Nach einer nicht wirklich erhosamen Nacht aber dafür zur abwechslung mal wieder einem guten Frühstück, zog ich etwas früher als die Hamburgerin und ihrem Belannten aus England los. Ich wollte nach möglichkeit wenigstens bis La Faba oder noch besser bis O Cebreiro heute den Berg hoch. Unterwegs lernte ich jemanden aus Irland kennen wir unterhielten uns sehr gut und so war wie schon so oft der erste Ort auf der Tagesetappe schnell erreicht. Der Wettergott war heute nicht so gut gestimmt und so musste ich etwa einen Kilometer vor Trabadelo doch noch die komplette Regenmontur auspacken. Da kam die Autobahnbrücke gerade recht. Da der Regen in einen ordentlichen Schauer überging flüchtete ich in die erste Bar am Ortseingang und bestellte einen heißen Kaffee zum aufwärmen. Typisch Mädchen musste ich den Kaffee auch gleich wieder wegbringen und im Bad nach einem Blick in den Spiegel war mir auch sehr schnell klar warum ich so verdammt schlecht die letzte Nacht geschlafen hatte. Verdammt, ich hatte neue „Freunde“ gefunden mit mehr als vier Beinen … die Bettwanzen fanden mich letzte Nacht wohl sehr lecker nach meinen Armen zu schließen. Unzählige rote Punkte an meinen Armen die so richtig schön am leuchten waren, na toll! Nagut das lässt sich jetzt nicht mehr ändern ich sollte nur zusehen das ich die Hamburgerin irgendwie noch sehe damit ich sie warnen kann da sie sich das ganze gerade erst vor ein paar Tagen schon mal eingefangen hatte und allergisch reagiert hatte. Im nächsten Ort, passend dazu ein weiterer Regenschauer, sah ich sie mit ihrem Engländer, in einer Bar sitzen. Ich zeigte ihr die misere und sie war nicht sonderlich erfreut da ich ihre vermutung bestätigte das sie auch neue Stiche an den Armen gefunden hatte. Den Rest des Weges nach La Faba hangelten wir uns von Bar zur Bar um den größten Regenschauern ein wenig auszuweichen. Ich hatte schon vorab für mich beschlossen das ich in La Faba die Schwäbische Herberge ansteuern wollte und ich die Hoffnung hatte nicht mit Händen und Füßen unser mehrbeiniges Problem erklären zu müssen sondern das jemand da ist mit dem man deutsch oder wenigstens englisch sprechen könnte. Nach dem letzten anstrengenden Anstieg stolperten wir auch schon sogut wie in die Herberge rein. Dort wurden wir schon gleich auf deutsch begrüßt und ich war richtig froh darüber. Bevor wir überhaupt zum Check in kamen erzählten wir direkt von unseren Stichen und sind dann ohne Umwege erst mal in die kleine Kirche nebenan gegangen.
Dort fing das große auspacken, sortieren und Stapel bilden an. Mit großen schwarzen Müllsäcken und anti Insekten Puder bewaffnet sagten wir den Wanzen gemeinsam den Kampf an.
Nach der großen sortier Aktion konnte ich mir aus einem kleinen Stapel ein paar Kleidungsstücke raussuchen um die Zeit zu überbrücken bis unsere gewaschen und getrocknet waren. In der Dusche beim anziehen musste ich so anfangen zu lachen, klar waren mir die Klamotten zu groß aber soviel zu groß hatte ich nicht gedacht. Ich fühlte mich zurück versetzt in die neunziger und meine Teeniezeit mit dem extremen xl-Klamottenstil, es hatte aber was 🙂 In der zwischenzeit hatte der Engländer schon angeboten für uns einkaufen zu gehen und zu kochen was super lieb von ihm war. Gegen Abend waren unsere Sache fertig und wir konnten vor dem Schlafengehen noch unsere
Rucksäcke neu packen.
Wie am Vorabend abgesprochen ging es heute früher aus den Federn, da wir versuchen wollten zum Sonnenaufgang in O Cebreiro zu sein. Nicht so früh wie ursprünglich gewollt ging es in lustiger Runde mit zwei Taschenlampen durch ein kurzes aber steiles und steiniges Waldstück nach oben. Immer weiter zog sich der schmale Pfad Höhemeter um Höhenmeter nach oben bis wir in Laguna de Castilla ankamen. Es war klar das wir es nicht mehr schaffen konnten für den Sonnenaufgang, was aber auch nicht tragisch war denn es war leider etwas zu Wolkig. Dafür war die Lichtstimmung und die Aussicht einfach nur grandios! Ich nahm jetzt beim letzten Stück das Tempo raus und machte einige Fotos und genoss einfach nur die Aussicht. Oben in O Cebreiro holte uns eine Wolke ein was uns aber nicht störte da wir eh eine Pause einlegten für Kaffee und ein zweites Frühstück.
Brr ganz schön frisch oben auf dem Berg 😉 da hilft nur wieder bewegen und weiterlaufen. Was mir etwas entgangen war beim anschauen der Tagesetappe war das es nach O Cebreiro erst noch mal weiter nach oben ging! Egal ich fand den Aufstieg zwar auch anstrengend aber nicht wirklich schlimm und bis Triacastela sollte es zur abwechslung auch ein eher kurzer Tag werden. Nach der Passhöhe von San Roque ging es jetzt abwärts … meistens jedenfalls. Ich weiß gar nicht mehr wo genau wir den Stop für das Mittagessen eingelegt hatten denn wir sind durch so viele kleine Orte gekommen, das ich irgendwann keinen überblick mehr hatte. Direkt vor Triacastela sind wir in eine kleine Kuhherde reingeraten die auf dem Weg in den Stall war. Das war schon lustig, die haben sich null aus der Ruhe bringen lassen von den ganzen Pilgern die neben und zwischen der Herde mitgelaufen sind. Nach erfolgreicher Zimmersuche setzte ich mich noch mit den anderen auf ein Bier zusammen ehe sie weiterzogen, um sich auf ihre NachtWanderung vorzubereiten. Nach einer schnellen Tour durch einen Supermarkt war ich gerade auf dem Weg unter die Dusche als Neele mir schrieb das sie kurz vor Triacastela ist, Juhuuuu! Ich packte nur meine Wertsachen und fragte an der Rezeption wo die Bushaltestellen im Ort sind und war kaum auf der Straße als sie schon nach mir rief.
Oh ha, es war ja in dem privaten Zimmer eine ruhige Nacht nur mein Bett war eher eine Hängematte statt einem Bett. Die Matratze hing ganz ordentlich durch und es sah auch fast so aus als wäre der Lattenrost nicht in Ordnung. Nein, es lag bestimmt nicht an meinem Gewicht!!!
Nach einem sehr gemütlichen Frühstück mit richtigem Brot, gekochten Eiern, Wurst und Käse und allem drum und drann war Entsprechend später dann auch der Start heute, was aber völlig in Ordnung war, denn Neele sollte für den Anfang Tempo und Ziel bestimmen. Abgesehen vom Wetter was zwischendurch leider recht feucht von Oben war, lief der erste Wandertag aber richtig gut für sie! Die Entscheidung war für die kürzere Strecke aber auch mit mehr Steigungen gefallen. Bei einer Rast zwischen zwei Dörfern amüsierten wir uns köstlich und wir waren schon kurz davor Autogramme zu geben. Denn wir wurden einige male gefragte ob man ein Foto von uns und unserer kleinen Picknickecke unter einem Eichenbaum machen durfte. Wir hatten nichts dagegen und grinsten uns dabei einen ab. Bei der nächsten Gelegenheit gab es dann einen einen Kaffee in einer Bar und dort sahen wir einen Wegweiser der uns sagte das es nur noch acht Kilometer bis Sarria waren. Es fühlte sich gut an und die Regentropfen waren uns ziemlich egal und so war es klar Sarria wird doch das Tagesziel. In der Altstadt dann angekommen suchten wir uns eine Herberge und wir stolperten quasi in eine süße kleine Private Herberge direkt am Weg. Eigentlich wollte Neele das Pilgermenue kennen lernen aber nach einem Blick in die gut ausgestattete Küche war es klar wir würden heute selbst kochen. Nach der erfrischenden Dusche zogen wir los zum Einkaufen. Ein kleiner Tienda war praktischerweise nur die Straße hoch zu finden und wir uns genauso schnell einig was es geben soll. Bepackt mit leckereien zum kochen und auch gleich genug für den nächsten Tag ging es zurück, denn wir hatten beide Hunger!! Frei schnauze ist immer noch das beste beim kochen und unsere Pasta mit Zucchini, Oliven und Salsichia war sooo lecker, dazu noch die Flasche Wein und der Abend war perfekt. 🙂
And there they are, together again 🙂 Auf ein Bettwanzenfreies letztes Drittel!
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Seltsam, mich haben die Biester in Ruhe gelassen, kommt wohl auf
die Herberge an. Halte dich halt von den Viechern fern :-)estiuE
Das Problem vor Astorga hatte ich auch, erst dieses seltsame Stahlgebilde und dann der Weg nach links. Ich habe den Pfeil ignoriert und bin direkt auf Astorga los..Das ganze wohl wegen eines stillgelegten Gleises?
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