher Suche nach dem Supermarkt hatten wir riesen Hunger. Zum selbstkochen hatten wir keine Lust also gingen wir in ein Restaurant um die Ecke das Pilgermenues im Angebot hatte. Leider waren wir eine Stunde zu früh dran, das gibt es erst ab 20:00 Uhr. Nach kurzem austausch mit der netten Kellnerin konnten wir uns trotzdem schon einen Tisch aussuchen um dann bei einem Glas Wein die Zeit zu überbrücken. Kurz nach uns kamen noch zwei Pilger zum Essen die waren aber etwas ungeduldiger. Der Koch hatte zu unserem Glück anscheinend zugestimmt früher anzufangen und so konnten wir doch schon etwas früher Essen. Wer kugelt uns nun zur Herberge zurück? War das lecker!



